Sind Golfer die besseren Asset Manager?

Die Renditen grosser Asset Manager sind von vielerlei Faktoren abhängig. In erster Linie würde man sagen: vom Markt und von der Expertise der Portfoliomanager. Nun wollen aber zwei Professoren herausgefunden haben: Golf spielen ist auch ein Faktor.

Die Hypothese in der Studie namens «Heard on the Green: Sociability Golf Courses, and the Performance of Institutional Investors» lautet: Asset Manager, die ein hochwertiges Sozialnetz pflegen, sind bessere Investoren.

Und wo werden diese Sozialnetze gepflegt? Zum Beispiel auf dem Golfplatz. Die Konklusion des Thesenpapiers: Golfspielende Asset Manager erzielen demnach bessere Renditen.

Ergebnisse liefern den Beleg

Die Konklusion mag zwar hanebüchen erscheinen. Aber die Daten der beiden an der Singapurer Nanyang Universität lehrenden Professoren zeigen: Tatsächlich erzielen Golf spielende Asset Manager mit ihren Portfolios im Vergleich zum Benchmark deutlich bessere Renditen.

Bevor nun Asset Manager sich auf den nächsten Golfkurs begeben, um ihre Performance aufzupolieren, und Kunden im Internet nach Golf spielenden Fondsmanagern suchen, muss man zu dieser Studie wissen: Die Methodik der beiden Professoren ist nicht über alle Zweifel erhaben, wie auch die Reserach-Abteilung des US-Fondsanalyse-Hauses Morningstar findet.

Erster Fehler:

Die Autoren der Studie wissen nicht, welche Asset Manager überhaupt Golf spielen. Also behalfen sie sich damit, indem sie eruierten, welche Asset Manager ihren Firmensitz in der Nähe eines Golfplatzes haben. Die Annahme: Je näher am Goldplatz, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass ein Asset Manager Golf spielt.

Zweiter Fehler:

Die Autoren wissen nicht, wo die Asset Manager wohnen. Sie wissen nur, wo die Firma ihren Sitz hat. Die Annahme: Je näher der Sitz eines Asset-Management-Unternehmens an einem Golfplatz, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass die Angestellten regelmässig Golf spielen.

Dritter Fehler:

Die Autoren gehen davon aus, dass die besten Anlegertipps auf prestigereichen Golfplätzen erhältlich sind, die aber auch offen für ein breiteres Publikum sind. Woher die Autoren das wissen, ist schleierhaft.

Vierter Fehler:

Die Autoren haben von der US-Geographie keine Ahnung. Das zeigt sich anhand der an sich interessanten Feststellung, dass die Performances der Golf spielenden Asset Manager – oder vielmehr in der Nähe eines Golfplatzes arbeitenden – noch besser sind, wenn ein grosses Golf-Turnier gespielt wird.

Der Beweis: Als 2013 die PGA Championship in Oak Hill Rochester im Bundesstaat New York stattfanden, seien die Renditen der in New York City arbeitenden Geldmanager gestiegen. Ein Blick auf die Karte zeigt, dass Rochester ein paar hundert Meilen von New York entfernt ist. Von Nähe keine Spur.

Und dann das Wetter...

Aber die Resultate stimmen – Golf und Asset Management sind ein gewinnbringendes Paar – sofern das Wetter stimmt. Denn die Autoren wollen auch noch festgestellt haben, dass bei längeren Schlechtwetter-Perioden die Returns leiden.

Der Grund ist sonnenklar: Bei schlechtem Wetter spielen die Asset Manager kein Golf. Vielleicht ist das auch besser so – entgegen der Annahme dieser Studie.

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Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

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Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

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