Deutschland kauft weiter illegale Bankdaten

Vordergründig diskutiert Deutschland offiziell mit der Schweiz um die Beilegung des Steuerstreits. Hinter den Kulissen werden jedoch wieder Daten-CDs gekauft.

Der jüngste «Dolchstoss» von Deutschland richtet sich gegen die Schweizer Privatbank Julius Bär. Gemäss diversen Medienberichten, darunter von «Reuters», soll das Bundesland Nordrhein-Westfalen eine Daten-CD mit 200 Kundendaten der Bank für 1,5 Millionen Euro erstanden haben.

Die Medienberichte werden von Julius Bär zur Kenntnis genommen, jedoch nicht weiter kommentiert, sagt Mediensprecher der Bank Martin Somogyi gegenüber finews.ch. Ob der Bank nun ähnliche Hausdurchsuchungen wie bei der Credit Suisse nach deren Daten-CD-Klau bevorsteht, ist noch ungewiss.

Sondierungsgespräche nicht in Gefahr

Mit dem Erwerb von illegal erstandenen Kundendaten stösst Deutschland der Schweiz abermals vor den Kopf. Auf offizieller Ebene wird derzeit auf Hochtouren am Abschluss der Sondierungsgespräche mit Deutschland über das Bankgeheimnis und die Steuern gearbeitet. Laut «NZZ» sollen noch diesen Monat die Eckpunkte des Abkommens ausgehandelt und die offiziellen Verhandlungen lanciert werden.

Gemäss Roland Meier, Pressesprecher des Eidgenössischen Finanzdepartements, habe der jüngste Daten-Klau keinen Einfluss auf die Gespräche. Bereits im März wurde im Anschluss an die Gespräche zwischen Bundesrat Merz und dem Deutschen Finanzminister Schäuble festgehalten, dass die Schweiz keine Amtshilfe auf Basis von gekauften Bankdaten leistet.

Souveränität untergraben

Gerade in diesem Kontext ist das Vorgehen von Nordrhein-Westfalen besonders fraglich. Das Bundesland hat wohl im Wissen gehandelt, dass die zwischenstaatlichen Verhandlungen nicht in Gefahr sind und somit wissentlich die Schweizer Souveränität infrage gestellt. Dass künftige illegale Daten-Erwerbe von deutscher Seite ausbleiben, muss im Deutsch-Schweizerischen-Abkommen festgehalten werden. Was sonst bringen die Verträge, wenn sich Deutschland die Hintertür zum illegalen Datenerwerb offen lässt?

 

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden.

DAS BESTE IM WEB

Gute Stories und Links aus aller Welt

  • Erfindungen, die Leben retten
  • So sehen die Innovations-Labs der Banken aus
  • Die geschrumpften Banken auf einen Klick
  • Morgan-Stanley-CEO macht Kasse mit Bankaktien
  • Trumps Kabinett der Milliardäre
  • London: Der Investmentbanker Europas
mehr

Follow us

Follow finews.ch on Twitter Follow finews.ch on Facebook Follow finews.ch on Google+ Follow finews.ch on LinkedIn Follow finews.ch on Xing Follow finews.ch on Youtube Follow finews.ch on Instagram Follow finews.ch

Newsletter

Newsletter-SymbolKostenlos abonnieren

Abonnieren Sie jetzt den finews.ch-Newsletter und Sie erhalten kostenlos 2x wöchentlich die wichtigsten News aus der Schweizer Finanzwelt per E-Mail.

Zürcher Bankenverband

News und Einschätzungen zum Zürcher Finanzplatz.

Beiträge lesen

Lohnvergleich

Lohnvergleich

Verdienen Sie genug? Vergleichen Sie doch mal Ihren Lohn.

zum Lohnvergleich

SELECTION

Die spektakulärsten Bankgebäude der Welt

Die spektakulärsten Bankgebäude der Welt

Eine Expertenjury hat die weltweit 15 beeindruckendsten Firmensitze gekürt.

Selection

Selection

So ruinieren Sie Ihre Karriere

Schon ein zu fester Händedruck könnte Ihrer Karriere abträglich sein.

Selection

NEWS GANZ KURZ

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

Gottex

Der angeschlagene Vermögensverwalter Gottex will den Nennwert seiner Aktien von 1 auf 0,10 Franken senken. Darüber sollen die Aktionäre am 30. Dezember an einer ausserordentlichen GV befinden. Das Unternehmen hat erst kürzlich die zweite Runde einer Rekapitalisierung abgeschlossen.

Generali

Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

weitere News