Schon mal was von Kolumbien gehört?

Auch ausserhalb der vier bekannten BRIC-Staaten lassen sich funkelnde Schwellenländer-Perlen finden, behauptet Nick Price von Fidelity.

Nick_PriceVon Nick Price, Fondsmanager bei Fidelity International

Das Wachstum der Schwellenländer in den vergangenen zehn Jahren verbinden viele Anleger mit den BRIC-Staaten Brasilien, Russland, Indien und China. Die Fussball-Weltmeisterschaft hat zudem Südafrika ins Rampenlicht gerückt.

Doch abseits der bekannten Märkte gibt es ebenfalls attraktive Investmentchancen. Die Volkswirtschaften der Emerging Markets unterscheiden sich strukturell.

Enormer Nachholbedarf

Das spiegeln die Wertentwicklung sowie die Chancen und Risiken der einzelnen Märkte wider. Eines haben sie jedoch alle gemeinsam: einen grossen Nachholbedarf bei Konsum und Infrastruktur.

Schwellenländer-Aktien haben in den vergangenen zehn Jahren eine enorme Wertsteigerung erlebt. Unter den BRIC-Staaten ist Brasilien der Spitzenreiter mit einem Plus von rund 300 Prozent.

Schwache Türken, noch schwächere Schweizer

An der Spitze aller Schwellenländer stehen jedoch kolumbianische Aktien mit einer spektakulären Zunahme von 1'200 Prozent über zehn Jahre, gefolgt von peruanischen Werten mit mehr als 560 Prozent.

Südafrika liegt mit einer Performance von rund 175 Prozent im Mittelfeld. An letzter Stelle stehen türkische Aktien, die im vergangenen Jahrzehnt «nur» um knapp 30 Prozent zulegten. Dagegen sind die Aktien im Swiss Market Index SPI im gleichen Zeitraum um rund 7,5 Prozent gefallen.

Eine Frage des Risikos

Die enormen Gegensätze verdeutlichen, dass gerade bei den Emerging Markets ein differenzierter Blick und eine detaillierte Analyse der Unternehmen notwendig sind.

Der MSCI Emerging Markets übertraf den MSCI World über den Zeitraum von zehn Jahren durchschnittlich um rund 10 Prozentpunkte pro Jahr.

Das eingegangene Risiko, das anhand der Volatilität der Märkte gemessen wird, war dabei für die Anleger etwas höher, doch die durchschnittliche Rendite pro Risikoeinheit ist deutlich besser als diejenige der Industrieländer.

Blick auf die Marktkapitalisierung

So haben im letzten Jahrzehnt Länder wie Kolumbien (0.95), Peru (0.75), Tschechische Republik (0.71) oder Chile (0.58) eine viel höhere Wertentwicklung pro Risikoeinheit erzielt als Märkte wie Japan (0.14), USA (0.09) und Grossbritannien (0.01).

Ein weiterer Aspekt ist die Marktkapitalisierung der börsenkotierten Unternehmen gemessen an den jeweiligen MSCI Indizes. Die vergangenen zehn Jahre zeigen die unterschiedliche Entwicklung der Kapitalmärkte in den Schwellenländern.

Spannende Anlageregion

Die Unternehmen in China konnten ihren Börsenwert in diesem Zeitraum um 15'000 Prozent steigern. Danach folgen mit grossem Abstand russische und kolumbianische Unternehmen, die ihre Marktkapitalisierung um 539 respektive 530 Prozent erhöht haben.

Trotz der Erfolgsgeschichte der letzten zehn Jahre stellen Schwellenländer-Aktien nur 13 Prozent der weltweiten Marktkapitalisierung. Hier ist noch viel Spielraum nach oben. Die vielfältigen Investmentchancen und das grosse Wachstumspotenzial machen die Schwellenländer zu einer spannenden Anlageregion.

Teil 2 der Erfolgsgeschichte

Bei chancenorientierten Investoren mit einem langfristigen Anlagehorizont sollten Schwellenländer im Portfolio nicht fehlen. Die Wachstumsstory der Emerging Markets ist noch lange nicht vorbei.

Eine günstige Bevölkerungsentwicklung, die fortschreitende Industrialisierung und ein immenser Rohstoffreichtum läuten gerade erst den zweiten Teil der Erfolgsgeschichte ein.

 

 

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Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

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Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

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Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

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Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

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Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

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Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

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