Verschärfte Spielregeln im Russen-Banking

Die Schweizer Behörden ziehen die Schraube bei den Russland-Sanktionen nochmals an. Das wirft ein Schlaglicht auf das boomende Osteuropa-Geschäft der Banken.

Die Schweiz gilt als wichtige Drehscheibe für Finanzgeschäfte mit Russland. In Genf werden mehr als 70 Prozent des russischen Öls gehandelt. Russische Firmen nahmen bei hiesigen Investoren in den letzten Jahren Hunderte Millionen Franken an Krediten auf. Und Schweizer Privatbanken reissen sich um die schwerreiche russische Kundschaft.

Doch seit dem Sommer hängt ein Schatten über dem einträglichen Geschäft.

Im Zuge der Ukraine-Krise haben nicht nur USA und EU, sondern auch die Schweiz Wirtschafts-Sanktionen gegenüber Russland ergriffen. Das für die Massnahmen zuständige Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) hat auf Verordnung des Bundesrats hin heute Donnerstag die Schraube nochmals angezogen.

Keine neuen Geschäfte mehr

So werden die Sanktionen gegenüber fünf Banken, sechs Unternehmen sowie gegen zahlreichen Einzelpersonen aus Russland nochmals deutlich verschärft. So sind Neuemissionen von Finanzinstrumenten mit einer Laufzeit von mehr als 30 Tagen sowie Darlehen mit einer Laufzeit von mehr als 30 Tagen ab sofort bewilligungspflichtig – genau wie der Sekundärhandel mit ausserhalb der Schweiz neu aufgelegten Finanzinstrumenten.

Auch die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma) vermeldete die verschäften Sanktionsbedingungen routinemässig auf ihrer Webseite. Die Aufsicht forderte die Schweizer Finanzakteure auf, keine neuen Geschäftsbeziehungen mit sanktionierten Parteien zu eröffnen und bestehende Geschäftsbeziehungen dem Seco zu melden.

Im Ruf eines Schlupflochs

Ganz offensichtlich wollen die Schweizer Behörden verhindern, dass die Schweiz in den Ruf eines Schlupflochs gerät. Das galt es immer wieder zu befürchten, etwa nach einem Interview, das Viktor Borisenko dem deutschen Fernsehsender «ARD» letzten August gab. Der Schweiz-Chef der russischen Vnesheconombank lobte damals die Schweiz als «guten Standort.»

Inzwischen ist die Vnesheconombank in der Schweiz sanktioniert, genau wie die teils in der Schweiz tätigen Sberbank, VTB, Gazprombank und Rosselkhozbank.

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NEWS GANZ KURZ

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Die Ende Oktober angekündigte Lancierung der Beteiligungsgesellschaft BB Healthcare Trust plc an der London Stock Exchange wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen eines Aktienplatzierungs-programms konnte in der Erstemission ein Platzierungsvolumen von GBP 150 Mio. realisiert werden. Der erste Handelstag im Premium Segment der Londoner Börse ist der 2. Dezember 2016 (ISIN: GB00BZCNLL95, Bloomberg-Ticker: BBH LN).

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

Zurich

Die Zurich Gruppe Deutschland hat den Altezza Bürokomplex in München erworben. Verkäufer des 2009 erbauten Bürogebäudes ist die Warburg-HIH Invest Real Estate. Über den Kaufpreis vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Beraten wurde Zurich bei der Transaktion durch Luther Köln.

BEKB

Die BEKB Roggwil wird per 30. Juni 2017 in die Niederlassung Langenthal integriert. Die betroffenen Mitarbeitenden werden bei der BEKB weiterbeschäftigt. Die Integration erfolgt, weil sich das Kundenverhalten im Bankgeschäft stark verändert hat.

UBS

Mit Blick auf die Art Basel im amerikanischen Miami fasst die Schweizer Grossbank ihre erhebliche Kunstsammlung in einem neuen Bildband zusammen. Das Buch «UBS Art Collection: To Art its Freedom» wird an Januar 2017 erhältlich sein.

Vontobel AM

Die europäische Ratingagentur Feri EuroRating Services und die Verlagsgruppe Handelsblatt haben die Schweizer Bank Vontobel als besten Asset Manager für Rohstoffe in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgezeichnet.

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