Noch ein Schrittchen hin zur iBank

Welcher Tech-Konzern wird den Banken am ehesten Konkurrenz machen? Ein weiteres Patentgesuch lässt ahnen, dass es Apple ernst meint mit dem Einstieg ins Zahlungsgeschäft.

Der kalifornische Tech-Konzern hat ein Patentgesuch eingereicht, bei dem schon der Titel aufhorchen lässt: Patentiert werden soll eine «Methode, um Zahlungsdaten durch verschiedene Luftschnittstellen zu senden, ohne die Nutzerdaten zu gefährden» («Method to send payment data through various air interfaces without compromising user data»).

Nun hat Apple bereits allerlei Patente für allerlei Zahlungsmethoden eingereicht, und der Konzern entwickelte auch eine Art Peer-to-Peer-Bezahlungssystem (das bislang freilich noch nicht auf den Markt gekommen ist). Die Fachsite «Apple Insider» weist jetzt aber darauf hin, dass die Method, um die es hier geht, nicht wie bislang Anwendungsprinzipien schützen will, sondern auf die Hardware und dabei selbst auf die Backend-Infrastruktur zielt.

Wird die Hardware ausgerüstet?

Oder anders: Apple hat offenbar für seine Mobilgeräte und für die Kassengeräte auf der Gegenseite ein Element entwickelt, das eine sichere Verbindung herstellen kann – also zum Beispiel, indem man sein Handy dereinst an die Zahlstelle hält. 

Dabei soll auch die NFC-Technologie (Near Field Communication) zum Einsatz kommen, die bisher in iPhones nicht eingebaut wurde. 

575 Millionen Kreditkarten erfasst

Die Frage ist also, ob der Konzern demnächst beginnt, Geräte mit den hier versprochenen Möglichkeiten auszurüsten.

Dass der Technologiekonzern mit einem eigenen mobilen Zahlungssystem dereinst den Banken Konkurrenz machen und seine gewaltigen Kundendaten und Geldströme hier weiter auswerten will, ist mittlerweile ein offenes Geheimnis. Seit letztem Sommer bemerkten offenbar mehrere Konzernmanager gegenüber Analysten, dass man ins Payment-Geschäft einsteigen wolle: Man habe einen Weg gefunden, den Markt in der jetzigen Form aufzumischen.

An Apples Entwickler-Konferenz WWDC vom Juni 2013 erklärte Konzernchef Tim Cook offen, dass sein Unternehmen 575 Millionen Kreditkarten in seinem System erfasst habe. Mit diesen liesse sich das neue Bezahlsystem leicht starten.

Die Kunden kämen

Auf der anderen Seite könnte Apple auch auf genügenden Zuspruch der Kunden hoffen. Das in London domizilierte Marketing- und Researchunternehmen KAE machte letztes Jahr eine Umfrage dazu: Danach könnten sich 10 Prozent der 5'092 ausgesuchten Umfrageteilnehmer in Grossbritannien und Amerika vorstellen, über Apple Bankdienstleistungen abzuwickeln, sofern der «Apfel-Konzern» diese denn auch anbieten würde. Bei den bereits vorhandenen Apple-Kunden würde der Anteil 40 Prozent erreichen.

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NEWS GANZ KURZ

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

Gottex

Der angeschlagene Vermögensverwalter Gottex will den Nennwert seiner Aktien von 1 auf 0,10 Franken senken. Darüber sollen die Aktionäre am 30. Dezember an einer ausserordentlichen GV befinden. Das Unternehmen hat erst kürzlich die zweite Runde einer Rekapitalisierung abgeschlossen.

Generali

Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

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