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Mobile Banking: Verpassen die Schweizer den Trend? PDF Drucken Diesen Beitrag per E-Mail weiterempfehlen
Montag, den 26. Oktober 2009 um 08:58 Uhr

Beim Einsatz von neuen Internet-Technologien wie Corporate-Twitter oder iPhone-Apps sind viele Schweizer Banken noch zögerlich.

In den USA bietet sei einigen Wochen die Gesellschaftsbank Vantage Credit Union ihren Kunden die Möglichkeit, einfache Kontoinformationen, beispielsweise den Kontostand, via Twitter abzurufen. Hierbei muss sich der Anwender also nicht mehr via Online-Portal anmelden, sondern kann dies bequem über einen Twitter-Kanal erledigen.

Ähnliche Applikationen von Schweizer Banken vermisst man hierzulande. Viele Banken ziehen den Einsatz von Twitter erst gar nicht in Betracht, wie Recherchen von finews.ch ergaben. Die Kundensicherheit habe Vorrang, heisst es bei den meisten Instituten. Die Einsatzmöglichkeiten von Twitter gehen jedoch über das oben genannte Beispiel hinaus.

ZKB hat Corporate Twitter im Auge

Es würde eine einfache Möglichkeit bieten, um live mit – potentiellen –  Kunden ins Gespräch zu kommen oder einfache Support-Anfragen abzuhandeln. Einzig die ZKB hält sich die Corporate–Twitter-Option offen: «Wir beobachten die Szene und könnten jederzeit am Markt auf diesem Kanal aktiv werden», heisst es von der Pressestelle.

Neben der Sicherheit spielt die Nachfrage am Beispiel der Schweiz eine wichtige Rolle. Der Schweizer Markt ist auf Grund seiner geringeren Grösse kaum mit dem amerikanischen zu vergleichen und folglich ist es fraglich, ob sich die Entwicklung einer solchen Applikation hier überhaupt bezahlt machen würde.

Bankgeheimnis und Sicherheit stehen im Wege

Überaus grössere Beliebtheit in der Schweiz freut sich das iPhone. Für Apples Smartphone sind auch bereits einige erfolgreiche Programme erschienen. Es kann beispielsweise der gesamte SBB-Fahrplan über eine spezielle Applikation live vom auf das Telefon übertragen werden – Ticketkauf inklusive.

Für viele Banken birgt jedoch der Umstieg auf mobile grosse Gefahren. Sicherheit habe die höchste Priorität, lässt die Credit Suisse verlauten: «In der Schweiz haben wir das zum Beispiel gesetzlich verankerte Bankkundengeheimnis. Weiter ist der Credit Suisse die Sicherheit ein sehr wichtiges Anliegen und Sicherheitsaspekte haben Priorität vor der Vielfalt von möglichen Kommunikationsmitteln.»

Dieses Kredo ist an sich lobenswert, steht aber im Widerspruch zum Online-Banking. Bei der Verwendung einer iPhone-Applikation würde genau wie beim Online-Banking Kundendaten über eine sichere Verbindung über das Internet übermittelt. Bereits viele Bank-Kunden nutzen diese Möglichkeit von unterwegs über den Laptop. Wo liegt hierbei also das grosse Sicherheitsrisiko?

Und es geht ja doch

swissquoteDass mobile Geräte kein grösseres Sicherheitsrisiko als das konventionelle Online-Banking darstellen, hat eine Schweizer Bank bereits erkannt: Swissquote. Diese bietet seit wenigen Monaten eine iPhone-Applikation an. Über diese können die Bankgeschäfte von Apples Mobiltelefon verrichtet werden. Und auch die ZKB zeigt sich offen für diese Option: «Mobile Banking/iPhone-Apps könnten für die ZKB künftig durchaus eine Option darstellen. Insbesondere für Informationen.»

Die jüngere Generationen bedient sich zur Informationsbeschaffung und Kommunikation am liebsten des Internets. Bei den Jungen liegen auch die Social-Networkts wie Facebook und MySpace hoch im Trend. Diese Plattformen werden von den Finanzinstituten jedoch nicht genutzt. «Alle unsere Kundinnen und Kunden haben eine definierte Kontaktstelle, in der Regel einen persönlichen Kundenberater», lässt die Credit Suisse verlauten.

Dass die Mehrheit aller Jugendliche, die noch in Ausbildung stehen oder noch nicht zu den Grossverdienern zählen, über einen persönlichen Kundenberater verfügen, ist höchst unwahrscheinlich. Umso mehr würde sich also eine Investition in ein für diese Zielgruppe gerechtes Kommunikationsmitteln lohnen.


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Kommentare 

 
#1 2009-10-28 07:42
Als Anbieter von mobile Banking Lösungen mit Firmensitz in der Schweiz kann ich schon bestätigen dass die Banken in den Schweiz diesen Trend am verschlafen sind, oder ganz einfach andere Probleme haben. In den umliegenden Ländern entwickelt sich der m-banking und m-payment Bereich jedoch recht rapide.
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