Bei Unklarheiten: Melden Sie sich in Washington

Die Einigung im Steuerstreit mit den USA ist unter Dach. Was bedeutet sie für Kundenberater, Backoffice-Angestellte, Treuhänder, Anwälte? Es gibt Indizien, die hoffen lassen.

Die Vereinbarung zur Beendigung des Steuerstreits zwischen den USA und der Schweiz ist unterschrieben: Hier geht es zur Mitteilung des Department of Justice.

Die Kernaussagen waren ja schon in den Tagen zuvor herausgesickert – etwa dass die bekannten 14 Banken, welche bereits in einem Verfahren stecken, davon nicht betroffen sind. Oder dass einzelne Häuser bis zu 50 Prozent der Gesamtsumme der US-Assets zu einem bestimmten Zeitraum abliefern müssen.

Beachtenswert ist allerdings die Frage der Mitarbeiter und der Drittpersonen, um deren Daten es ja im Steuerstreit stets auch ging, insbesondere im «Lex USA»-Paket. Und es fällt auf, dass Washington hier offenbar durchaus zurücksteckte. Die Liste der anzupeilenden Drittparteien beinhaltet explizit bloss weitere Banken («Provide detailed information as to other banks that transferred funds into secret accounts») – die Rede ist aber nicht mehr von Mitarbeitern, Anwälten, Treuhändern oder allgemein von Korrespondenz.

«Die genauen Umstände berücksichtigen»

Dass Daten solcher Leute mit über den Atlantik gelangen, dürfte gewiss unvermeidlich sein. Hier aber enthält die Stellungnahme aus Washington eine Beruhigungspille. Das Statement des Justizministeriums (allgemein in einem durchaus milden Tonfall gegenüber der Schweizer Seite gehalten) hält hierzu fest, «dass wenn persönliche Daten geliefert werden, diese nur für Zwecke der Strafverfolgung – was auch regulatorische Handlungen bedeuten kann – in den USA verwendet werden sollen».

Dabei habe man dem Schweizer Finanzministerium versichert, «dass nur weil die Namen von Individuen in den Informationen erhalten sind, die es von einer Bank enthält, diese nicht eines falschen Verhaltens schuldig sind.»

Informationen über Bankangestellte, Kundenberater und andere Individuen würden in einer Art behandelt, «welche die genauen Fakten und Umstände jedes Falles berücksichtigt.»

Bankangestellte, die fürchten, eine strafrechtliche Schuld auf sich geladen haben, werden aufgefordert, die Steuer-Division des Justizministeriums zu kontaktieren.

Nebenbei zieht das Justizministerium nun Zwischenbilanz: Es listet auf, welche juristischen Ergebnisse bislang bei der Verfolgung von Offshore-Konten in der Schweiz erlangt wurden.

Seit 2009 seien in diesem Zusammenhang…

  • … gut 30 Banker und 68 amerikanische Kontobesitzer angeklagt worden.
  • … 54 Steuerzahler und 4 Banker oder Vermögensverwalter plädierten auf schuldig.
  • … 5 Steuerzahler wurden von einem Gericht für schuldig gefunden.
  • … 1 Schweizer Bank konnte mit einer Vereinbarung die Verfolgung abwenden (UBS),
  • … 1 Bank wurde angeklagt und plädierte auf schuldig (Wegelin).

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden.

DAS BESTE IM WEB

Gute Stories und Links aus aller Welt

  • Trumps Kabinett der Milliardäre
  • London: Der Investmentbanker Europas
  • Der Sanierer soll ein Insider-Händler sein
  • Versagen auf der ganzen Linie
  • Streitpunkt neue Kapitalregeln
  • Veganer wegen Geldschein auf den Barrikaden
  • Was Banken gar nicht mögen: Weibliche Whistleblower
mehr

Follow us

Follow finews.ch on Twitter Follow finews.ch on Facebook Follow finews.ch on Google+ Follow finews.ch on LinkedIn Follow finews.ch on Xing Follow finews.ch on Youtube Follow finews.ch on Instagram Follow finews.ch

Newsletter

Newsletter-SymbolKostenlos abonnieren

Abonnieren Sie jetzt den finews.ch-Newsletter und Sie erhalten kostenlos 2x wöchentlich die wichtigsten News aus der Schweizer Finanzwelt per E-Mail.

Zürcher Bankenverband

News und Einschätzungen zum Zürcher Finanzplatz.

Beiträge lesen

Lohnvergleich

Lohnvergleich

Verdienen Sie genug? Vergleichen Sie doch mal Ihren Lohn.

zum Lohnvergleich

SELECTION

Die spektakulärsten Bankgebäude der Welt

Die spektakulärsten Bankgebäude der Welt

Eine Expertenjury hat die weltweit 15 beeindruckendsten Firmensitze gekürt.

Selection

Wo die grossen Vermögen lagern

Hier liegt das Geld

Ein virtueller Rundgang durch die Tresore der Schweizer Banken.

Selection

NEWS GANZ KURZ

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Die Ende Oktober angekündigte Lancierung der Beteiligungsgesellschaft BB Healthcare Trust plc an der London Stock Exchange wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen eines Aktienplatzierungs-programms konnte in der Erstemission ein Platzierungsvolumen von GBP 150 Mio. realisiert werden. Der erste Handelstag im Premium Segment der Londoner Börse ist der 2. Dezember 2016 (ISIN: GB00BZCNLL95, Bloomberg-Ticker: BBH LN).

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

Zurich

Die Zurich Gruppe Deutschland hat den Altezza Bürokomplex in München erworben. Verkäufer des 2009 erbauten Bürogebäudes ist die Warburg-HIH Invest Real Estate. Über den Kaufpreis vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Beraten wurde Zurich bei der Transaktion durch Luther Köln.

BEKB

Die BEKB Roggwil wird per 30. Juni 2017 in die Niederlassung Langenthal integriert. Die betroffenen Mitarbeitenden werden bei der BEKB weiterbeschäftigt. Die Integration erfolgt, weil sich das Kundenverhalten im Bankgeschäft stark verändert hat.

UBS

Mit Blick auf die Art Basel im amerikanischen Miami fasst die Schweizer Grossbank ihre erhebliche Kunstsammlung in einem neuen Bildband zusammen. Das Buch «UBS Art Collection: To Art its Freedom» wird an Januar 2017 erhältlich sein.

Vontobel AM

Die europäische Ratingagentur Feri EuroRating Services und die Verlagsgruppe Handelsblatt haben die Schweizer Bank Vontobel als besten Asset Manager für Rohstoffe in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgezeichnet.

weitere News