2016 – ein Jahr der Prüfungen und Bewährungen für den Finanzplatz

Das begonnene Jahr wird für den Finanzplatz nicht langweilig. Sindy Schmiegel von der Schweizerischen Bankiervereinigung nennt die wichtigsten Punkte in der Agenda.

Sindy Schmiegel 192 2Sindy Schmiegel ist Leiterin Public Relations bei der Schweizerischen Bankiervereinigung

Zu Wochenbeginn haben Sie lesen können, dass die SBVg selbst 2016 einige Neuerungen verdauen muss und darf. Auch der Finanzplatz als Ganzes wird 2016 immer wieder mit Themen zu tun haben, die medial vielleicht keine Riesenwellen schlagen, aber dennoch von enormer Tragweite sind.

1.Moderner Anlegerschutz
In der Regulierungswut der letzten Jahre ist einer ziemlich untergegangen: der mündige Bankkunde, der eigenverantwortlich über sein Geld entscheiden kann und nicht vor sich selbst geschützt werden muss. 2016 wird das legislative Grossprojekt Finanzmarktrecht FIDLEG und FINIG weitergehen.

Wir werden alles daran setzen, dass die richtige Balance zwischen Kundenschutz und Förderung der Eigenverantwortung gefunden wird. Ein moderner, sinnvoller Anlegerschutz ist schliesslich auch ein Wettbewerbsvorteil.

2. AIA-Umsetzung
Der politische Wirbel hat sich gelegt, aber die Arbeiten für die Umsetzung des automatischen Informationsaustauschs (AIA) bei den Banken sind in vollem Gange. Die Schweizer Banken werden dank diesen grossen Anstrengungen bereit sein, alle nötigen Daten zu liefern. Was aber, wenn die Schweiz sich allein auf weiter Flur befindet, weil rundherum kaum ein anderes Land die hehren Vorsätze zur Steuertransparenz erfüllen kann? Darauf sollte das Global Forum ein Auge werfen, und die Schweiz sollte das umsetzen, was international Standard ist.

3. Länderevaluation
Das Global Forum ist ein gutes Stichwort: Ab dem Frühjahr steht in der Schweiz ein Länderexamen durch das Kontrollorgan der OECD an. Geprüft wird, ob die Schweiz die OECD-Standards ordentlich einhält. Im Inland wird das niemand bezweifeln, aber sehen die ausländischen Examinatoren das auch so?

Und messen sie die Schweiz mit gleichen Ellen wie andere Länder? Oder lassen sie sich immer noch vom Generalverdacht des Steuerparadieses Schweiz leiten, das allerdings nun schon seit einigen Jahren Geschichte ist?

4. Steueragenda
A propos Steuern: Banken sollten sich eigentlich hauptsächlich damit befassen, Kundenvermögen performance- und sicherheitsorientiert zu verwalten, Unternehmen mit Krediten zu versorgen und den Zahlungsverkehr sicherzustellen.

Stattdessen werden auch 2016 erhebliche Kräfte damit gebunden werden, Steuerthemen zu bearbeiten und in der Praxis richtig umzusetzen. Ein Herkules wäre schön, der sich dieser Aufgaben annimmt, aber leider ist der nicht in Sicht.

Abschliessend ist dieser Blick auf die Finanzplatzagenda freilich nicht. Themen wie Digitalisierung, Regulierungskostenabbau, diverse Volksabstimmungen, Asset Management und noch viele mehr bleiben in unserer Arbeit wichtig.

 

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Die Schwyzer Kantonalbank will mit neuen Fonds-Produkten finanzielle und ethische Ansprüche vereinen. Bis Ende 2016 erhebt die Bank auf die sogenannten Ethikfonds keinen Ausgabeaufschlag.

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DigitalZurich2025, die Standortinitiative für digitale Innovation, wird zu «digitalswitzerland» umbenannt und damit auf die ganze Schweiz ausgeweitet. Zudem lanciert sie mit «Education Digital» eine Webplattform zu relevanten Aus- und Weiterbildungen rund um das Thema Digital.

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Die Schweizer Fondbranche kratzt an der Billionen-Grenze. Wie der Branchendienst Swiss Fund Data vermeldete, erreichte das Vermögen der in der Schweiz gehandelten Anlagefonds letzten August rund 914 Milliarden Franken.

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Die Eidgenössische Finanzmarkt-Aufsicht Finma nimmt ihre digitale Zustellplattform in Betrieb. Diese ermöglicht es den Beaufsichtigten und Prüfgesellschaften, Jahresberichte und weitere Dokumente elektronisch einzureichen. Mit SuisseID lassen sich die Dokumente zudem elektronisch signieren.

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Mit einer Performance von durchschnittlich 0,5 Prozent schnitten die Pensionskassen im August leicht besser ab als im Monats-Durchschnitt seit Jahresbeginn. Das stellte der «Pensionskassen-Barometer» der Grossbank fest.

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