Fidelity: Qualität wird wieder interessant

Im Wirtschaftzyklus lassen sich verschiedene Phasen ausmachen. Der Hoffnungsphase folge die Wachstumsphase, behauptet Matthew Siddle von Fidelity.

Matt_Siddle_1Matthew Siddle ist Manager des Fidelity European Growth Fund.

Die letzten Monate waren durch die anhaltende Geldflut der Notenbanken geprägt, von der insbesondere risikoreiche Titel profitierten. Inzwischen stehen jedoch Qualitätstitel bei den Anlegern wieder im Vordergrund.

Mit der Verkündung Mario Draghis, alles zu tun, um den Euro zu retten, begann im Juli 2012 eine Phase der Hoffnung an den Finanzmärkten. Die Kurse von Aktien minderer Qualität schnellten nach oben, allen voran die Titel der riskantesten Kredithäuser Europas.

Aufgrund der unkonventionellen Rettungsaktion für Zypern sowie der schwierigen Wahlsituation in Italien sind die Anleger jedoch nüchterner geworden und fordern Ergebnisse, statt sich mit der Hoffnung auf Verbesserungen zu begnügen. Das hört sich zunächst nach einem eher düsteren Marktausblick an.

Aber in einem Wirtschaftzyklus lassen sich grundsätzlich verschiedene Phasen voneinander abgrenzen, und der Hoffnungsphase folgt die Wachstumsphase (vgl. nachstehende Grafik).

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In einer Wachstumsphase setzen sich Qualitätsaktien von der breiten Masse ab, nachdem sie während der liquiditätsgetriebenen Hoffnungsphase hinter der Wertentwicklung spekulativerer Titel zurückgeblieben sind.

Derartig steile Aufschwünge dauern in der Regel jedoch nicht sehr lange an, während Qualitätsunternehmen sowohl in Wachstums- wie auch in Verzweiflungsphasen überlegen abschneiden. Es lohnt sich also, auf die langfristig bessere Entwicklung von Qualitätstiteln zu setzen.

Politische Störfeuer noch nicht vollständig gebannt

Die Länge der Hoffnungsphase im aktuellen Zyklus (Juli 2012 bis Januar 2013), die weitgehend der Erfahrung aus früheren Jahren entspricht, sowie die insgesamt steigenden Leitindikatoren weisen darauf hin, dass die Schwelle zur nächsten Marktphase, der Wachstumsphase, erreicht ist, auch wenn die Risiken durch politische Störfeuer noch immer nicht vollständig gebannt sind.

Dies ist ein besonders guter Zeitpunkt, um in Qualitätsaktien zu investieren, da sie zudem im Vergleich zum Markt und auch zu anderen Anlageklassen wie Unternehmensanleihen so günstig bewertet sind wie selten zuvor.

Vorsicht bei Finanztiteln

Vor allem in der Konsumgüter- und in der Medienbranche bieten sich aktuell Chancen. Firmen wie Nestlé, WPP und Publicis beispielsweise dürften von den steigenden Konsumausgaben in den Schwellenländern profitieren.

Was europäische Finanztitel anbelangt, sollten Anleger hingegen in nächster Zeit vorsichtig sein: Gegen sie sprechen erhebliche Risiken in den Büchern, ihre hohe Verschuldung sowie das niedrige Zinsniveau.

Überdurchschnittlicher Wertzuwachs

Auch die Branchen Telekommunikation und Versorger sind zur Zeit eher unattraktiv. Dies hat vor allem mit einem absehbar härteren regulatorischen Umfeld sowie sinkenden Markteintritts- und Preisbarrieren zu tun.

Insgesamt werden Anleger durch die gezielte Auswahl von Qualitätsunternehmen, also Firmen mit stabilem Gewinnwachstum, geringer Verschuldung, nachhaltigen Kapitalrenditen und soliden Geschäftsmodellen, profitieren, da diese auch über den gesamten Marktzyklus einen überdurchschnittlichen Wertzuwachs generieren können.

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Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

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Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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