Fintech: Antworten an Finma in letzter Minute

Finma, Bern

Finma, Bern

Viel Zeit blieb der Schweizer Fintech-Szene nicht, um sich zu diesem Regulierungs-Meilenstein zu äussern. Am 21. Dezember des letzten Jahres hatte die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma) ein Rundschreiben lanciert, dass es etwa Banken und Versicherungen erlauben soll, unter Einhaltung gewisser Voraussetzungen eine Geschäftsbeziehung mit einem Kunden mittels Video oder per Internet aufzunehmen.

Bis heute Montag lief dazu die Anhörungsfrist. Nachdem es lange still geblieben war, überschlugen sich am Ende die Eingaben.

Zu aufwändige Regeln

So begrüsste die Schweizerische Bankiervereinigung (SBVg) die Initiative. In der Stellungnahme vom letzten Freitag brachte der Banken-Dachverband aber auch Kritik an.

Insbesondere seien die von der Finma vorgeschlagenen Lösungen sehr aufwändig und gingen teils über gebräuchliche Standards hinaus, so die SBVg. Im Bereich Identifikation von Kunden würden höhere Standards verlangt als in der Geldwäscherei-Verordnung der Finma. Dies müsse im Sinne der internationalen Wettbewerbsfähigkeit unbedingt angepasst werden.

Ebenfalls sei wichtig, dass die Vorgaben technologieneutral formuliert werden, so die Banken-Lobby-Organisation. Sonst drohe der Schweizer Finanzplatz bei künftigen technologischen Entwicklungen ins Hintertreffen zu geraten.

Diesen Kritikpunkt hatte zuvor schon Andre Duka, Co-CEO der Genfer Online-Bank Dukascopy angebracht.

Die Krux mit den Rahmenbedingungen

Seitens der Jungfirmen meldete sich der Verein Swiss Finance Startups (SFS) ebenfalls letzten Freitag zu Wort. In nicht weniger als zwölf Punkten nahm dessen Vorstand zum Finma-Rundschreiben Stellung, wobei er besonderes Augenmerk auf die Stärkung des Schweizer Finanzplatzes legte.

«Unternehmen wägen im globalen Vergleich sehr wohl ab, wo sie die besten Rahmenbedingungen vorfinden», so der SFS. Umso wichtiger sei eine international wettbewerbsfähige Regulation, damit aus einem kleinen Binnenmarkt wie der Schweiz global agiert werden könne und die Wertschöpfung und die Arbeitsplatzsicherung in der Schweiz erfolge.

Zur einer Stellungnahme gefunden hat schliesslich auch die Branchenvereinigung Swiss Finance and Technology Association (Swiss FinteCH), nachdem sie ihre Mitglieder erst wachrütteln musste, wie finews.ch berichtete.

 

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NEWS GANZ KURZ

Saxo Bank

Antonio Ferrante, der Chef der Saxo Bank Schweiz, ist zurückgetreten. Interimistisch übernimmt Patrick Hunger seinen Posten. Ferrante war nur wenig länger als zwei Jahre lang Chef des Online-Trading-Hauses. Er kam Anfang 2014 von der Credit Suisse für Søren Mose, der Saxo zusammen mit COO Ian Keates und Finanzchef Martin Beinhoff verlassen hatte.

Aargauische Kantonalbank

Das Staatsinstitut muss dem Kanton Aargau aus dem Rekordgewinn von 2015 mehr Geld abliefern. In die Staatskasse fliessen gemäss Beschluss des Eigners 91 Millionen Franken. Das sind 16 Millionen Franken mehr, als die Bank vorgeschlagen hat.

Fonds-Daten

Nach zweijähriger Zusammenarbeit haben sich zwei Dutzend Finanzinstitute angeführt von UBS, Credit Suisse und Julius Bär in Kooperation mit der Firma Fundinfo auf die Veröffentlichung des «openfunds-Standards». Die Initiative definiert häufig verwendete Fonds-Datenfelder. Jedes der 200 einzelnen Felder wird für die Datenübertragung spezifiziert und mit einem Identifier versehen.

SIX

Die Netzwerkprobleme der SIX sind nun vollständig behoben. Die Ursachen seien identifiziert. Die Systeme würden seit Mittwoch wieder stabil und ohne weitere Unterbrüche laufen. Die SIX hatte während über zwei Tagen mit grossen Netzwerkstörungen gekämpft, insbesondere der Zahlungsverkehr war betroffen gewesen.

Fondsmarkt

Das Vermögen der in der Statistik von Swiss Fund Data und Morningstar erfassten Anlagefonds erreichte im Mai 2016 rund 894 Milliarden Franken. Dies entspricht im Vergleich zum Vormonat einer Zunahme von knapp 20 Milliarden Franken oder 2,2 Prozent. Die Nettomittel-Zzuflüsse betrugen rund 340 Millionen Franken.

Postfinance

Die Postbank beteiligt sich am Kölner Fintech-Startup Moneymeets. Dieses betreibt eine Online-Plattform in den Bereichen Multibanking, Personal Finance Management und Versicherungen. Angestrebt ist ein Wissenstransfer, der Postfinance den Vorstoss in neue Geschäftsfelder ermöglichen soll.

Credit Suisse

Die Credit Suisse hat zum dritten Mal ihre Studie zum Finanzplatz Schweiz veröffentlich. Darin legt die Bank die Entwicklungen der letzten zwei Jahre dar, vergleicht die Positionierung internationaler Finanzplätze und geht auf Trends ein. Ausserdem sind in der Studie Faktoren für den zukünftigen Erfolg des Finanzplatzes definiert und es werden Handlungsempfehlungen sowohl für Marktteilnehmer als auch für Politik und Regulatoren gegeben.

Thurgauer Kantonalbank

Das Wahlprozedere für den Bankrat der Thurgauer Kantonalbank ist bestätigt worden. Der Thurgauer Grosse Rat hat eine parlamentarische Initiative von drei SVP-Kantonsräten abgelehnt: Darin wurde verlangt, dass künftig das Parlament neue Mitglieder für den Bankrat vorschlagen kann - und nicht mehr die Regierung.

Banken-Rating

Die Ratingagentur Fitch hat das Langfristrating für die UBS auf «A+» von bisher «A» erhöht. Die Erhöhung der Langfristratings für UBS AG und UBS Schweiz reflektiere die Kapitalposition der Gruppe. Die Gruppe sei damit in der Lage, die vorrangigen Verpflichtungen auch im Liquidationsfall zu decken. Das Langfristrating für die Credit Suisse bleibt bei «A».

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