Schweizer Anleger: Risikoscheu, beratungsresistent – aber erfolgreich

Schweizer Investore: Selbstbewusst und auch erfolgreich

Der typische Schweizer Investor hat 2015 den Rest der Welt geschlagen. Er ist mehr auf Sicherheit bedacht als auf Risikonahme. Und er hat zu professioneller Beratung ein zwiespältiges Verhältnis.

Das Jahr 2015 war kein einfaches für Anleger, und die im späten Sommer einsetzenden Turbulenzen setzten sich zu Beginn von 2016 fort. Schweizer Investoren haben die Herausforderungen aber recht gut gemeistert – jedenfalls besser als der globale Anlegerdurchschnitt. Das zeigt eine weltweit durchgeführte Privatanleger-Studie des Asset Managers Natixis, deren Schweizer Ergebnisse finews.ch exklusiv vorliegen.

Joerg Knaf

Demnach haben Schweizer Investoren 2015 im Schnitt eine Rendite von 8,6 Prozent erzielt. Global belief sich der Durchschnitt auf 5,8 Prozent. Jörg Knaf (Bild), Chef für Nordeuropa bei Natixis und zuständig für den Schweizer Markt, erklärt das Ergebnis damit, dass Schweizer allgemein eine bessere Markteinschätzung hätten. Jedenfall, was die Ertragsmöglichkeiten betreffe.

Ein langer Atem

«Zudem, und das ist wahrscheinlich ausschlaggebend für den Erfolg, haben Schweizer Anleger einen langen Atem und lassen sich nicht so leicht verunsichern.» Den Beleg für diese Feststellung liefert die Studie: Zu Beginn des Jahres 2016, in einer schwierigen Marktphase, haben 58 Prozent der Schweizer ihren Investmentansatz nicht geändert.

Ziemlich eindeutig sind die Schweizer Investoren auch bezüglich der Einschätzung ihrer eigenen Risikofähigkeit. 83 Prozent sagten, wenn sie wählen müssten, würden sie Sicherheit höher gewichten als Performance. Damit sind die Schweizer risikoscheuer als der globale Durchschnittsanleger.

Kapital: Wachstum oder Schutz?

Die eigenen Einschätzungen von Privatanlegern müssen allerdings immer relativiert werden. So ist bekannt, dass Anleger sich in der Regel als risikoscheu bezeichnen, ihre Portfolios dies aber nicht spiegeln.

So sind die Schweizer auch unentschieden, ob sie mit einer Anlagestrategie auf Kapitalwachstum oder auf -schutz setzen sollen – 47 Prozent tendieren zu letzterem.

Finanzplan? Fehlanzeige

Und ganze 43 Prozent geben an, sie hätten keine klaren finanziellen Ziele, während bloss 30 Prozent über einen Finanzplan verfügen. Gemäss Natixis hat sich diese Quote allerdings im Vergleich zu vorangegangenen Studien nun erhöht.

Gespalten sind sie auch, was die Wahl von Investments angeht. Der Trend nach indexbasierten Produkten setzt sich in der Schweiz ungebremst fort. Doch wollen rund zwei Drittel der Anleger Lösungen, welche nicht an Marktschwankungen gebunden sind und trotzdem neue Ertragsquellen bieten.

Sie sind der Meinung, dass die übliche Mischung aus Aktien und Anleihen nicht mehr ausreicht, um das richtige Risiko-Rendite-Verhältnis zu erzielen. Aber knapp die Hälfte der Anleger lässt auch die Finger von Alternativen Investments.

Innovationen gefragt

Knaf sagt dazu, dass Anleger zunehmen innovative Produktgestaltungen suchen. «Gerade Schweizer Kunden verlangen nach Lösungen, die das Kapital erhalten», so Knaf.

Allerdings ist die Aufgabe für Kundenberater und Finanzplaner keine einfache. Denn Schweizer Anleger sind mehrheitlich beratungsresistent. Nur 35 Prozent von ihnen möchten Hilfe in Anspruch nehmen, um ihre Finanzplanung aufzusetzen.

Ein Drittel würde Beratungsdienstleistungen in volatilen und unsicheren Märkten brauchen und bloss 30 Prozent meinen, sie könnten noch etwas lernen, um bessere und selbstbewusstere Investoren zu werden.

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NEWS GANZ KURZ

Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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