Dürfen sich Banken auf den AIA verlassen?

Banken müsssen die Steuerkonformität ihrer Kunden prüfen. Das ist aufwändig, findet Dominic Gubler von der Bankiervereinigung. Er fordert, dass Banken bei Konten, die über den AIA gemeldet werden, Steuerkonformität annehmen dürfen.

Dominic Gubler 100Dominic Gubler ist Steuerkonsulent bei der Schweizerischen Bankiervereinigung

Im Zuge der Umsetzung der revidierten FATF-Empfehlungen hat der Schweizer Gesetzgeber bestimmte Steuerdelikte zur Geldwäschereivortat erklärt. Das führt implizit dazu, dass Banken die Vermögenswerte ihrer Kunden seit dem 1. Januar 2016 auf Steuerkonformität prüfen müssen.

Banker sind keine Steuerpolizisten...

Die neue Gesetzgebung ist unbefriedigend. Sie scheint fälschlicherweise davon auszugehen, dass Banken die Steuerberater ihrer Kunden sind oder über behördliche Ermittlungskompetenzen verfügen, so dass sie sich ein umfassendes Bild über die steuerliche Situation ihrer Kunden machen können. In Wahrheit ist es für Banken enorm schwierig zu erkennen, ob die Vermögenswerte ihrer Kunden steuerkonform sind. Abgesehen davon darf das auch gar nicht die Aufgabe einer Bank sein – Banken sind keine Steuerpolizisten!

...und machen trotzdem deren Arbeit

Trotzdem: Die neue Gesetzgebung muss eingehalten werden. Banken müssen die Vermögenswerte ihrer Kunden einer Steuerkonformitäts-Prüfung unterziehen. In der Praxis geschieht dies oft auf der Basis bestimmter Indizien. Anhand dieser Indizien soll eine Bank Verhaltensmuster erkennen, die auf eine fehlende Steuerkonformität hindeuten.

Demgegenüber legt eine schriftliche Bestätigung des Kunden, wonach seine Vermögenswerte ordnungsgemäss versteuert sind, den Schluss auf tendenziell steuerkonforme Vermögenswerte nahe. Wurde die Bestätigung vom Steuerberater oder Rechtsanwalt des Kunden ausgestellt, hat sie eine noch grössere Glaubwürdigkeit.

Steuerbehörden müssen Hausaufgaben selbst machen

So weit, so umständlich. Aber wie sieht es eigentlich mit Vermögenswerten auf Konten aus, die künftig im Rahmen des internationalen automatischen Informationsaustauschs (AIA) den zuständigen Steuerbehörden gemeldet werden? Dürfen Banken davon ausgehen, dass diese Vermögenswerte steuerkonform sind?

Diese Frage sollte vom Gesetzgeber oder Regulator bejaht werden! Dadurch würde die Problematik der in der Praxis enorm schwierigen Steuerkonformitätsprüfung zumindest bei jenen Konten entschärft, die vom AIA betroffen sind.

Flächendeckende Umsetzung

Abgesehen davon würde das auch inhaltlich Sinn machen: Die Bank meldet die Vermögenswerte ihrer Kunden an die Steuerbehörde, welche die Informationen dann an die Steuerbehörde des Wohnsitzlandes des Kunden weiterleitet. In diesem Fall soll sie auch davon ausgehen dürfen, dass die Steuerbehörde die Vermögenswerte besteuert.

Auch aus dieser Perspektive wäre es für Banken somit wichtig, dass der AIA tatsächlich wie geplant flächendeckend umgesetzt wird.

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NEWS GANZ KURZ

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Die Ende Oktober angekündigte Lancierung der Beteiligungsgesellschaft BB Healthcare Trust plc an der London Stock Exchange wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen eines Aktienplatzierungs-programms konnte in der Erstemission ein Platzierungsvolumen von GBP 150 Mio. realisiert werden. Der erste Handelstag im Premium Segment der Londoner Börse ist der 2. Dezember 2016 (ISIN: GB00BZCNLL95, Bloomberg-Ticker: BBH LN).

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

Zurich

Die Zurich Gruppe Deutschland hat den Altezza Bürokomplex in München erworben. Verkäufer des 2009 erbauten Bürogebäudes ist die Warburg-HIH Invest Real Estate. Über den Kaufpreis vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Beraten wurde Zurich bei der Transaktion durch Luther Köln.

BEKB

Die BEKB Roggwil wird per 30. Juni 2017 in die Niederlassung Langenthal integriert. Die betroffenen Mitarbeitenden werden bei der BEKB weiterbeschäftigt. Die Integration erfolgt, weil sich das Kundenverhalten im Bankgeschäft stark verändert hat.

UBS

Mit Blick auf die Art Basel im amerikanischen Miami fasst die Schweizer Grossbank ihre erhebliche Kunstsammlung in einem neuen Bildband zusammen. Das Buch «UBS Art Collection: To Art its Freedom» wird an Januar 2017 erhältlich sein.

Vontobel AM

Die europäische Ratingagentur Feri EuroRating Services und die Verlagsgruppe Handelsblatt haben die Schweizer Bank Vontobel als besten Asset Manager für Rohstoffe in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgezeichnet.

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