Die neue Powerfrau der Credit Suisse

Mit Pamela Thomas-Graham übernimmt bei der Credit Suisse eine Frau gleich mehrere Leitungsfunktionen. Damit setzt CEO Brady Dougan ein Zeichen.

Pam_1Ob Personalberater im Bankenbereich, Unternehmensberater für Öffentlichkeitsarbeit oder Branding- und Kommunikationsspezialist – das Echo auf die Wahl von Pamela Thomas-Graham zur neuen Chefin für Personalwesen, Unternehmenskommunikation, Markenführung und Werbung bei der Credit Suisse ist positiv.

«Das ist eine mutige, aber sicherlich richtige Entscheidung», sagt Raoul Stöhlker, Chef der Zolliker Kommunikationsfirma Stöhlker. Auch Roger Sandmeier, Creative Director der Zürcher Werbeagentur Facing, findet es gut, dass eine Frau in diese Position gewählt wurde. Weil es in der heutigen Zeit entscheidend sei, dass vermehrt weibliche Energien in das Businessumfeld einfliessen würden, so Sandmeier.

Roman Bussinger von der Schweizer a&u Kaderberatung findet es ebenfalls positiv, dass eine Frau in die Geschäftsleitung der Credit Suisse berufen wurde, auch wenn dies allein natürlich nicht den Ausschlag gab.

Zwischen High-Society und US-Politik

Mit der Wahl der 46-jährigen Pamela Thomas-Graham stelle die Credit Suisse Fachkompetenzen, Soft Skills und Führungskompetenz in den Vordergrund, erklärt Bussinger weiter. Dass diese Frau sowohl in New Yorks High-Society als auch in der US-Politik gut vernetzt ist und bereits mehrere Spitzenpositionen in der US-Wirtschaft inne hatte, sei für die Schweizer Grossbank sicher sehr nützlich. «Schliesslich ist die Credit Suisse global tätig, und die USA sind ein wichtiger Markt», so Bussinger.

Auch dass sie Afro-Amerikanerin ist, trägt laut Bussinger zur Glaubwürdigkeit der Credit Suisse bei. «Ziel vieler Unternehmen heute ist es, der Diversity Rechnung zu tragen. Die Credit Suisse hat dies nun weiter geführt».

Gute Aussenwirkung

«Diese Frau wirkt dynamisch, kraftvoll und international», erklärt Raoul Stöhlker. «Mit ihr vermittelt die Credit Suisse eine Vision, wohin man sich in Zukunft bewegen will».

Pamela Thomas-Graham hat ihr Studium der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften an der Harvard Universität mit Bestnoten abgeschlossen und war während dieser Zeit auch bei Goldman Sachs im Personalwesen tätig. «Diese Verbindung von Sachverstand und Energie vermittelt Kompetenz. Die Frau scheint ihren Aufgaben gewachsen zu sein. Das kann eine gute Aussenwirkung für die Credit Suisse haben», so Stöhlker.

Zuletzt arbeitete Pamela Thomas-Graham als Managing Director bei der Private-Equity-Gruppe Angelo, Gordon & Co. in New York. Zuvor war sie unter anderem Group President beim Modeunternehmen Liz Claiborne sowie Vorsitzende und Geschäftsführerin von CNBC Television und CNBC.com. Während zehn Jahren war sie zudem bei der Beratungsfirma McKinsey, zuletzt als Partner.

Zu viele Jobs für eine Person?

Trotz all der positiven Attribute wirft die Besetzung auch Fragen auf. «Ich zweifle nicht an der fachlichen Kompetenz von Frau Thomas-Graham», erklärt Sandmeier. «Ich frage mich aber, weshalb das Personalwesen, die Markenführung und die Kommunikation einer einzigen Person angehängt werden». Gerade im gegenwärtigen Marktumfeld, da die Schweizer Banken stark unter Druck stünden, müsse man annehmen, dass dem Branding grösste Aufmerksamkeit geschenkt werde, so Sandmeier.

CS-CEO Brady Dougan sagt: «Ich bin überzeugt, dass Pamela Thomas-Graham mit ihren vielseitigen Kenntnissen beste Voraussetzungen mitbringt. In ihrer neu geschaffenen Rolle wird Pamela Thomas-Graham dazu beitragen, dass unsere Mitarbeitenden und Spitzenkräfte aus der ganzen Branche in der Credit Suisse den attraktivsten Arbeitgeber erkennen.»

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden.

DAS BESTE IM WEB

Gute Stories und Links aus aller Welt

  • Die Rendite ist weiblich
  • Das sind Trumps Einflüsterer
  • Diese TV-Stars verdienen am meisten
  • Erfindungen, die Leben retten
  • So sehen die Innovations-Labs der Banken aus
  • Die geschrumpften Banken auf einen Klick
mehr

SELECTION

Die spektakulärsten Bankgebäude der Welt

Die spektakulärsten Bankgebäude der Welt

Eine Expertenjury hat die weltweit 15 beeindruckendsten Firmensitze gekürt.

Selection

Selection

Diese Bank bezahlt am besten

Bei den Löhnen sticht eine Bank mit grossem Abstand hervor.

Selection

NEWS GANZ KURZ

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

Gottex

Der angeschlagene Vermögensverwalter Gottex will den Nennwert seiner Aktien von 1 auf 0,10 Franken senken. Darüber sollen die Aktionäre am 30. Dezember an einer ausserordentlichen GV befinden. Das Unternehmen hat erst kürzlich die zweite Runde einer Rekapitalisierung abgeschlossen.

Generali

Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

weitere News