Prozessbeginn gegen Finanzbetrüger Behring

Dieter Behring (Bild: keystone.ch)

Ab heute Montag steht der Basler Financier Dieter Behring vor dem Bundesstrafgericht in Bellinzona. Die Bundesanwaltschaft wirft ihm gewerbsmässigen Betrug und qualifizierte Geldwäscherei vor.

Zwölf Jahre nach dem Auffliegen des wahrscheinlichen Schneeball-Systems des Basler Financiers Dieter Behring, bei dem rund 800 Millionen Franken verschwanden, beginnt nun der Prozess. Dieser soll einen Monat dauern, wie die Nachrichtenagentur «AWP» am Montag berichtete.

Laut Anklageschrift soll der heute 61-jährige Behring zwischen September 1998 und Oktober 2004 gewerbsmässig Anleger betrogen haben. Die Schadenssumme der rund 2'000 Geschädigten wird auf rund 800 Millionen Franken geschätzt.

«Handelssystem Behring»

Den Investoren wurde versprochen, dass die Hälfte ihres Geldes «mündelsicher» angelegt würde, derweil die restlichen 50 Prozent in spekulative Werte investiert würden. Wiederum davon würden 30 Prozent mit einem besonderen Handelssystem bewirtschaftet.

Der Angeklagte soll den Investoren erklärt haben, dass er dieses «Handelssystem Behring» – eine Art Schneeballsystem – selbst entwickelt und seit Jahren erfolgreich bewirtschaftet habe. Behring habe Jahresrenditen in zweistelliger Prozenthöhe in Aussicht gestellt. Allerdings: Behring soll weder über ein selbst entwickeltes und marktüberlegenes System verfügt haben. Noch habe er die investierten Gelder damit bewirtschaften wollen.

Leben in Luxus

Die Gelder verwendete Behring laut Bundesanwaltschaft für persönliche Bedürfnisse. Allein für Luxusuhren und Schmuck flossen von der Moore Park-Gruppe, über welche der Vertrieb von Behrings Anlagekonzept lief, 5,3 Millionen Franken in die Kassen der Hersteller und Bijouterien.

Weiter soll sich Behring 2001 einen Lohn von 328'000 Franken überwiesen haben. Für die beiden folgenden Jahre gingen jeweils über 600'000 Franken auf sein Konto.

Knatsch um Verteidigung

Mehrere Anwälte haben ihr Mandat als Pflichtverteidiger von Behring bereits niedergelegt oder sind von der Bundesanwaltschaft aus dem Amt entlassen worden. Derzeitiger Privatverteidiger des Angeklagten ist der Zürcher Anwalt Bruno Steiner.

Wegen der Unstimmigkeiten rund um Behrings Verteidigung wird das Bundesstrafgericht zu Prozessbeginn darüber befinden müssen, ob der Angeklagte durch seinen Offizialverteidiger Roger Lerf ausreichend verteidigt wird. Dies hat das Bundesstrafgerichts im Februar bekannt gegeben.

DAS BESTE IM WEB

Gute Stories und Links aus aller Welt

  • Die Rendite ist weiblich
  • Das sind Trumps Einflüsterer
  • Diese TV-Stars verdienen am meisten
  • Erfindungen, die Leben retten
  • So sehen die Innovations-Labs der Banken aus
  • Die geschrumpften Banken auf einen Klick
mehr

SELECTION

Selection

So empfängt die UBS künftig ihre besten Kunden

Die grösste Schweizer Bank gestaltet weltweit ihre Empfangsbereiche und Sitzungszimmer für die reiche Klientel neu.

Selection

NEWS GANZ KURZ

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

Gottex

Der angeschlagene Vermögensverwalter Gottex will den Nennwert seiner Aktien von 1 auf 0,10 Franken senken. Darüber sollen die Aktionäre am 30. Dezember an einer ausserordentlichen GV befinden. Das Unternehmen hat erst kürzlich die zweite Runde einer Rekapitalisierung abgeschlossen.

Generali

Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

weitere News