ASV: Was die Vermögensverwalter mit ihrer Allianz bezwecken wollen

(Bild: Shutterstock)

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Zahlreiche Akteure auf dem Finanzplatz haben sich darauf kapriziert, über die wachsende Regulierung zu lamentieren. Nun gehen 14 grössere unabhängige Vermögensverwalter in die Offensive – ihre Absichten im Gespräch mit finews.ch.

In den vergangenen Jahren machte sich unter zahlreichen Vertretern der Schweizer Finanzbranche eine grosse Missstimmung gegenüber der zunehmenden Regulierung bemerkbar. Manche Akteure entwickelten gar eine gewisse Sturheit, sich den unausweichlichen Standards anzupassen.

Dabei ist die Regulierung der Finanzindustrie heute ein internationales Phänomen, bei dem die Schweiz keine Sonderrolle mehr für sich beanspruchen kann. Multilaterale Institutionen wie die OECD (der auch die Schweiz angehört) sowie die EU diktieren die Bedingungen.

Erste Gespräche vor drei Jahren

Wie Schweizer Finanzleute mit Auslandserfahrung bestätigen, wären Schweizer Akteure tatsächlich besser bedient, sich auf die Realitäten der Regulation einzustellen und ihre Geschäftsmodelle entsprechend anzupassen, anstatt noch länger auf Widerstand zu machen – nicht zuletzt vor dem Hintergrund, dass das Swiss Banking mehr denn je eine internationale Angelegenheit ist.

Solche Gedanken waren es denn auch, die einerseits Anthony Cagiati, Mitgründer des Zürcher Vermögensverwalters Sound Capital (ehemals Metropol Partners), sowie andererseits Kristian Bader, COO and Partner bei Swisspartners, dazu brachte, nach Möglichkeiten zu suchen, wie unabhängige Vermögensverwalter sich effizient vernetzen können; mit dem Ziel, gewisse Themen und Arbeitsbereiche gemeinsam anzugehen und zukunftsträchtige Lösungen zu finden.

Streng vertraulich

Nach dem ersten Gespräch vor nunmehr drei Jahren und einigen weiteren Sitzungen mit zusätzlichen Akteuren steht nun die Allianz Schweizer Vermögensverwalter (ASV); ein Verbund von 14 grösseren, unabhängigen Vermögensverwaltern in der ganzen Schweiz, präsidiert von Felix Brem, CEO der Bremgartner Reuss Private Group.

Kollaboration statt Kollision ist so etwas wie das Leitmotiv des ASV, wie Cagiati im Gespräch mit finews.ch erklärt. Mit der Allianz soll keine neue politische Lobby-Gruppe entstehen, sondern eine Vereinigung, die sich auf den gegenseitigen Austausch von Know-how fokussiert, und zwar nach dem Motto «No competing and strictly confidential», anknüpfend an die berühmten Chatham House Rules. «Wir sind nicht für oder gegen einzelne Bestrebungen in der Finanzbranche, sondern daran interessiert, das Beste für unabhängige Vermögensverwalter herauszuholen», präzisiert Cagiati.

Vorwiegend grössere Vermögensverwalter

Berührungspunkte für eine solche Interessensgruppe gibt es ausreichend, Stichwörter dazu sind: Regulation, IT, dabei insbesondere Fintech, Blockchain und Roboadvisory, von Belang sind aber auch die Bereiche Operations, Depotbanken, Compliance, Asset Management, Marktentwicklung und Kundenbetreuung.

Die ASV (der Mitglieder-Beitrag beläuft sich auf jährlich 6'000 Franken) ist nicht exklusiv. Neue Mitglieder sind willkommen. Die Allianz verbindet – im Gegensatz zur Vereinigung Schweizerischer Vermögensverwalter (VSV) – aber doch eher grössere unabhängige Vermögensverwalter, die es zusammen auf rund 40 Milliarden Franken an Kundenvermögen bringen.

Themenbezogene Anlässe

Wichtig ist zudem, dass sich das Netzwerk über die ganze Schweiz erstreckt, wie Brem betont, denn das Ganze soll keine lokale Angelegenheit sein. So aufgestellt, setzen die Initianten auch grosse Hoffnungen auf den Dialog mit den verschiedenen Depotbanken. Mittelfristig plant das Netzwerk ausserdem, themenbezogene Anlässe für einzelne Chargen (CEO, COO, CIO oder Compliance-Spezialisten) durchzuführen – auch hier soll der Netzwerk-Gedanke zum Tragen kommen.

Alles in allem geht hier eine Interessensvereinigung an den Start, die es sich nicht zum Ziel gesetzt hat, über die Rahmenbedingungen zu lamentieren, sondern pragmatisch und mit Eigeninitiative die eigene Situation zukunftsgerichtet so optimal wie möglich zu gestalten.

Der Allianz sind folgende Häuser angeschlossen:

  • Aquila & Co.
  • Avalor Investment
  • Burgauer Huser Aman & Partner
  • Entrepreneur Parters
  • Forum Finance Group
  • Finaport
  • Helvetic Trust
  • Marcuard Heritage
  • OLZ & Partners
  • Reuss Private
  • Sound Capital
  • Swisspartners Investment Network
  • Tareno
  • Weibel Hess & Partner

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Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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