Top-Job bei Julius Bär – und jetzt macht sie das

Aussteigen und was anderes machen: Das ist der Wunsch vieler Banker. Kathryn Cicoletti erfüllte sich diesen Traum. Ihre Passion gilt nach wie vor der Welt der Finanzen – aber sie lebt diese Leidenschaft heute anders aus.

Zum Schluss ihrer Karriere verdiente Kathryn Cicoletti (Bild) gut 600'000 Dollar im Jahr, reiste viel, traf die besten Hedge-Funds-Manager der Welt – und wurde von ihrem Chef bekniet, den Job nicht hinzuschmeissen.

Aber nach 13 Jahren in der Finanzbranche war die blonde Kalifornierin «zu Tode gelangweilt», wie sie der Wirtschaftsnachrichten-Plattform «Fast Company» erzählte.

«Finanzleute nerven»

Sie war mit 26 Jahren die jüngste Senior Analystin in ihrem Team bei Julius Bär und anschliessend bei GAM, wo sie für die Prüfung von Hedge-Funds zuständig war. Dabei bekam sie über die Jahre offenbar so viel inhaltsloses Geschwätz über Finanzen zu hören, dass sie die Lust an ihrem Job verlor.

Aber nicht ganz: Finanzthemen, glaubte Cicoletti, sind gar nicht so langweilig, wenn man sie aus einem anderen Blickwinkel beleuchtet und einen unkonventionellen Weg wählt, sie zu erklären. Dadurch würden sich auch mehr Leute dafür interessieren.

Was aus dieser Idee entstand, ist heute ihr Unternehmen «MakinSenseBabe». Eine Website, auf der Cicoletti in Artikeln und Videos Finanz- und Anlagethemen in eine Sprache übersetzt, die jeder versteht. Ihr Claim lautet: «The Money Site For Non-Finance People. Finance People Are Annoying».

Jon Stewart der Finanzwelt

Cicoletti geht es darum, einerseits der Finanzbranche den Spiegel vorzuhalten, andererseits aber auch darum, den Menschen mehr Finanzwissen beizubringen und die «Financial Literacy» zu fördern. Vor allem aber will sie eines: Die Menschen unterhalten.

Dabei paart sie Respektlosigkeit mit Frechheit und Komik, so dass sie von «Forbes» bereits mit Jon Stewart von «The Daily Show» verglichen wurde.

Best F@#king

Es ist aber nicht alles nur Ironie und Schadenfreude: Für 12 Dollar im Monat bietet sie in einem Newsletter Anlage-Ratschläge an, die einfach und günstig umgesetzt werden können. Ihren komisch-respektlosen Stil hält Cicoletti darin aber bei.

Der Newsletter heisst «The Best F@#king Investment Cheat Sheet».

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NEWS GANZ KURZ

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

Gottex

Der angeschlagene Vermögensverwalter Gottex will den Nennwert seiner Aktien von 1 auf 0,10 Franken senken. Darüber sollen die Aktionäre am 30. Dezember an einer ausserordentlichen GV befinden. Das Unternehmen hat erst kürzlich die zweite Runde einer Rekapitalisierung abgeschlossen.

Generali

Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

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