Deutscher Vermögensverwalter schnappt sich drei Schweizer Top-Banker

Der deutsche Vermögensverwalter Flossbach von Storch forciert sein Geschäft in der Schweiz und holt sich Leute von der UBS und Sarasin.

Matthias Frisch 1Mit Matthias Frisch (kleines Bild links) und Peter Wild (kleines Bild darunter) hat der deutsche Vermögensverwalter Flossbach von Storch zwei langjährige Schweizer Banker in den Verwaltungsrat der Flossbach von Storch AG, Schweiz, berufen.

Gleichzeitig verantwortet der neue Geschäftsführer Kai Henke (drittes kleines Bild) ab sofort gemeinsam mit Bernd Model (viertes kleines Bild) den Schweizer Markt für den unabhängigen Multi-­Asset-­Manager, wie von dem deutschen Unternehmen am Montag zu erfahren war.

Breite Erfahrung

Peter Wild 1Mit seinen mehr als 40 Jahren Berufserfahrung in der Schweiz und den USA ist der 62-jährige Wild ein exzellenter Kenner der Finanzbranche. Er war für verschiedene Privatbanken – unter anderem Julius Bär – im Bereich Treasury und Trading tätig. Bei den letzten beiden Arbeitgebern, darunter auch Sarasin, war er zusätzlich mit dem Aufbau von Family Offices betraut.

Kai Henke 1Der 50-jährige Frisch war zuletzt Vice-­Chairman Securities EMEA und CEO der UBS Investmentbank Schweiz sowie Mitglied der Geschäftsleitung der UBS Schweiz. Während seiner 25-­jährigen Karriere war Frisch auch bei Horizon 21, Goldman Sachs und Julius Bär tätig und Vorstandsmitglied in verschiedenen Schweizer Unternehmen und Verbänden.

Wachstumspläne in der Schweiz

Bernd Model 1Der 46-jährige Henke arbeitete zuletzt bei der Bank Sarasin im Privatkundenbereich. Er verfügt über mehr als 15 Jahre Berufserfahrung und begann seine Karriere bei der Boston Consulting Group in Zürich.

«Mit diesen Personalien untermauern wir unseren Anspruch, in der Schweiz weiter zu wachsen», sagt Kurt von Storch (grosses Bild ganz oben), Präsident des Verwaltungsrats von Flossbach von Storch in der Schweiz. Die Flossbach von Storch AG, Schweiz, wurde 2006 in Zürich gegründet und arbeitet seit 2007 profitabel.

Weiterer personeller Ausbau geplant

Der Vermögensverwalter beschäftigt aktuell zehn Mitarbeiter und verwaltet mehr als 1 Milliarde Schweizer Franken für seine Privatkunden. Ein weiterer personelle Ausbau über die nächsten zwei bis drei Jahre ist vorgesehen, wie von Storch gegenüber finews.ch erklärte.

In Deutschland haben Bert Flossbach und Kurt von Storch ihr Unternehmen bereits 1998. Mit seinen mehr als 13 Milliarden Euro an verwalteten Vermögen und mehr als 100 Mitarbeitern zählt die in Köln domizilierte Firma gemäss eigenen Angaben zu den führenden unabhängigen Vermögensverwaltern in Europa.

Eigenes Weltbild

Zu den Kunden gehören institutionelle Investoren, Fondsanleger, vermögende Privatpersonen und Familien. Mittlerweile verwaltet Flossbach von Storch 15 Publikums-­ und mehr als 25 Spezialfonds.

Sämtliche Anlageentscheidungen würden auf Grund eines eigenen «Weltbildes» getroffen. Dieses dieses beruhe auf der kritischen Analyse ökonomischer sowie politischer Zusammenhänge, wie Kurt von Storch weiter ausführte.

 

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NEWS GANZ KURZ

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

Gottex

Der angeschlagene Vermögensverwalter Gottex will den Nennwert seiner Aktien von 1 auf 0,10 Franken senken. Darüber sollen die Aktionäre am 30. Dezember an einer ausserordentlichen GV befinden. Das Unternehmen hat erst kürzlich die zweite Runde einer Rekapitalisierung abgeschlossen.

Generali

Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

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