Swiss Banking 2008: Gewinner und Verlierer

Im letzten Jahr verringerten sich Kundengelder der Schweizer Banken um rund 1‘700 Milliarden Franken. Wer hat profitiert, wer nicht? Die so genannten Assets under Management (AuM) schrumpften im Jahr 2008 von 6‘900 Milliarden Franken auf 5‘200 Milliarden Franken, wie das Westschweizer Magazin «Private Banking» errechnet hat.

Interessante Feststellung dabei: Zwischen den Kapitalabflüssen bei der UBS und dem Netto-Neugeld (Net-New-Money) bei anderen Banken klafft eine Differenz. Mit anderen Worten: Ein Teil der verwalteten Vermögen wurde von den Kunden ins Ausland abgezogen.

Dass Raiffeisenbanken (+150‘000 neue Kunden allein im letzten Jahr) sowie die Kantonalbanken zu den grossen Gewinnern der Krise zählen, wurde schon oft thematisiert in den Medien. Bei den Verlierern hingegen ist es interessant zu sehen, dass die vom Betrugsfall Madoff arg gebeutelte Union Bancaire Privée (AuM: -26,2 Prozent) trotzdem noch besser abschneidet als beispielsweise die Deutsche Bank, Lombard Odier oder Merrill Lynch Bank (Suisse).

Alles in allem vermochten nur drei Institute im letzten Jahr ihre verwalteten Vermögen zu erhöhen, während die AuM bei der Bank Wegelin mehr oder weniger stabil blieben.

Nachstehend die Rangliste der Besten mit der prozentualen Veränderung ihrer AuM per Ende 2008:

  1. 1. Banque Cantonale de Genève (+18,2 Prozent)
  2. 2. Raiffeisen-Gruppe (+5,9 Prozent) 
  3. 3. Zürcher Kantonalbank (+2,4 Prozent) 
  4. 4. Bank Wegelin (-1,5 Prozent) 
  5. 5. Luzerner Kantonalbank (-5,7 Prozent)
  6. 6. Banque Pasche (-6,4 Prozent)
  7. 7. St. Galler Kantonalbank (-7,4 Prozent)
  8. 8. HSBC Guyerzeller (-8,9 Prozent)
  9. 9. Basler Kantonalbank (9,4 Prozent)
  10. 10. Berner Kantonalbank (-9,7 Prozent)

Bei den Verlierern fällt auf, dass die Bank Syz offenbar wegen ihrer zahlreichen Hedge-Funds-Mandate viele Kundengelder verlor. Verschiedene Auslandsbanken büssten wegen der Turbulenzen ihrer Mutterhäuser an Boden ein.

Erstaunlich aber auch, dass etwa die Deutsche Bank schlecht abschnitt, obwohl der Gesamtkonzern selber, unter der Führung von Josef Ackermann, tendenziell eher zu den Gewinnern der Finanzkrise gehört.

Nachfolgend die Rangliste der Schlechtesten mit der prozentualen Veränderung ihrer AuM per Ende 2008:

  1. 1. Bank Syz (-40,4 Prozent)
  2. 2. Morgan Stanley (-33,0 Prozent)
  3. 3. Fortis (-32,9 Prozent)
  4. 4. ABN Amro (-30,9 Prozent)
  5. 5. Banco Santander (-30,0 Prozent)
  6. 6. UBS (Private-Banking-Division) (-30,0 Prozent)
  7. 7. Schroder (-29 Prozent)
  8. 8. Deutsche Bank (-28,8 Prozent)
  9. 9. Lombard Odier (-28,2 Prozent)
  10. 10. Merrill Lynch Bank (Suisse) (-28,0 Prozent)

Ergänzend noch: Die Credit Suisse (Private-Banking-Division) verzeichnete im vergangenen einen Rückgang ihrer AuM um 20,7 Prozent.

Nachstehend die Liste der zehn grössten Vermögensverwalter in der Schweiz mit der effektiven Höhe ihrer AuM per Ende 2008:

  1. 1. UBS (Private-Banking-Division) 1'599,0 Milliarden Franken
  2. 2. Credit Suisse (Private-Banking-Division) 1'106,0 Milliarden Franken
  3. 3. Julius Bär 338,0 Milliarden Franken
  4. 4. Bank Pictet 312,0 Milliarden Franken
  5. 5. HSBC Private Bank (Suisse) 153,0 Milliarden Franken
  6. 6. Lombard Odier 127,0 Miliarden Franken
  7. 7. Raiffeisen-Gruppe 124,8 Milliarden Franken
  8. 8. Zürcher Kantonalbank 122,1 Milliarden Franken
  9. 9. UnionBancaire Privée 100,7 Milliarden Franken
  10. 10. Bank Clariden Leu 94,0 Milliarden Franken

 

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