Peter Sigg: «Wie ein Think Tank für die Rohstoffbranche»

Der LGT-Fondsmanager Peter Sigg initiierte im Herbst 2012 den Commodity Club Switzerland. Mittlerweile zählt die Plattform gut 50 Mitglieder, nimmt politisch zu Rohstoff-Themen Stellung und kooperiert mit einigen Grössen der Schweizer Wirtschaft. Nun erhält der Club auch eine internationale Dimension.    


Herr Sigg, Sie haben den Commodity Club Switzerland vor zweieinhalb Jahren gegründet. Was war Ihre Absicht?

Der Club bringt Experten entlang der gesamten Rohstoff-Wertschöpfungskette zusammen und hat zum Ziel, das Verständnis für die verschiedenen Bereiche des Rohstoffgeschäfts zu fördern. Diese gesamtheitliche Sicht ist einzigartig und verschafft den Mitgliedern einen eindeutigen Mehrwert (vgl. Grafik).

Commodity Grafik 1

Was möchten Sie mit dem Club bezwecken?

Der Club versteht sich als Kompetenzzentrum und versucht, Rohstoff-Expertise zu bündeln und den Informationsfluss zwischen den Stakeholdern und der Branche zu verbessern. Denn Stakeholder wie der Staat (als Regulator), Nichtregierungs-Organisationen (NGO), Rohstoffkonsumenten und die Medien haben viele Fragen zur Rohstoffindustrie und stehen der Branche auch kritisch gegenüber.


«Wir sind zwischen den Stakeholdern positioniert»


Gleichzeitig ist es für manche Unternehmen mit einem engem Bezug zum Rohstoffgeschäft manchmal schwierig, die Anliegen und Forderungen der Stakeholder richtig zu interpretieren. Vor diesem Hintergrund positioniert sich der Club zwischen diesen Gruppen und will das gegenseitige Verständnis verbessern.

Wie sieht das in der Praxis aus?

Wir organisieren Weiterbildungsprogramme, führen Forschungsprojekte durch, veröffentlichen Publikationen und veranstalten Podiumsdiskussionen sowie Vortragsveranstaltungen. Zudem sind Spezialisten als Vertreter des Clubs in Expertengruppen der Economiesuisse, der Schweizerischen Bankiervereinigung und der Swiss Fund & Asset Management Association (Sfama) involviert. Dort bringen sie ihre Expertise ein und stellen die Funktionsweise von komplexen Geschäftsfeldern strukturiert dar (vgl. Grafik).

Commodity Grafik 2

Während unseren Veranstaltungen können die Mitglieder zudem ihr Kontaktnetz erweitern und Geschäftslösungen erarbeiten. Schliesslich will der Club als Think Tank agieren und Gestaltungsmöglichkeiten innerhalb der Rohstoffbranche aufzeigen.

Welche zentralen Themen beschäftigen Sie derzeit?

Es sind deren drei. Das erste ist «Nachfrage/Angebot und Preise». Hier geht es darum, die Dynamik und die Entwicklung von Nachfrage und Angebot in einzelnen Sektoren besser zu verstehen und Preiserwartungen zu formulieren. Dies soll Mitglieder dabei unterstützen, sich in ihrem spezifischen Markt richtig zu positionieren.


«Wir haben ein Faktenpapier zur Juso-Initiative»


Das zweite Thema ist «Regulation». Hier fokussiert sich der Club unter anderem auf die Agrar-Spekulationsstopp-Initiative der Jungsozialisten (JUSO), welche Termingeschäfte in Agrarrohstoffen verbieten möchte. Dazu hat der Club ein Faktenpapier verfasst, da es aus unserer Sicht zentral ist, die Funktionsweise von Rohstoffmärkten verständlich und faktenbasiert zu erklären.

Das dritte Thema ist «Nachhaltigkeit». Im Rohstoffbereich gibt es zahlreiche Bestrebungen, die Produktionsstandards weiter zu entwickeln und nachhaltige Wertschöpfungsketten aufzubauen. Hier möchten wir Lösungsansätze begleiten und Innovationen fördern.

Wer treibt das Ganze an?

Wir haben einen höchst aktiven Vorstand, der sich mit Herzblut für die Idee engagiert. Unser Vizepräsident Alex Tobler, unser Kassier Camillo Zbinden (Société Générale), unser Experte für Forschungsfragen Marco Haase (Universität Basel), meine Wenigkeit (Peter Sigg, LGT Capital Partners) sowie weitere Berater von der physischen Rohstoffseite garantieren die breite Abstützung entlang der Wertschöpfungskette.


«Wir haben klare Aufnahmekriterien definiert»


Da alle Vorstandsmitglieder in der Rohstoffbranche tätig sind, besteht ein enger Bezug zu aktuellen Themen aus dem Tagesgeschäft, aber auch zu längerfristigen und strategischen Themen, welche die Branche in Zukunft beschäftigen werden.

Was haben Sie bereits erreicht?

Die Mitglieder arbeiten in spezifischen Bereichen entlang der gesamten Rohstoff-Wertschöpfungskette. Folglich gehören Rohstoffproduzenten, physische Rohstoffhändler, Projekt- und Handelsfinanzierungsexperten, Investmentspezialisten, Forscher von Universitäten und weitere internationale Rohstoffexperten zu den Gestaltern des Clubs.

Was sind Ihre nächsten Ziele?

Wir haben klar definierte Aufnahmekriterien und suchen Persönlichkeiten mit einer dezidierten Rohstoffexpertise und aktivem Engagement im Club. Alle diese Faktoren machen den Club zu einer spannenden und dynamischen Plattform, auf der sich Experten informell austauschen können.


«Neuerdings auch internationales Interesse»


Unser Engagement im Rohstoffbereich sowie die interdisziplinäre und internationale Ausrichtung haben meines Erachtens dazu beigetragen, den Club erfolgreich zu etablieren. In den vergangenen Monaten haben wir vermehrt auch Neu-Mitgliedschaften von international ausgerichteten Firmen entgegegennehmen können, die unsere Idee mittragen und weiterentwickeln möchten.


Peter Sigg ist Fondsmanager von Rohstoffanlagen und leitet den Bereich Commodity Products der LGT Capital Partners. Er ist zudem Gründer und Präsident des Commodity Club Switzerland und Dozent am Institut für Finanzdienstleistungen Zug (IFZ) der Hochschule Luzern.

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Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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