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«Es herrscht vor allem die Asset-Not» PDF Drucken Diesen Beitrag per E-Mail weiterempfehlen
Dienstag, den 30. März 2010 um 06:47 Uhr

Die Krise hat in den Bankbilanzen grössere Spuren hinterlassen als im Recruiting, sagt Lea M.  Sauer vom Executive-Unternehmen Orbis.

Lea.SauerNach den «personalintensiven» Restrukturierungen herrscht im Bankensektor schon wieder Personalnot. Allein Credit Suisse und UBS haben auf ihren Websites zur Zeit in der Schweiz 775 Jobs ausgeschrieben.

Lea Sauer sieht aber nicht nur die Personalknappheit: «Es herrscht Not im Finanzsektor, aber weniger die Personalnot als die Asset-Not». Die Rufe nach kundenorientierten Private Bankers mit schwindelerregenden Kundenvermögen sind laut.

Unüberhörbar auch die Nachfrage nach Beratern mitAkquisitionsstärke. Es genügt längst nicht mehr, 50 Millionen Franken pro Jahr neu zu akquirieren, um den Ansprüchen der Institute zu genügen, hält Lea Sauer fest. Das dringend benötigte Know-How schafft aber auch intern Durchzug.

Im Boom und im Niedergang kam so vieles im internen Dialog zur kurz – und seien es nur sorgfältige Personalgespräche gewesen. In jedem Unternehmen gibt es indes überdurchschnittliche Talente, die auch entdeckt werden wollen, sagt Sauer: «Die Kehrtwende zum einzelnen Glied der Wertschöpfungskette ist im Gang. Damit kommt wieder Quality first auch im Personal-Management zum Zug.»

Mehr Chancen für 50 plus

Auch die Kategorie 50 plus hat in der Kundenberatung wieder neue Perspektiven. Die Banken erinnern sich wieder daran, dass diese Kategorie Mitarbeiter nach der Pensionierung die Kundenvermögen meist in der Bank lassen. Die Assets der Routiniers sind weniger flüchtig, stellt Sauer fest.

Der Run nach mehr Assets prägt das derzeitige Auswahlverfahren im Finanzsektor stark. «Es werden nur Private Bankers rekrutiert, welche über entsprechende Kundenportfolios verfügen und nachweislich stark in der Akquisition von neuen Kundengeldern sind».

Die Lohnspirale dreht sich – nach oben

Die Profile sind anspruchsvoller geworden. Wer vorwärtskommen will, muss heute über einen fundierteren schulischen und fachlichen Hintergrund verfügen, etablierte Kundenbeziehungen, einen längeren und besseren Leistungsausweis mitbringen als vor der Krise – und last but not least – mehr Markt- und Produktekenntnisse anbieten.

Kein Wunder also, dass sich die Lohnspirale munter nach oben dreht, sagt Lea Sauer – vielleicht gerade deshalb, weil die Banken die Krise auch als Chance nutzten, die schwächeren Kräfte auf die Transferliste zu setzen und nun teurere Qualitäten suchen.

Im Verhalten von Arbeitgeber und Arbeitnehmer in der Bankbranche hat sich weniger geändert als man angesichts der verheerenden Wirkungen der Finanzkrise hätte erwarten können. Vielleicht zu wenig, meint Sauer.

Lea M. Sauer ist Gründerin, Managing Partner, Mitglied des Verwaltungsrates der 1996 gegründeten ORBIS Executive Search AG, Zürich.


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Kommentare 

 
#4 2010-03-31 22:22
ha hahahaha, dieses Artikel ist wirklich zu lachen, weiter so finews!
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#3 2010-03-31 13:48
Banken, welche von ihren Beratern 50 und mehr Mio. an Assets pro Jahr erwarten haben nicht begriffen, dass sich die Dinge geändert haben und sind darum als wenig seriös zu betrachten. Die Kunden wollen heute nicht mehr wechseln und wenn, dann nur wenn der Leidensdruck sehr, sehr gross ist. Wenn ein Berater wirkich solche Beträge bewegen kann, dann ist er dumm zu einer normalen Bank zu gehen. Es gibt dann bessere Lösungen, Lösungen die eine eben so gute Infrastruktur bieten können und als Depotbank nimmt man ein oder zwei Top-Adressen. In einem solchen Konstrukt arbeitet dann ein guter RM sehr viel freier und verdient erst noch das Doppelte.
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#2 2010-03-30 22:21
warum sollte ein Kundenberater mit dieser Akquisitionsstärke noch bei einer Bank arbeiten? Um sich von seltsamen Produkt-Push Aktionen pressen zu lassen? Den RoA pro Kunden auf 200bp p.a. (minimum) zu heben, ohne Rücksicht auf Zinsumfeld und effektiver Risikotragfähigkeit?

Es geht schon lange nicht mehr um eine echte, faire und qualitativ hochstehende Beratung. Originalton: Guy, you have to "print" money! ...alleine schon der Ausdruck "print"!!!
Jedem Kundenberater, der effektiv 50m und mehr akquirieren kann soll sich selbständig machen. Alleine schon aus Schutz für seinen Kunden vor seltsamer RoA Gier die aktuell vorherrscht!
Bei wesentlich höherer effektiver Rendite für den Kunden verdient der Kundenberater effektiv mehr. Er ist ausgeglichener und kann sich der wesentlichen Kundenberatung mehr Zeit widmen.
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#1 2010-03-30 09:50
Die gute Frau Lea soll doch vielleicht erst einmal 50M Neugeld akquirieren, dann tief durchatmen und nochmals zum Interview antraben....
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