Stuttgart schreckt zurück, Düsseldorf greift zu

Baden-Württemberg lässt die Finger von der gestohlenen CD: Amtsträger könnten sich durch einen Kauf strafbar machen. Nordrhein-Westfalen kauft die Daten.

Als erstes Bundesland schreckt Baden-Württemberg vor einem Kauf der Daten von Steuersündern, die ihr Geld in die Schweiz schafften. Das erfuhr die «Badische Zeitung» nach einem Spitzengespräch der Regierung.

Wie mit dem Angebot verfahren werden soll, will das Land dem Bundesfinanzministerium überlassen. Das beschlossen Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) und sein Stellvertreter Justizminister Ulrich Goll (FDP) sowie Finanzminister Willi Stächele (CDU).

Dagegen meldet «Spiegel online», dass das Bundesland Nordrhein-Westfalen – konkret: die Steuerfahndung Wuppertal – die Steuersünder-CD für 2,5 Millionen Euro erworben habe; damit gelangt der Fiskus zu Angaben über rund 1'400 Personen mit Bankverbindungen in der Schweiz.

Die Bussfertigkeit nimmt rapide zu

Während das Berliner Ministerium bisher keine rechtlichen Probleme erkennt, sehen die Baden-Württembergischen Minister Goll und Mappus die Gefahr, dass sich Amtsträger durch den Kauf strafbar machen und deshalb verfolgt werden könnten.

Die Zahl der Steuersünder, die sich anzeigen, steigt indes rasant. Bis Donnerstag hatten sich 1‘302 Baden-Württemberger bei den Finanzämtern gemeldet. Das Volumen nachzuversteuernder Kapitalerträge beläuft sich auf 139 Millionen Euro. «Die Bussfertigkeit nimmt rapide zu in der Karzeit», sagte Finanzminister Stächele.

 

 

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NEWS GANZ KURZ

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

Gottex

Der angeschlagene Vermögensverwalter Gottex will den Nennwert seiner Aktien von 1 auf 0,10 Franken senken. Darüber sollen die Aktionäre am 30. Dezember an einer ausserordentlichen GV befinden. Das Unternehmen hat erst kürzlich die zweite Runde einer Rekapitalisierung abgeschlossen.

Generali

Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

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