Fatca nun auch in den USA unter Beschuss

Die USA bekunden je länger je mehr Mühe mit der Umsetzung von Fatca. Eine Klage von US-Bankenverbänden könnte den Prozess sogar ganz zum Erliegen bringen.

Die Klage wurde von den Bankenvereinigungen der US-Staaten Florida und Texas beim Distriktgericht Washington eingereicht. Sie richtet sich gegen die amerikanische Steuerbehörde Internal Revenue Service (IRS) und Finanzminister Jack Lew.

Mit der Klage wollen die US-Banken verhindern, ihrerseits Daten ihrer ausländischen Kunden an die jeweiligen Behörden im Ausland liefern zu müssen.

In Washington sorgt die Klage nun für Nervosität, wie die Nachrichtenagentur «Reuters» berichtet. Rechtsvertreter der IRS und des Finanzministeriums sagten an einer Anhörung vor Gericht, werde die Klage aufrechterhalten, drohe «der Verlust jeglicher Glaubwürdigkeit der USA als verlässlicher Partner in internationalen Steuerfragen».

US-Banken wollen keine Kundendaten liefern

John Harrington, ein ehemaliger Anwalt im Finanzministerium, sagte, die Klage habe eine grosse Bedeutung. «Sie beeinträchtigt die USA, Fatca-Abkommen zu verhandeln.»

Um Fatca den einzelnen Ländern schmackhafter zu machen, bieten die USA die Reziprozität des Abkommmens an: US-Banken sind angehalten, Informationen über Zinszahlungen an Kontoinhaber im Ausland zu sammeln, damit diese an ausländische Behörden transferiert werden können.

Dagegen haben die US-Banken etwas: Sie befürchten Sicherheitsrisiken für ihre ausländischen Kunden, die grossteils aus Südamerika stammen. Alex Sanchez, Präsident der Bankenvereinigung Florida sagte: «Es gibt gar keine Reziprozität. Welcher Amerikaner hat schon ein Bankkonto in Bolivien oder in Kolumbien?»

Fatca-Einführung mehrfach verzögert

Die Schweiz hat in ihrem Fatca-Abkommen auf die Reziprozität verzichtet, könnte diese aber zu einem späteren Zeitpunkt verlangen. Insgesamt bekunden die USA mehr und mehr Mühe, das komplizierte Abkommen global umzusetzen. So musste die Einführung bereits mehrmals verschoben werden; zuletzt auf Juli 2014.

Dass die US-Bankiervereinigungen die eigene Regierung dazubringen werden, Fatca aber ganz «ad acta» zu legen, ist eher unwahrscheinlich. Aber das Langfristziel des globalen automatischen Informationsaustausches rückt in immer weitere Ferne.

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NEWS GANZ KURZ

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

Gottex

Der angeschlagene Vermögensverwalter Gottex will den Nennwert seiner Aktien von 1 auf 0,10 Franken senken. Darüber sollen die Aktionäre am 30. Dezember an einer ausserordentlichen GV befinden. Das Unternehmen hat erst kürzlich die zweite Runde einer Rekapitalisierung abgeschlossen.

Generali

Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

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