«Gold ist Geld – alles andere ist Kredit»

Die Blicke vieler Menschen im Ausland seien nun auf unser Land und vor allem auf die Goldinitiative gerichtet, sagt der Edelmetall-Experte Claudio Grass. Ende November biete sich eine grosse Chance, die Goldanbindung des Franken in der Schweiz wieder einzuführen.

claudio-grass 190Von Claudio Grass, Geschäftsführer der Firma Global Gold in der Schweiz

Über Jahrhunderte war die Goldanbindung der Garant für Eigenständigkeit, Stabilität, Wohlstand und Freiheit, da sie in erster Linie Schutz vor staatlicher Willkür bot.

Bis Ende der neunziger Jahre hatte die Schweiz in der Verfassung verankert eine Goldanbindung von 40 Prozent verankert und limitierte somit die Macht der Zentralbank aus dem Nichts Geld zu schöpfen. Denn eine Schwächung der Währung hat niemals Reichtum erschaffen, sondern lediglich die Umverteilung auf Kosten der normalen Bürgern zu «Interessengruppen und Lobbyisten» im eigenen Land ermöglicht.

Schutz vor totalitärem Staat

Die föderale Schweiz ist die letzte Bastion der Freiheit, wo die Menschen der Politik Einhalt gebieten können, indem sie Initiativen einreichen oder Referenden ergreifen – Privilegien, die den Bürger zum wahren Souverän machen und ihn vor einem totalitären Staat schützen.

Aristoteles interpretierte «Demos» mit «das Dorf» und «Kratia» mit «Herrschaft». Daraus lässt sich folgern: Demokratie wird nur dann nicht zum «wilden Tier», wenn die Macht so tief wie möglich begrenzt wird, und die Menschen lediglich über Dinge abstimmen dürfen, welche sie direkt betreffen.

Zum steuerzahlenden Subjekt verkommen

Ein Blick ins Ausland genügt um zu erkennen, dass unser schweizerisches Modell die individuelle Freiheit und damit die Eigentumsrechte besser schützt, als alle uns umgebenden zentralistischen Staatsmodelle, wobei die Politiker sämtliche Entscheidungen treffen und das Volk zum steuerzahlenden Subjekt verkommen ist.

Wie wichtig dabei eine eigenständige Währung als Basis für eine freiheitliche Ordnung ist, hat Alan Greenspan bereits 1967 in seinem Aufsatz «Gold und wirtschaftliche Freiheit» verfasst, bevor er sich dazu entschloss die Seiten zu wechseln:

Dieses schäbige Geheimnis

«Ohne den Goldstandard gibt es keine Möglichkeit, Ersparnisse vor der Enteignung durch Inflation zu schützen. Es gibt dann kein sicheres Wertaufbewahrungsmittel mehr. (...) Die Finanzpolitik des Wohlfahrtsstaates verlangt, dass es für die Besitzer von Vermögen keine Möglichkeit gibt, sich zu schützen. (...) Dies ist das schäbige Geheimnis, dass hinter der Verteufelung des Goldes durch die Verfechter des Wohlfahrtsstaates steckt. Kreditfinanzierte Staatsausgaben sind schlicht und ergreifend ein System zur «versteckten» Enteignung von Vermögen.»

Und weiter: «Gold steht diesem hinterhältigen Prozess im Weg. Es steht für den Schutz von Eigentum. Wenn man das begriffen hat, versteht man auch die Feindschaft der Etatisten gegen den Goldstandard.»

Die Schweizerische Nationalbank hat ihre Bilanz seit 2008 verfünffacht und damit alles erdenkliche getan, um unsere Exportindustrie und Bankenbranche (vor allem die UBS) zum Nachteil und auf Kosten der Sparer und Arbeitnehmer in diesem Land zu privilegieren. Dabei beweist die Geschichte, dass diese Geldpolitik nicht funktioniert und die Schwächung der Währung nur kurzfristig Abhilfe schafft.

Dezimierung des Mittelstands

Keine der 50 Hyperinflationen im 20. Jahrhundert hätten wir erlebt, wenn es möglich wäre, mit aus dem Nichts erschaffenen Geld Wohlstand zu schaffen. Es schwächt einzig und allein die Kaufkraft des Geldes und privilegiert diejenigen, die das neu geschaffene Geld zuerst bekommen und damit in der Lage sind Güter zu bestehenden Preisen zu kaufen. Dies ist der Hauptgrund für die Dezimierung des Mittelstandes und das auseinanderklaffen der Wohlstandsschere.

Eine zusätzliche Geldschöpfung kann für eine begrenzte Zeit zu einem künstlichen Aufschwung führen. Allerdings ist die Konsequenz, dass je länger man eine ungedeckte und expansive Geldschöpfung betreibt, der Zusammenbruch umso stärker ist. Diese Geldflut führt zu einer Inflationierung, die sich in höheren Konsumentenpreisen auswirkt oder, wie wir in den letzten Jahren gesehen haben, zu Scheinbooms insbesondere an den Aktien- und Immobilienmärkten führt.

Alles andere ist Kredit

Diese Boom-Phasen sind nicht nachhaltig und müssen sich früher oder später korrigieren. John Pierpont (J.P.) Morgan sagte einst: «Gold ist Geld – alles andere ist Kredit.»

Hier noch ein kurzer Abriss zum Thema «Monetäre Geschichte und die Entstehung des Bankensystems».

 

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NEWS GANZ KURZ

SNB

Nach einem verlustreichen Vorjahressemester wegen der Aufgabe des Euro-Mindestkurses erzielte die Schweizerische Nationalbank (SNB) im Halbjahr 2016 einen Gewinn von 21,3 Milliarden Franken. Die Zentralbank profitiert dabei vor allem von Wertzuwächsen im Devisen- und Goldportfolio.

Spar- und Leihkasse Bucheggberg

Die Solothurner Regionalbank hat im ersten Semester des laufenden Jahres den Halbjahresgewinn um 1,7 Prozent steigern können. Im wichtigsten Ertragspfeiler, dem Zinsengeschäft, kletterte der Brutto-Erfolg im Vergleich zum Vorjahr dank höheren Volumen um 2,9 Prozent auf 3,7 Millionen Franken.

Banque Profil de Gestion

Die Genfer Privatbank hat im ersten Halbjahr 2016 wiederum einen kleinen Gewinn erzielt: Nach 100'000 Franken im Vorjahr waren es diesmal 30'000 Franken mehr. Operativ gab es ein Plus von 260'000 Franken nach einem Verlust ein Jahr davor. Vor allem das Zins- und das Handelsergebnis legten deutlich zu, derweil das Kommissionsergebnis stagnierte.

Thurgauer Kantonalbank

Die Thurgauer Kantonalbank (TKB) hat das US-Steuerprogramm abgeschlossen, ohne eine Zahlung leisten zu müssen. Die TKB war in der Kategorie 3 des Programms. Sie hat nun vom amerikanischen Justizdepartement (DoJ) einen Non-Target Letter erhalten, womit das Programm abgeschlossen ist.

Walliser Kantonalbank

Das Staatsinstitut hat im ersten Halbjahr 2016 sowohl ein leicht höheres operatives Ergebnis als auch etwas mehr Gewinn verzeichnet. Im wichtigen Zinsen-Geschäft stieg der Bruttoerfolg um 1,8 Prozent auf rund 80 Millionen Franken. Für das Gesamtjahr erwartet die Kantonalbank weiterhin einen Gewinn auf der Höhe des Vorjahres.

VP Bank

Die Ratingagentur Standard & Poor’s hat das «A–»-Rating für die VP Bank bestätigt und erhöht den Ausblick von «Negative» auf «Stable». Damit würden die operativen Fortschritte der VP Bank und die Bewirtschaftung der Risiken sowie die starke Kapitalausstattung und die erfolgreiche Integration der Centrum Bank berücksichtigt, hiess es.

Clientis Bank im Thal

Die Regionalbank hat den Halbjahresgewinn im Vergleich zum Vorjahr deutlich um über 30 Prozent auf 385'000 Franken gesteigert. Dazu beigetragen hat das gute Zinsengeschäft mit einem Plus von 11,4 Prozent auf 2,1 Millionen Franken.

Crealogix

Das Bankenberatungszentrum St. Gallen und Crealogix haben eine Partnerschaft für die betriebliche Aus- und Weiterbildung im Finanzbereich beschlossen: Mit der Lösung «I know! Banking» bieten die beiden Unternehmen eine Cloud-Lösung mit digitalen Lerninhalten zu den wichtigsten Themen im Banking an.

Compagnie Financière Tradition

Das Lausanner Brokerhaus hat im ersten Semester 2016 einen stabilen Ertrag von 425 Millionen Franken erzielt. Zu konstanten Wechselkursen entspricht dies allerdings einem Rückgang um 1,6 Prozent.

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