Die Abgeltungssteuer als «Übergangslösung»

Neben Grossbritannien galt Österreich bislang als Erfolgsbeweis für das Projekt Abgeltungssteuer. Doch aus Wien kommt jetzt ein Tiefschlag.

Ein bilaterales Abkommen über eine Abgeltungssteuer ist möglich, immerhin klappte das schon mit Grossbritannien und Österreich. Die Idee, den europäischen Steuerämtern quasi das Einsammeln der Zinserträge anzubieten und dafür das Bankgeheimnis zu bewahren, ist ein entscheidender Teil der Schweizer Finanzplatz- und Weissgeldstrategie – offiziell bis heute.

Doch jetzt gab es, bislang unbeachtet in der Schweiz, einen weiteren Rückschlag.

Ausgerechnet Österreichs Bundeskanzler Werner Faymannging diskret auf Distanz zum Abgeltungssteuer-Vertrag. In der Fragestunde im Nationalrat in Wien sagte er gestern, die Regierung strebe nun auch mit der Schweiz einen automatischen Datenaustausch an.

Und die Abgeltungssteuer? Die sei, so Faymann wörtlich, «eine sinnvolle Übergangslösung», bis es soweit ist.

Nehmen, was man kriegt

Noch könne man nicht abschätzen, wann es zu einer Einigung über einen Datenaustausch komme. Und daher nehme man eben, was man bekommt. Es sei immer noch besser, dass man «etwas bekommt als dass wir nix bekommen», begründete der Kanzler den seit Jahresbeginn wirksamen Vertrag mit der Schweiz.

Übergangslösung? Faymanns nicht mal halbherziges Engagement dürfte in der Schweiz wohl einige irritieren. So gab sich CS-Präsident Urs Rohner erst gerade wieder als optimistisch, dass eine Abgeltungssteuer auch mit weiteren Ländern möglich sei. «Das ist keine Glaubensfrage. Es gibt immerhin zwei ratifizierte Staatsverträge mit Grossbritannien und Österreich, die in Kraft sind», so Rohner im Interview mit der «Neuen Zürcher Zeitung».

Logische Folge: Das Bankgeheimnis im Innern wankt

In Österreich ist zugleich eine andere lehrreiche Debatte aufgebrochen – und auf diese Entwicklung wird sich die Schweiz wohl ebenfalls gefasst machen: Nachdem sich die Regierung in Wien bereit erklärt hat, den Automatischen Informationsaustausch mit den anderen EU-Staaten zu akzeptieren, ist nun auch das Bankgeheimnis im Inneren unter Beschuss.

Sowohl der frühere Chef wie die jetzige Leiterin der für solche Themen zuständigen Wirtschaftskorruptions-Staatsanwaltschaft in Wien forderten zum Beispiel gestern im Radio, dass die eigenen Möglichkeiten ebenfalls angepasst werden. Die Einsichtsmöglichkeiten für die Steuerfahndung müssten vergrössert werden – zum Beispiel mit einem zentralen Kontoregister wie in Deutschland. 

Mehr: «Tiroler Tageszeitung», «Wiener Zeitung», Radio Oe1/ORF, «Krone»

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NEWS GANZ KURZ

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Die Ende Oktober angekündigte Lancierung der Beteiligungsgesellschaft BB Healthcare Trust plc an der London Stock Exchange wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen eines Aktienplatzierungs-programms konnte in der Erstemission ein Platzierungsvolumen von GBP 150 Mio. realisiert werden. Der erste Handelstag im Premium Segment der Londoner Börse ist der 2. Dezember 2016 (ISIN: GB00BZCNLL95, Bloomberg-Ticker: BBH LN).

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

Zurich

Die Zurich Gruppe Deutschland hat den Altezza Bürokomplex in München erworben. Verkäufer des 2009 erbauten Bürogebäudes ist die Warburg-HIH Invest Real Estate. Über den Kaufpreis vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Beraten wurde Zurich bei der Transaktion durch Luther Köln.

BEKB

Die BEKB Roggwil wird per 30. Juni 2017 in die Niederlassung Langenthal integriert. Die betroffenen Mitarbeitenden werden bei der BEKB weiterbeschäftigt. Die Integration erfolgt, weil sich das Kundenverhalten im Bankgeschäft stark verändert hat.

UBS

Mit Blick auf die Art Basel im amerikanischen Miami fasst die Schweizer Grossbank ihre erhebliche Kunstsammlung in einem neuen Bildband zusammen. Das Buch «UBS Art Collection: To Art its Freedom» wird an Januar 2017 erhältlich sein.

Vontobel AM

Die europäische Ratingagentur Feri EuroRating Services und die Verlagsgruppe Handelsblatt haben die Schweizer Bank Vontobel als besten Asset Manager für Rohstoffe in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgezeichnet.

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