Die unfertige Arbeit der OECD

Die Schweiz hat faktisch den automatischen Informationsaustausch bereits mit 29 Ländern aktiviert. Wo aber stehen die anderen Länder, fragt sich Jakob Schaad von der Bankiervereinigung.

Jakob Schaad 192Jakob Schaad ist Leiter Private Banking und Asset Management sowie stellvertretender CEO der Geschäftsleitung der Schweizerischen Bankiervereinigung

Am 13. Mai 2016 verabschiedete der Nationalrat des Schweizer Parlaments das revidierte Zinsbesteuerungsabkommen mit der EU. Damit ist der Nationalrat dem Ständerat, der ersten Parlamentskammer, gefolgt. Mit dieser Bestätigung hat das Schweizer Parlament faktisch mit der EU den automatischen Informationsaustausch (AIA) gemäss dem Common Reporting Standard (CRS) der OECD eingeführt. Ein entsprechendes Abkommen wurde gleichentags mit Australien verabschiedet.

Wer mit wem

Dies ist ein grosser Schritt. Die Schweiz hat so mit 37 Ländern AIA-Abkommen beschlossen oder unterzeichnet. Da die bescheidene und dem Vernehmen nach so langsame Schweiz hier schon so viel erreicht hatte, wunderte ich mich, wo denn die anderen Länder stehen. Ganz besonders interessierten mich die selbstdeklarierten «Early Adopters», welche versprachen, Fiskaldaten ihrer Bankkunden schon ab dem 1. Januar dieses Jahres zu sammeln und ab nächstem Jahr mit den anderen Ländern auszutauschen.

Als ich mir überlegte, wie ich das wohl am besten herausfinden könnte, erinnerte ich mich an ein Gespräch mit Pascal Saint-Amans von der OECD und mit Monica Bhatia vom Global Form. Die beiden sagten mir, dass die OECD aufmerksam verfolgen würde, wer mit wem Daten austauscht und dies auf ihrer Website auch publik machen würde.

Bei der Umsetzung verlorengegangen

Eifrig und ungeduldig ging ich auf die Website der OECD... und verlor mich dort fast für einen ganzen Nachmittag.

Ich fand zwar eine sehr nützliche interaktive Landkarte des globalen Netzwerkes der Abkommen über Informationsaustausch auf Verlangen. Aber ich konnte nichts dergleichen über das globale AIA-Netzwerk finden.

Um fair zu sein: Ich fand eine Seite über den Stand der Länder betreffend die formalen Voraussetzungen für den AIA. Es gibt aber nichts über die effektiven Aktivierungen des AIA unter den Ländern – die eigentliche Probe aufs Exempel.

Nicht nur Versprechen und Formalitäten

Die OECD könnte sich einfach die Webseite des Schweizer Staatssekretariats für Internationale Finanzfragen (SIF) über die AIA-Abkommen anschauen. Sie könnte eine Matrix anfangen, die zeigt, wer mit wem wirklich automatisch Daten austauscht.

Der Schweizer Bankensektor würde einen solchen sanften Anstoss zur Umsetzung von ganzem Herzen begrüssen. Und das wäre auch grossartig für die Welt. Denn eine solche Matrix würde zeigen, wer den AIA tatsächlich auch umsetzt und sich nicht nur mit Versprechen und Formalitäten begnügt.

Die Arbeit der OECD und des Global Forums für den AIA ist erst abgeschlossen, wenn es wirklich ein lückenloses globales AIA-Netzwerk gibt. Diese Arbeit bleibt unfertig, wie der fehlende Link auf der OECD-Website zeigt.

 

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NEWS GANZ KURZ

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Die Ende Oktober angekündigte Lancierung der Beteiligungsgesellschaft BB Healthcare Trust plc an der London Stock Exchange wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen eines Aktienplatzierungs-programms konnte in der Erstemission ein Platzierungsvolumen von GBP 150 Mio. realisiert werden. Der erste Handelstag im Premium Segment der Londoner Börse ist der 2. Dezember 2016 (ISIN: GB00BZCNLL95, Bloomberg-Ticker: BBH LN).

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

Zurich

Die Zurich Gruppe Deutschland hat den Altezza Bürokomplex in München erworben. Verkäufer des 2009 erbauten Bürogebäudes ist die Warburg-HIH Invest Real Estate. Über den Kaufpreis vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Beraten wurde Zurich bei der Transaktion durch Luther Köln.

BEKB

Die BEKB Roggwil wird per 30. Juni 2017 in die Niederlassung Langenthal integriert. Die betroffenen Mitarbeitenden werden bei der BEKB weiterbeschäftigt. Die Integration erfolgt, weil sich das Kundenverhalten im Bankgeschäft stark verändert hat.

UBS

Mit Blick auf die Art Basel im amerikanischen Miami fasst die Schweizer Grossbank ihre erhebliche Kunstsammlung in einem neuen Bildband zusammen. Das Buch «UBS Art Collection: To Art its Freedom» wird an Januar 2017 erhältlich sein.

Vontobel AM

Die europäische Ratingagentur Feri EuroRating Services und die Verlagsgruppe Handelsblatt haben die Schweizer Bank Vontobel als besten Asset Manager für Rohstoffe in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgezeichnet.

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