Giuseppe Manieri: Der 24-Stunden-Trader

Viele Akteure in der Finanzbranche sind noch immer auf Sinnsuche. Doch Giuseppe Manieri ist mit seiner Premium Currency Advisors AG voll auf Kurs.

Manieri_qDer Mann ist pausenlos auf Draht. Das kommt nicht von ungefähr. Seit gut zwanzig Jahren ist Giuseppe Manieri (Bild) im Währungsmanagement tätig und mittlerweile einer der erfolgreichsten seiner Zunft. Der Devisenhandel funktioniert rund um die Uhr. Und: Mit seiner Firma Premium Currency Advisors arbeitet der 42-jährige Trader im grössten und liquidesten Markt der Welt.

Manieri und sein Team betreuen primär institutionelle Investoren rund um den Globus und verwalten Portfolios diverser multinationaler Organisationen, doch Diskretion wird auch in diesem Fall gross geschrieben.

Als Aushängeschild des in Zürich domizilierten Unternehmens gilt der Anlagefonds Premium Currencies (YTD: +3,14 Prozent), für welchen Manieri und sein Team über die letzten sechs Jahre eine Performance von 86,40 Prozent erzielten – eine durchschnittliche jährliche Rendite von 10,19 Prozent bei einer Volatilität von 7,27 Prozent (Sharpe ratio: 1.26).

Vollsystematische Handelsstrategie

Dieses Produkt ermöglicht einer breiten Investorenbasis den einfachen Zugang zum Währungsmarkt und die Partizipation an Währungsschwankungen. Ferner eignet sich der Fonds auf Grund der niedrigen oder negativen Korrelation zu traditionellen Anlageklassen als optimale Diversifikation (S&P 500: -0.16).

Als Grundlage für den Premium-Currencies-Fonds dient eine vollsystematische Handelsstrategie, die Manieri im Laufe seiner Karriere entwickelt und stetig verbessert hat. Sie beruht auf einer Trendfolge-Komponente kombiniert mit einem statistisch-quantitativen Ansatz, um in allen Marktlagen kontinuierliche Profite zu erzielen.

Adaptiv in jeder Marktlage

Diese beiden Komponenten ermöglichen eine schnelle sowie spezifische Anpassung an das vorherrschende Marktumfeld, was in den heutigen Zeiten zentral ist. Dabei liegt ein zentraler Aspekt auf einem umfangreichen Research-Prozess, durch welchen das Handelssystem mit neuen Parametern und statistischen Auswertungen optimiert wird. Teile dieses Prozesses sind direkt im System integriert, um auf Tick-Basis mit den aktuellsten Werten versorgt und somit ausgesprochen adaptiv zu sein.

Dank dieser Ausrichtung konnte auch von den Ereignissen («Flash Crash») Anfang Mai profitiert werden (MTD: +2,15 Prozent), währenddessen viele andere Marktteilnehmer tief in die Verlustzone rutschten. Diese Stärke ist sicherlich auch auf das konsequente Risikomanagement zurückzuführen, welches die Premium-Currencies-Strategie optimal abrundet.

Hohes Ansehen in der Branche

Trotz dieses Erfolgs ist das Währungsteam von Premium Currency Advisors in der breiten Öffentlichkeit weitgehend unbekannt. Dafür geniesst das Unternehmen in der Branche selbst ein umso grösseres Ansehen. Doch wie konnte eine solche Reputation aufgebaut werden?

Der Ursprung von Premium Currency Advisors geht auf den Italo-Schweizer Manieri zurück, der den Einstieg in das Währungsmanagement über eine Banklehre fand. Gefesselt von diesem Metier verfeinerte er sein Handwerk bei verschiedenen Finanzhäusern im In- und Ausland. Im Anschluss daran arbeitete er für Eduard Giger.

Mentor Edi Giger

Der heute über 80-jährige Giger galt in den siebziger und achtziger Jahren als die Referenz im Währungsgeschäft und erwirtschaftete für die Zürcher Niederlassung der Citibank bisweilen höhere Erträge als alle übrigen Auslandfilialen des amerikanischen Finanzriesen zusammen.

Kein Wunder konnte sich der junge Manieri dank Giger ein enormes Wissen zulegen und ein einzigartiges Gespür für die ganz grossen Trades entwickeln. Von der Zusammenarbeit mit «Edi» Giger schwärmt Manieri heute noch, selbst wenn er sich anlagestrategisch inzwischen von seinem einstigen Lehrmeister emanzipiert hat.

Nur wichtigste Devisen im Visier

Im Gegensatz zu seinem Mentor beruhen Manieris Einschätzungen nicht auf fundamentalen Marktdaten. Der Schwerpunkt liegt vielmehr auf den Kriterien der technischen Analyse und statistischen Modelle. Nur so sei es möglich, unbelastet und flexibel zu operieren und auch kurzzeitig eine gegenläufige Strategie einzugehen, sagt Manieri, was aufgrund der Volatilität in den heutigen Märkten unumgänglich sei.

«Wenn man fundamental von einer Dollar-Schwäche ausgeht, kann man nicht plötzlich auf einen steigenden Greenback setzen», argumentiert er. Mit diesem Ansatz verfolgt das Währungsteam von Premium Currency Advisors die Entwicklung der wichtigsten Devisen, namentlich die Währungen der G-10-Staaten sowie einiger weiterer Länder wie die Schweiz und Neuseeland sowie Edelmetalle.

Von Swissfirst in die Selbständigkeit

Vor seinem Schritt in die Selbstständigkeit im Jahre 2007 war Giuseppe Manieri Mitglied der Geschäftsleitung der Swissfirst Bank und zusätzlich als Handelschef tätig. Für ihn war diese Zeit insofern lehrreich, als dass bei der Swissfirst schon damals ein leistungsorientierter und unternehmerischer Geist wehte – so, wie er inzwischen bei manch einem anderen Finanzinstitut ebenfalls Einzug hält.

Ein Meilenstein während dieser Zeit war die Gründung des erwähnten Fonds Premium Currencies, welchen er zusammen mit anderen Mandaten bei der Fusion zwischen der Swissfirst und der Bellevue Group in seine neue Gesellschaft integrierte.

UCITS-III-Fonds in Deutschland lanciert

Im Vergleich zu anderen Schweizer Finanzinstituten hat die Gesellschaft Premium Currency Advisors einen weiteren Vorteil: Mit ihrer Tätigkeit als Währungsmanagerin ist sie von der ganzen Bankgeheimnis- und Steuerdebatte ausgenommen. Denn ihre Kunden haben mehrheitlich einen professionellen institutionellen Hintergrund, aber auch bedeutende HNWIs zählen zum Investorenkreis.

Doch auch Manieri ist mit seiner Gesellschaft den stetigen regulatorischen Änderungen wie auch Einschränkungen ausgesetzt. Doch er erkannte diese frühzeitig und konnte sich entsprechend optimal positionieren. Denn bereits im Zuge der Finanzkrise und des wachsenden Bedürfnisses nach mehr Transparenz wie auch Regulierung lancierten sie im April 2010 den UCITS III Premium Currencies UI Fonds – der erste seiner Art! - welcher nach den strengen Vorgaben der deutschen Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht reguliert ist und somit den neusten Anforderungen entspricht. Dieser deckt alle bis anhin problematischen Aspekte von alternativen Anlageklassen ab und bietet europäischen Investoren ein besseres Anlageumfeld.

SEC-Regulierung in Abklärung

Aber auch auf internationaler Ebene legt das Währungsteam um Manieri sehr viel Wert auf regulatorische Aspekte, um die Transparenz für die Investoren zu erhöhen – so ist auf Grund des grossen Interesses aus Übersee gerade eine SEC-Regulierung für die Premium Currency Advisors in Abklärung.

Neben all diesen Aspekten wird aber auch die Entwicklung auf dem Finanzplatz Schweiz genauestens verfolgt. Die hiesige Branche muss sich neu orientieren. Die Zeiten, als die Vermögensverwalter noch enorme Margen einbauen und horrende Gebühren für wenig Service und Performance verlangen konnten, sind vorbei. Der Paradigmenwechsel werde einige Akteure aus der Bahn werfen – «Leute, die in der Vergangenheit allzu locker ihr Geld verdient haben», sagt Manieri.

Als «regulatorisches Gewissen» fungiert zudem Dr. iur Wolfram Kuoni, Wirtschaftsanwalt in Zürich und Verwaltungsratspräsident der Premium Currency Advisors AG.

Neue Geschäftsbereiche wichtig

Im internationalen Kontext prophezeit Manieri der Schweiz und ihrem Finanzplatz schwierige Zeiten, wolle man das Bankgeheimnismodell längerfristig aufrechterhalten. Denn das Ausland werde alles daran setzen, an das Geld zukommen, welches in den Schweizer Tresoren ruht.

Umso wichtiger sei es, dass die Schweiz neue Geschäftsbereiche auf- und ausbaue, betont Manieri weiter. Geschäfte, bei denen die Thematik um das Bankgeheimnis keine so offensichtliche Rolle spiele – das Währungsmanagement ist zweifellos eine solche Domäne.

Benchmark und Referenzwert

Dank seiner langjährigen Erfahrung geniesst der Italo-Schweizer mit seiner Gesellschaft mittlerweile einen Ruf, der weit über die Landesgrenzen hinaus reicht. So gehört Manieri auf der Währungsplattform Deutsche Bank FX-Select zu den besten Währungsmanagern und verwaltet darüber verschiedenste Mandate.

Ausserdem zählt der Fonds Premium Currencies zu den zwölf Referenzwerten im Währungsindex Barclay BTOP FX sowie zu diversen namhaften Benchmarks. Diese führende Stellung widerspiegelt sich ebenfalls in der Platzierung bei den Eurohedge Awards 2009, bei welchen das Team von Premium Currency Advisors den 2. Platz in der Kategorie CTA’s & Currency Funds belegte.

Volatilität geht weiter

Gerade weil viele Investoren in den letzten Jahren mit Aktien, strukturierten Produkten und Fonds zum Teil schlechte Erfahrungen gemacht hätten, sei das Interesse an anderen Anlagen wie zum Beispiel Währungen markant gestiegen, stellt Manieri fest. Dies belebe den Währungshandel, was durch Staatsinterventionen und die grassierende Verschuldung in der Welt für zusätzliche Volatilität sorge - jene Schwankungsanfälligkeit also, die Manieris Handelsstrategie zusätzlich entgegenkommt.

Ob der Dollar weiter an Terrain einbüsst, der Euro kollabiert oder die Schweizerische Nationalbank die Frankenstärke bändigen kann, spielt für Manieri und sein Team nur eine untergeordnete Rolle. Denn auf Grund des Trendfolge-Ansatzes und der quantitativen Komponente sind für die Handelsstrategie lediglich ein Trend und die Volatilität von Bedeutung, die in Anbetracht der momentanen weltweiten Ereignisse keinen Abbruch finden wird.

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NEWS GANZ KURZ

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

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