Iran-Gespräche: Die Grossbanken sind mit dabei

Ziel des Bundespräsidenten: Teheran, Bild Shutterstock

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Bundespräsident Johann Schneider-Ammann reist heute in den Iran, um die Beziehungen zum kürzlich von Sanktionen befreiten Gottesstaat zu vertiefen. Mit dabei sind auch die Schweizer Grossbanken UBS und Credit Suisse, wie finews.ch erfahren hat.

Wirtschaftsminister und Bundespräsident Johann Schneider-Ammann nimmt am Freitag den Weg, den viele seiner europäischen Amtskollegen in den letzten Wochen schon gegangen sind: Er reist in hochoffzieller Mission nach Teheran.

Ziel der Reise sind insbesondere die wirtschaftlichen Beziehungen zum von den Mullahs regierten Staat, wie die Agentur «AWP» berichtete. Ein grosses Thema sollen auch Finanzfragen sein, wie es weiter hiess.

«Austausch vertiefen»

Nicht von ungefähr sind daher im rund 40-köpfigen Tross des Schweizer Bundespräsidenten Vertreter des Schweizer Finanzplatzes dabei. Das ergaben Recherchen von finews.ch.

Mit von der Partie ist etwa ein Team des Staatssekretariats für internationale Finanzfragen (SIF). «Grundsätzlich sind Schweizer Unternehmen am Potential des iranischen Marktes interessiert», heisst es dort. Vor diesem Hintergrund nehme auch das SIF am Besuch teil. Dabei gehe es vor allem darum, mit Blick auf die bilateralen Rahmenbedingungen den Austausch mit den iranischen Behörden weiter zu vertiefen, so ein SIF-Sprecher.

Zu Delegations-Teilnehmern aus der Finanzindustrie äusserte er sich nicht.

UBS und CS schicken Spezialisten

Wie es von guten Kennern der Verhandlungen jedoch heisst, begleiten je auch ein Banker der UBS und der Credit Suisse (CS) die Delegation; dabei soll es sich um Spezialisten für das Geschäft mit anderen Banken und Firmenkunden handeln.

Auf Anfrage von finews.ch hin enthielten sich UBS und CS eines Kommentars.

Wie finews.ch zuvor berichtete, bereitet das Swiss Banking derzeit einen richtiggehenden Run auf den Gottestaat vor; die Möglichkeiten im aufstrebenden, aber banktechnisch unterentwickelten Iran gelten als enorm.

Mindestens so hoch werden von Experten die Gefahren eingeschätzt. So befinden sich zahlreiche Wirtschaftszweige in der Hand von umstrittenden staatlichen Organisationen. Und: die mächtigen USA halten einen Teil ihrer Sanktionen gegen den Iran weiterhin aufrecht.

Financier des Terrors?

Mit der Supermacht musste nicht zuletzt die CS leidige Erfahrungen machen. Die Schweizer Grossbank wurde aufgrund ihrer mutmasslichen Iran-Geschäfte in den USA als Financier des Terrors dargestellt und musste im Jahr 2009 ganze 536 Millionen Dollar Busse zahlen.

Die Erfahrungen der Vergangenheit scheinen im Tauwetter des dreitägigen Iran-Besuchs in den Hintergrund zu geraten. Am Samstag trifft Schneider-Ammann den iranischen Präsidenten Hassan Ruhani sowie zahlreiche Minister und Würdenträger. Am Sonntagmorgen wird er vor Studierenden und Fakultätsmitgliedern an der Universität Teheran eine Rede zu wirtschaftspolitischen Fragen halten.

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NEWS GANZ KURZ

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Die Ende Oktober angekündigte Lancierung der Beteiligungsgesellschaft BB Healthcare Trust plc an der London Stock Exchange wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen eines Aktienplatzierungs-programms konnte in der Erstemission ein Platzierungsvolumen von GBP 150 Mio. realisiert werden. Der erste Handelstag im Premium Segment der Londoner Börse ist der 2. Dezember 2016 (ISIN: GB00BZCNLL95, Bloomberg-Ticker: BBH LN).

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

Zurich

Die Zurich Gruppe Deutschland hat den Altezza Bürokomplex in München erworben. Verkäufer des 2009 erbauten Bürogebäudes ist die Warburg-HIH Invest Real Estate. Über den Kaufpreis vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Beraten wurde Zurich bei der Transaktion durch Luther Köln.

BEKB

Die BEKB Roggwil wird per 30. Juni 2017 in die Niederlassung Langenthal integriert. Die betroffenen Mitarbeitenden werden bei der BEKB weiterbeschäftigt. Die Integration erfolgt, weil sich das Kundenverhalten im Bankgeschäft stark verändert hat.

UBS

Mit Blick auf die Art Basel im amerikanischen Miami fasst die Schweizer Grossbank ihre erhebliche Kunstsammlung in einem neuen Bildband zusammen. Das Buch «UBS Art Collection: To Art its Freedom» wird an Januar 2017 erhältlich sein.

Vontobel AM

Die europäische Ratingagentur Feri EuroRating Services und die Verlagsgruppe Handelsblatt haben die Schweizer Bank Vontobel als besten Asset Manager für Rohstoffe in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgezeichnet.

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