Der Berner Banker und Box-Tycoon

Richard Schaefer hatte einen lukrativen Job bei der UBS, als er die Branche wechselte: Vom Banking ins Boxing. Jetzt ist seine Karriere als erfolgreichster Promoter des Sports zu Ende.

Er gilt als der Banker mit dem goldenen Punch: Richard Schaefer, geboren in Bern, ist der wohl der erfolgreichste Box-Promoter aller Zeiten. Oder er war es: Denn Schaefer ist als Chef der Firma Golden Boy Promotions diese Woche zurückgetreten.

«Ich war im Banking erfolgreich, ich war im Boxen erfolgreich, und jetzt freue ich mich auf die nächste Chance», zitieren US-Medien aus seinem Communiqué.

Schaefer war in aussichtsreicher Stellung bei der noch jungen UBS in den USA gewesen, als er im Jahr 2000 einen Karrierewechsel wagte, der vor allem seinem Vater, der Chef-Buchhalter beim ehemaligen Schweizerischen Bankverein war, missfiel: Richard Schaefer liess sich von Oscar De La Hoya anstellen.

Erst Berater dann Manager

Der mehrfache Box-Weltmeister und Olympiasieger brauchte einen Finanzfachmann, um seine Karriere wieder in die Gänge zu bringen, wie es in einem Porträt auf der Boxing-Seite «secondsout.com» heisst.

Schaefer schien der Richtige dafür zu sein. Die beiden hatten sich 1995 beim Golfspielen kennengelernt und Schaefer hatte De La Hoya bereits als Banker beraten.

Der «Golden Boy», wie De La Hoya aufgrund seiner filigranen Box-Technik und seines Aussehens genannt wurde, wollte aber mehr: Er wollte seine Popularität im US-Hispanischen Markt auch nach seiner auslaufenden aktiven Karriere weiter vergolden, wusste aber nicht wie.

Schaefer wusste es anfangs auch nicht, aber er sah das riesige Potenzial. Seinen Geschäftssinn hatte der Schweizer bereits als Banker in den USA gewinnbringend eingesetzt und es in der UBS zum stellvertretenden Leiter des Wealth Managements in den USA gebracht.

Nicht die Millionäre angehen, sondern gleich die Milliardäre

Er hatte das Onshore-Geschäft mit Superreichen für den Bankverein in Südkalifornien aufgebaut. Die Hälfte der reichsten Amerikaner im Westen des Landes habe er als Kunden gehabt, sagte Schaefer.

Er gab es auf für das Boxen. Mit De La Hoya als Zugpferd stieg die neu gegründete Firma Golden Boy ins hart umkämpfte Promotion-Geschäft ein. Der Durchbruch kam 2003, als Schaefer mit dem Kabelsender HBO eine Latino-Box-Serie lancierte: Oscar De La Hoya Presenta Boxeo de Oro war geboren.

Wie Schaefer es geschafft hatte, HBO zu gewinnen? «Als ich in Los Angeles für die Bank Kunden akquirierte, ging ich auch nicht auf Millionäre zu, sondern gleich auf Milliardäre. Mit Golden Boys machte ich es auch so: Ich ging gleich zu HBO», erzählte er in dem «secondsout»-Porträt.

Unberechenbarer Partner

Golden Boy Promotions stellte in den folgenden Jahren Don King in den Schatten und auch Bob Arum. Die beiden hatten das Box-Geschäft bislang unter sich. Arum war früher auch De La Hoyas Manager gewesen.

Risse in der erfolgreichen Partnerschaft Schaefer-De-La-Hoya haben sich bereits vor Monaten gebildet. US-Medien berichteten über Streitigkeiten über die zukünftige Ausrichtung der Firma. Ausserdem belasteten De La Hoyas Eskapaden mit Frauen, Alkohol und Drogen das Geschäft.

Zuletzt hatte er öffentlich sein Interesse kundgetan, wieder mit Bob Arum zusammenzuarbeiten. Mit Arum lieferte sich Schaefer jahrelang einen «Kalten Krieg» ums Box-Geschäft. Diesen scheint der Banker aus Bern nun verloren zu haben. Mit 53 Jahren steht der nächsten Karriere Schaefers aber nichts im Wege.

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NEWS GANZ KURZ

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

Gottex

Der angeschlagene Vermögensverwalter Gottex will den Nennwert seiner Aktien von 1 auf 0,10 Franken senken. Darüber sollen die Aktionäre am 30. Dezember an einer ausserordentlichen GV befinden. Das Unternehmen hat erst kürzlich die zweite Runde einer Rekapitalisierung abgeschlossen.

Generali

Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

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