Das Klumpenrisiko der Grossbanken

Wenn es aus der Finanzkrise eine Lehre gibt, dann die, dass einige Banken tatsächlich zu gross sind, als dass man sie fallen lassen könnte, so Charles Wyplosz.

Die Grossbanken sind «too big to fail». Schlimmer noch: Der Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers und der Beinahekollaps des Versicherers AIG haben gezeigt, dass auf manche Institute auch die Bezeichnung «too connected to fail» zutrifft – sie sind zu vernetzt, als dass man sie untergehen lassen könnte, schreibt der Wirtschaftsprofessor Charles Wyplosz in der neusten Ausgabe der «Finanz und Wirtschaft».

Vor dieser Krise fragte man sich, ob Notenbanken, falls ein Bankenkollaps droht, auch darauf verzichten könnten, als Retter in der Not, als Lender of Last Resort, einzuspringen. Die Notenbanken stellten jeglichen Automatismus in Abrede und beharrten darauf, man würde sämtliche Aspekte berücksichtigen und nur ausnahmsweise und selten intervenieren.

Umwälzung von historischem Ausmass

Vermutlich dachten sie damals, sie hätten die Sache im Griff. Wie sich die Dinge in wenigen Tagen doch ändern können! Heute wissen wir, dass grosse und breit vernetzte Finanzinstitute sich getrost auf Unterstützung der öffentlichen Hand verlassen können, sollte ihnen das Glück mal nicht mehr hold sein. Das ist eine Umwälzung historischen Ausmasses, zumindest mit Blick auf die Bankendoktrin.

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NEWS GANZ KURZ

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

Gottex

Der angeschlagene Vermögensverwalter Gottex will den Nennwert seiner Aktien von 1 auf 0,10 Franken senken. Darüber sollen die Aktionäre am 30. Dezember an einer ausserordentlichen GV befinden. Das Unternehmen hat erst kürzlich die zweite Runde einer Rekapitalisierung abgeschlossen.

Generali

Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

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