Bankenland Schweiz wird immer kleiner

Der Schweizer Finanzsektor ist in den letzten fünf Jahren nur dank den Versicherern nicht geschrumpft. Im Vergleich zur gesamten Wirtschaft ist das Wachstum des Finanzsektors mittlerweile aber kümmerlich.

Die Schere, welche über Jahrzehnte zwischen der Wertschöpfung des Schweizer Banken- und des Versicherungssektors weit offen war, schliesst sich. Dies zeigen die neusten Kennzahlen zum Finanzstandort des Staatssekretariats für internationale Finanzfragen SIF.

Demnach schrumpft die Wertschöpfung aus Finanzdienstleistungen seit rund zehn Jahren kontinuierlich, während jene aus den Versicherungsdienstleistungen rasch angestiegen ist. Konkret: 2005 belief sich die Wertschöpfung bei Banken noch auf 38,3 Milliarden Franken.

Aufholjagd der Versicherer

Jene bei Versicherungen erreichte mit 19,8 Milliarden gut die Hälfte davon. 2015 zeigt sich eine massive Annäherung: 33,4 Milliarden Franken bei den Banken, 27,5 Milliarden bei den Versicherungen.

SIF


Das darf angesichts der andauernden strukturellen Krise im Schweizer Bankensektor nicht überraschen. Insbesondere die beiden Grossbanken UBS und Credit Suisse von heute sind mit den Instituten von vor zehn Jahren kaum mehr vergleichbar. Die Bilanzsummen sind um weit über 1 Billion Franken geschrumpft, die Anzahl Mitarbeiter ist in beiden Banken um zehntausende geringer geworden.

Im Private Banking hat in den letzten Jahren im Offshore-Banking eine Bereinigung eingesetzt, die noch nicht abgeschlossen ist.

Wachstumskrise im Finanzsektor

Dass die Wertschöpfung im Finanzsektor insgesamt in den vergangenenen Jahren mit knapp 61 Milliarden Franken stabil geblieben ist, ist demnach den Versicherungen zu verdanken, die ein deutliches Wachstum verzeichneten.

Zu denken gibt aber ein weiterer statistischer Wert: Der Anteil des Finanzsektors am gesamten Schweizer Bruttoinlandprodukt (BIP) beläuft sich noch auf 9,5 Prozent, während er 2005 noch bei 11,4 Prozent lag und 2010 bei 10 Prozent.

Das Fazit daraus: Die Schweizer Wirtschaft wächst deutlich schneller als der Finanzsektor. Gemäss den SIF-Zahlen legte das Schweizer BIP seit 2005 nominal um 26 Prozent auf 639'731 Milliarden Franken zu. Der Finanzsektor wuchs in der selben Periode gerade mal um 4,8 Prozent.

 

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NEWS GANZ KURZ

SIX

Die Netzwerkprobleme der SIX sind nun vollständig behoben. Die Ursachen seien identifiziert. Die Systeme würden seit Mittwoch wieder stabil und ohne weitere Unterbrüche laufen. Die SIX hatte während über zwei Tagen mit grossen Netzwerkstörungen gekämpft, insbesondere der Zahlungsverkehr war betroffen gewesen.

Fondsmarkt

Das Vermögen der in der Statistik von Swiss Fund Data und Morningstar erfassten Anlagefonds erreichte im Mai 2016 rund 894 Milliarden Franken. Dies entspricht im Vergleich zum Vormonat einer Zunahme von knapp 20 Milliarden Franken oder 2,2 Prozent. Die Nettomittel-Zzuflüsse betrugen rund 340 Millionen Franken.

Postfinance

Die Postbank beteiligt sich am Kölner Fintech-Startup Moneymeets. Dieses betreibt eine Online-Plattform in den Bereichen Multibanking, Personal Finance Management und Versicherungen. Angestrebt ist ein Wissenstransfer, der Postfinance den Vorstoss in neue Geschäftsfelder ermöglichen soll.

Credit Suisse

Die Credit Suisse hat zum dritten Mal ihre Studie zum Finanzplatz Schweiz veröffentlich. Darin legt die Bank die Entwicklungen der letzten zwei Jahre dar, vergleicht die Positionierung internationaler Finanzplätze und geht auf Trends ein. Ausserdem sind in der Studie Faktoren für den zukünftigen Erfolg des Finanzplatzes definiert und es werden Handlungsempfehlungen sowohl für Marktteilnehmer als auch für Politik und Regulatoren gegeben.

Thurgauer Kantonalbank

Das Wahlprozedere für den Bankrat der Thurgauer Kantonalbank ist bestätigt worden. Der Thurgauer Grosse Rat hat eine parlamentarische Initiative von drei SVP-Kantonsräten abgelehnt: Darin wurde verlangt, dass künftig das Parlament neue Mitglieder für den Bankrat vorschlagen kann - und nicht mehr die Regierung.

Banken-Rating

Die Ratingagentur Fitch hat das Langfristrating für die UBS auf «A+» von bisher «A» erhöht. Die Erhöhung der Langfristratings für UBS AG und UBS Schweiz reflektiere die Kapitalposition der Gruppe. Die Gruppe sei damit in der Lage, die vorrangigen Verpflichtungen auch im Liquidationsfall zu decken. Das Langfristrating für die Credit Suisse bleibt bei «A».

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