Die Andeutung von Jim Rogers

Er habe eines der grössten Finanzinstitute der westlichen Welt geshorted, warnt der Finanzguru. Und zwar ist es eine Bank, die allgemein als extrem solide gilt.

Wo gehen Sie Short-Positionen ein? Diese Frage stellte ein Reporter der indischen «Economic Times» an Jim Rogers. Im Interview, das am Donnerstag veröffentlicht wurde, nannte der Anleger-Guru drei Positionen: erstens ein US-amerikanischer Aktienindex; zweitens ein Emerging-Markets-Index; drittens die Aktien «einer der grossen internationalen Finanzinstitutionen des Westens».

Im Verlauf des Gesprächs konkretisierte der Mann mit der Fliege, dass es sich bei der erwähnten Finanzinstitution um eine Bank handelt – und zwar um eine Bank, die allgemein als «extrem solide» beurteilt wird.

Wenn er die Lage richtig beurteile, so Rogers weiter, stehen wir vor weiteren Währungsproblemen und Turbulenzen in den Finanzmärkten.

«Als eine der ersten getroffen»

Bereits im Herbst 2008 hatte Rogers erfolgreich gegen westliche Banken gewettet. Nun shorte er die nicht genannte «major western financial institution», weil sie sehr hoch bewertet sei, erläuterte Rogers weiter. Und sobald sich die Märkte konsolidieren,  werde diese Bank «als eine der ersten durch die Währungs- und Finanzmarkt-Turbulenzen getroffen.»

Allerdings: Anders als vor zwei oder drei Jahren sehe er heute in der Finanzbranche grundsätzlich keine Blase. Rogers erkennt derzeit nur zwei Blasen, nämlich erstens den Immobilienmarkt in den chinesischen Städten, zweitens den Markt für amerikanische Bundesobligationen.

Die Frage ist also: Welche Bank wird hier als so heikel beurteilt? Natürlich führte Rogers' Andeutung umgehend zu allerlei (mehr oder weniger ernst gemeinten) Spekulationen. Im Blog von «Business Insider» genannt wurden beispielsweise:

  • JP Morgan (allgemein wegen der Zinsswap-Exposure);
  • JP Morgan (wegen der nennenswerten Exposure in europäischen Staatsanleihen);
  • Wells Fargo (wegen dem Hypotheken-Sekundärmarkt);
  • eine grosse deutsche Bank, die stark in Südeuropa engagiert ist;
  • «possibly a Swiss Bank» (weil europäische Banken allgemein so stark im Euro drinhängen);
  • eine kanadische Bank (weil einige von ihnen auf All-Time-Highs notieren);
  • Deutsche Bank («weil die einen Eigenhandel betreiben, dass Goldman Sachs daneben aussieht wie ein Limonadenstand»);
  • Société Générale (weil ein Freund, der dort arbeitet, dem Schreiber Ende 2008 mal über seine Aufgabe sagte: «Ich verstecke Verluste»);
  • BNP (vollbeladen mit Fortis-Problemen, grosse PIIGs-Exposure);
  • Santander (ebenfalls grosse PIIGS-Exposure);
  • BBVA (weil sie nicht nur Euro-Exposure hat, sondern auch stark in US-Immobilien involviert ist).

Ein Leser witzelte auch: die US-Notenbank. Was einen anderen sogleich zum Widerspruch reizte: Rogers habe gesagt, die Bank gelte als «extrem stabil».

Die spielerische Debatte hat einen ernsthaften Hintergrund: Es mehren sich die Stimmen, laut denen bei internationalen Grossbanken mit schweren Turbulenzen zu rechnen ist. Die Rating-Agentur Moody's warnte am Donnerstag davor, dass sich die Staatsschulden-Krise aufs europäische Bankensystem ausweiten könnte – und dort Dominoeffekte auslösen könnte. Und bekanntlich erreichen auch die CDS auf europäische Grossbanken neue Rekordmarken.

BankCDS.6.Mai

 

 

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NEWS GANZ KURZ

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

Gottex

Der angeschlagene Vermögensverwalter Gottex will den Nennwert seiner Aktien von 1 auf 0,10 Franken senken. Darüber sollen die Aktionäre am 30. Dezember an einer ausserordentlichen GV befinden. Das Unternehmen hat erst kürzlich die zweite Runde einer Rekapitalisierung abgeschlossen.

Generali

Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

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Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

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