Fintech: Finma setzt auf Video und Sandkästen

Erst letzten Dezember hatte die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma) den entsprechenden Entwurf in die Vernehmlassung geschickt. Nun soll das definitive Rundschreiben 2016/7 über die Video- und Online-Identifizierung am 18. März in Kraft treten. Das teilte die Schweizer Aufsichtsbehörde Finma am Donnerstag mit.

Im Zentrum dieser Regelungen steht die Aufnahme von Geschäftsbeziehungen über elektronische Kanäle – eine Grundvoraussetzung für das reibungslose Funktionieren zahlreicher Fintech-Geschäftsmodelle. Das sind die Eckpunkte des Rundschreibens:

  • Finanzintermediären wird es «unter Einhaltung gewisser Voraussetzungen» neu erlaubt sein, eine Geschäftsbeziehung mit einem Kunden mittels Videoübertragung oder über den reinen Online-Kanal aufzunehmen. Dabei stuft die Finma die Video-Indentifizierung als sicherer ein: Auf dem reinen Online-Kanal dürfen nur Geschäfte mit Kunden eingegangen werden, die schon über eine Erstbeziehung bei einer Schweizer Bank verfügen.
  • Ebenfalls will die Finma bestehende Vorschriften beseitigen, wenn diese gewisse Technologien diskriminieren. Laut Finma gilt mit Blick auf die Innovation der Grundsatz der Technologie-Neutralität am Schweizer Finanzplatz.
  • Abgeschwächt hat die Finma ihre ursprüngliche Forderung, dass beim digitalen Onboarding die ursprünglichen Ausweisdokumente der Kunden nochmals vermittels geeigneter Technologie überprüft werden müssen. Dies bedeutet einen Zusatzaufwand für digitale Geschäftsmodelle, den die Aufsicht nun mit erleichterten Prüfungsanforderungen zu mildern versucht.

Alternativen zur Bank

Ebenfalls nimmt die Finma das definitive Rundschreiben zum Anlass, um eine neue Bewilligungs-Kategorie für so genannte Finanzinnovatoren vorzuschlagen. Diese Kategorie soll für Geschäftsmodelle zugänglich sein, die kein bankentypisches Geschäft betreiben, aber gewisse Elemente der Bankentätigkeit benötigen – insbesondere eine beschränkte Entgegennahme von Kundengeldern ohne Ausgabe von Krediten. Das sind die Vorschläge auf einen Blick:

  • Befürwortet wird quasi eine «Bewilligung light» für Finanzinnovatoren. Laut Finma könnte diese neue Bewilligungs-Kategorie etwa Dienstleistern zu Verfügung stehen, die nicht mehr als 50 Millionen Franken Einlagen entgegennehmen. Als Sicherheit müssten sie 5 Prozent der Einlagen, aber mindestens 300‘000 Franken Eigenkapital halten. Damit sollen die Eintrittsbarrieren Anbieter von Zahlungssystemen, Applikationen für die digitale Vermögensverwaltung oder Crowd-Plattformen sinken.
  • Zudem schlägt die Finma ein vollständig bewilligungsfreies Entwicklungsfeld für Start-ups vor. Diese unbeaufsichtigte «Sandbox» (zu Deutsch Sandkasten) soll bis zu einem Kundengeld-Volumen von 200‘000 Franken gelten.

Gleichzeitig installiert die Finma einen eigenen Fintech-Desk und schafft auf ihrer Webseite einen gesonderten Bereich zum Thema.

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NEWS GANZ KURZ

Thurgauer Kantonalbank

Die Thurgauer Kantonalbank (TKB) hat das US-Steuerprogramm abgeschlossen, ohne eine Zahlung leisten zu müssen. Die TKB war in der Kategorie 3 des Programms. Sie hat nun vom amerikanischen Justizdepartement (DoJ) einen Non-Target Letter erhalten, womit das Programm abgeschlossen ist.

Walliser Kantonalbank

Das Staatsinstitut hat im ersten Halbjahr 2016 sowohl ein leicht höheres operatives Ergebnis als auch etwas mehr Gewinn verzeichnet. Im wichtigen Zinsen-Geschäft stieg der Bruttoerfolg um 1,8 Prozent auf rund 80 Millionen Franken. Für das Gesamtjahr erwartet die Kantonalbank weiterhin einen Gewinn auf der Höhe des Vorjahres.

VP Bank

Die Ratingagentur Standard & Poor’s hat das «A–»-Rating für die VP Bank bestätigt und erhöht den Ausblick von «Negative» auf «Stable». Damit würden die operativen Fortschritte der VP Bank und die Bewirtschaftung der Risiken sowie die starke Kapitalausstattung und die erfolgreiche Integration der Centrum Bank berücksichtigt, hiess es.

Clientis Bank im Thal

Die Regionalbank hat den Halbjahresgewinn im Vergleich zum Vorjahr deutlich um über 30 Prozent auf 385'000 Franken gesteigert. Dazu beigetragen hat das gute Zinsengeschäft mit einem Plus von 11,4 Prozent auf 2,1 Millionen Franken.

Crealogix

Das Bankenberatungszentrum St. Gallen und Crealogix haben eine Partnerschaft für die betriebliche Aus- und Weiterbildung im Finanzbereich beschlossen: Mit der Lösung «I know! Banking» bieten die beiden Unternehmen eine Cloud-Lösung mit digitalen Lerninhalten zu den wichtigsten Themen im Banking an.

Compagnie Financière Tradition

Das Lausanner Brokerhaus hat im ersten Semester 2016 einen stabilen Ertrag von 425 Millionen Franken erzielt. Zu konstanten Wechselkursen entspricht dies allerdings einem Rückgang um 1,6 Prozent.

Urner Kantonalbank

Das Finanzinstitut hat im ersten Halbjahr 2016 trotz besserem Geschäftsgang weniger Gewinn gemacht. Dieser sank um 7,5 Prozent auf 8,5 Millionen Franken. In der Vorjahresperiode hatte die Bank ausserordentlich vom Verkauf ihrer Swisscanto-Beteiligung profitiert. Im Zinsengeschäft gab es ein Plus von 13,8 Prozent auf knapp 17 Millionen Franken. Per Ende Jahr erwartet das Management ein Ergebnis über Vorjahr.

UBS

Die Grossbank UBS ist noch vor dem IT-Riesen Google der beliebteste Arbeitgeber für Schweizer Hochschul-Absolventen, wie das Beratungsunternehmen Trendence berichtete. Die Banken bleiben die beliebteste Branche der Wirtschafts-Wissenschaftler: Neben der UBS befinden sich die Credit Suisse, die Schweizerische Nationalbank und Julius Bär unter den Top 20 der gesuchtesten Arbeitsadressen.

Schwyzer Kantonalbank

Im ersten Halbjahr sank der Gewinn des Innerschweizer Finanzinstituts um 3,4 Prozent auf knapp 33 Millionen Franken. Unter anderem belasteten höhere Wert-Berichtigungen auf Beteiligungen das erste Halbjahr. Dank einer substanziellen Volumenzunahme kam das Zinsengeschäft mit einem Brutto-Erfolg von gut 91 Millionen Franken in etwas auf Vorjahres-Niveau zu liegen. Für das 2016 rechnet die Bank mit einem Jahresergebnis leicht unter Vorjahr.

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