Der Finanzberater der Zukunft heisst iPad

In Zukunft werden Kundenberatungen nicht mehr mit Papier-Portfolios abgehalten, sondern auf Tablets. Das iPad macht es möglich.

Heute sehen Bankkunden beim Gespräch mit ihrem Anlageberater ihr Portfolio samt Performance, Produkten und wichtigen Dokumenten auf Papier, in seltenen Fällen auf dem Computer. Diese Geschäftspraxis soll aber bald der Vergangenheit angehören. Davon sind die IT- und Marketing-Experten zahlreicher Schweizer Banken überzeugt.

Vor einigen Tagen präsentierte der Software-Hersteller Finantix seine neue iPad-Plattform für Kundenberater und bewies, dass das iPad zu weit mehr dient, als bloss als Gadget. Die Software Wealth-X kann den gesamten Kundenstamm eines Relationship Managers (RM) verwalten und bietet dabei erstaunliche Möglichkeiten zur interaktiven Kommunikation mit dem Kunden, die bisher kaum denkbar waren.

Einige Finanzhäuser wie die Deutsche Bank haben bereits an einem Pilot-Projekt mit Wealth-X teilgenommen und konkrete Projekte in Angriff genommen. Das heisst das konkret?

«Das interaktive Papier»

finantix_kundeIm Gespräch kann der RM seinem Kunden eine Übersicht über die gehaltenen Assets aufzeigen (Bild 1) und je nach Wunsch bis in die Details einzelner Produkte vordringen. Zudem lassen sich die Assets in verschiedenen Ansichten nach Anlageklassen darstellen.

Zurecht bezeichnet Finantix-Director Alessandro Tonchia die Tablet-Anwendung als interaktives Papier. Denn neben der reinen Informationsverwaltung kann via Wealth-X auch direkt agiert werden. So kann die Anlagestrategie des Kunden – nach Wunsch auch live – angepasst, können Notizen zu Kundenanliegen gemacht und wichtige Dokumente angezeigt werden.

Der 24/7 Kundenberater

Tablets werden sich laut Tonchia durchsetzen, da sie «eleganter und diskreter» sind als Papier und Computer. Eigenschaften, die von Private-Banking-Kunden geschätzt werden. So kann ein Kundengespräch auch leicht während einer Autofahrt abgehalten werden. Und auch in der Hotellobby fällt ein Gespräch zwischen zwei Geschäftsleuten, die über ein iPad diskutieren weniger auf, als über einem Papierberg oder einem Computer.

Wealth-X eignet sich nicht nur für das private Kundengespräch, sondern soll die Berater auch bei ihrer täglichen Arbeit unterstützen. Laut Finantix sollen bereits jetzt achtzig Prozent der gesamten Arbeit eines RM via Wealth-X erledigt werden können. In drei Jahren wird das Programm gemäss weiteren Angaben bereits fähig sein, sämtliche Arbeitsabläufe eines RMs zu beherrschen.

Die ewige Krux mit der Sicherheit

finantix_uebersichtBereits jetzt besitzt der RM eine Übersicht über all seine Kunden und sieht auf einen Blick, welche Portfolios von der mit dem Kunden vereinbarten Strategie abweichen (Bild 2). Für unterwegs besitzt die Software zudem einen «Stealth Mode». In diesem sind die Kunden nur via Initialen ersichtlich, so dass fremde Blicke keine Informationen über vermeintliche Bankkunden erhalten.

Den beinahe grenzenlosen Anwendungsmöglichkeiten einer portablen Tablet-Plattform stehen die Risikobedenken und -anforderungen der Banken gegenüber. So stellt sich die Frage, ob es gegen das Schweizerische Bankgeheimnis verstösst, wenn ein RM sein iPad mit Kundendaten ins Ausland nimmt oder Daten vom Bankenservern im Ausland herunterlädt. Bankenvertreter sind sich jedoch einig, dass auch hier eine Lösung gefunden werden kann.

Für den Fall eines Verlustes oder gar Diebstahl eines Gerätes ist Finantix gewappnet. Die Software arbeitet mit der eineindeutigen Gerätekennung der Hardware und ist auf den jeweiligen Kundenberater und dessen Passwort abgestimmt. Im Verlustfall (oder bei einem Dissidenten) können die Daten von der Ferne aus gelöscht werden. Zudem kann je nach Einstellung gewählt werden, ob Daten auf das Gerät heruntergeladen und synchronisiert oder live vom Server gestreamt werden.

Die Zukunft ist Digital

finantix_iphoneMomentan gibt es die Wealth-X erst für das iPad und eine abgespeckte Version für das iPhone sowie Android-Mobiltelefone. In Zukunft sollen auch noch die weiteren Plattformen wie Android-Tablets und das Blackberry Playbook kompatibel gemacht werden. Auch eine eine spezielle Software für das Retail-Geschäft ist in Planung, fügt Tonchia an.

Derzeit hält Finantix auch Webseminare über ihre Wealth-X-Plattform ab. Anmelden können Sie sich über diesen Link.

 

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Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

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Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

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Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

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Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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