Swiss Banking: Good Morning Vietnam

Szene aus dem Film «Good Morning Vietnam»

Während das Swiss Banking hierzulande nicht aus der Sinnkrise herauskommt, feiert es im fernen Vietnam fröhliche Urständ.

Kommen die besten Swiss Private Banker schon bald aus Vietnam? Ausgeschlossen ist das nicht, sofern man die Bemühungen der Schweizer Behörden und des Swiss Finance Institute (SFI) anschaut.

Denn dieser Tage hat in den beiden vietnamesischen Grossstädten Hanoi und Ho-Chi-Minh-City das zweite «Bank Director’s Training» begonnen.

Ein Millionen-Investment

Im Rahmen dieses zweijährigen Ausbildungsprogramms, verteilt auf 48 Tage, werden insgesamt 80 vietnamesische Bankangestellte mit den Tugenden und Gepflogenheiten im Swiss Banking vertraut gemacht, wie Robert «Rob» Straw, Ausbildungsleiter beim SFI, im Gespräch mit finews.ch erklärt.

Der Lehrgang in Vietnam, den das SFI im Auftrag des Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) mit der State Bank of Vietnam (SBV) durchführt, ist Teil einer grossangelegten Entwicklungszusammenarbeit, in das die Schweiz über drei Jahre rund 100 Millionen Franken investiert.

Gefragt: Banking in Reinkultur

Das ist vermutlich nicht die schlechteste Investitionen und erst noch eine gute Visitenkarte für das Swiss Banking, das in unseren Breitengraden seit einigen Jahren unter einem enormen Reputationsdruck steht.

Nicht so in Vietnam, wo derzeit 44 Finanzinstitute tätig sind und sich vielfach in einer Phase der Ablösung vom Staat befinden, sprich mittelfristig privatisiert werden sollen. Verständlich also, dass das Interesse der dortigen Manager an Banking in Reinkultur sehr gross ist – zumal es bereits zwischen 2009 und 2011 einen solchen Lehrgang gegeben hat, der offenbar ein voller Erfolg war, wie sich rasch einmal herumsprach.

Ein ausgeklügeltes Programm

Tatsächlich war auch diesmal der Lehrgang schon rasch nach seiner Ausschreibung wieder überbucht, wie Rob Straw ausführt. Kommt hinzu, dass Vietnam zu jenen aufstrebenden Volkswirtschaften in Asien gehört, wo Bankdienstleistungen aller Art in absehbarer Zukunft eine immense Bedeutung erlangen werden, zumal sich eine wachsende Mittelschicht dafür interessiert.

Das «Bank Directors’ Training» ist ein ausgeklügeltes Programm, das darauf abzielt, insbesondere nachhaltige Kompetenzen im Bankmanagement (sozusagen analog zu einer vernünftigen Entwicklungshilfe) zu vermitteln, so dass der Lehrgang mittelfristig zu einem Selbstläufer wird.

Hochkarätige Experten-Crew aus der Schweiz

Vor diesem Hintergrund erklärt sich auch, dass ein Schwerpunkt der Ausbildung darin besteht, Teilnehmer zu lokalen Ausbildern zu machen. E-Learning, Video-Training und praxisbezogene Beispiele sorgen ausserdem dafür, dass das Programm mit den neusten Mitteln, auch technologisch, durchgeführt wird.

Eine Reihe von Persönlichkeiten aus der Schweizer Finanzbranche sorgen vor Ort in mehrtägigen Modulen zu Themen wie Core Banking, Risk Management, Leadership und Strategic Business Orientation für hochkarätigen Input. Zu den Dozenten gehören unter anderem Reto Kunz, Urs Zulauf, Reto Donatsch oder Alfred Mettler.

Belohnung für die Besten

Wie Rob Straw im Gespräch weiter betont, werden die zehn besten Absolventen des Programms in die Schweiz eingeladen, wo sie unter anderem das Seco in Bern, die Schweizerische Nationalbank in Zürich sowie verschiedene Banken, aber auch touristische Sehenswürdigkeiten besuchen werden.

Das dürfte zweifelsohne bleibende Eindrücke vermitteln, die auch dem Image des Swiss Banking zuträglich sein dürften – insofern könnte es in einigen Jahren durchaus denkbar sein, dass ein Vietnamese die Leitung einer Schweizer Bank übernimmt – ein Ivorer tut es ja bereits.

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NEWS GANZ KURZ

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

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