«2011 könnte positiv überraschen»

Mit seinen Anlageschwerpunkten erwartet der Vermögensverwalter Beat Wittmann im nächsten Jahr eine Performance von mindestens 20 Prozent.

Nach seinem Abgang bei der Bank Julius Bär hat Beat Wittmann sein eigenes Unternehmen gegründet: Dynapartners. Das in der Vermögensverwaltung tätige Unternehmen bietet seiner Klientel unabhängige Anlageberatung.

Wittmanns Modell sieht zudem vor, Kunden gegen eine fixe Gebühr und ohne Erfolgsbeteiligung zu betreuen. Dies sei eines der «Zukunftsmodelle in der Finanzindustrie», sagt der ehemalige Clariden-Leu- und Julius-Bär-Banker.

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Ungeordneter Staatsbankrott

Mit Blick auf das nächste Jahr haben die Dynapartners-Leute nun ihre Prognosen publiziert. Vorab: Sie erwarten eine globale wirtschaftliche Erholung, unterstützt durch eine expansive Geldpolitik. 2011 ist zudem ein Vorwahljahr und könnte deshalb positiv überraschen.

Gute Geschäftsbedingungen, eine verbesserte Konsumentenstimmung sowie unerwartet frühe strukturelle Anpassungen in der Euro-Zone, könnten zu einem über den Erwartungen liegenden Wachstum in den USA und Europa führen, schreibt Wittmann.

Mögliche negative Überraschungen könnten eine fehlende Erholung im US-Immobilien- und Arbeitsmarkt sowie ein «ungeordneter» europäischer Staatsbankrott sein. Die Anlageschwerpunkte im Detail sind:

Konsum in Asien

Die Investition in den wachsenden Wohlstand asiatischer Konsumenten ist gemäss Dynpartners eines der attraktivsten Anlagethemen. Die langfristigen Wachstumstreiber sind dabei eine vorteilhafte Demographie, hohe Sparquoten, eine zunehmende Urbanisierung und der hohe Nachholbedarf an hochwertigen Konsumgütern im asiatischen Raum.

Dynapartners favorisieren daher gut geführte westliche Luxusgüter-Unternehmen sowie etablierte und aufstrebende asiatische Firmen.

Opportunitäten im Finanzsektor

Der Finanzsektor bleibe das Kernstück jeder marktorientierten Wirtschaft, ohne deren Wiederbelegung es keine nachhaltige Erholung der globalen Wirtschaft geben könne, heisst es weiter.

Die Kombination von sich verstärkendem Wachstum mit weiterhin expansiver Geld- und Fiskalpolitik sei sehr positiv. Opportunitäten gebe es vor allem im Bereich unterbewerteter Bankbilanzen, Finanztechnologie und einzelner Länder.

Energie mit Defensiv-Charakter

Der Öl-Sektor habe 2010 Erträge unter den Erwartungen geliefert, stellen die Dynpartners-Leute fest. Die Öl-Förderung sowie der Öl-Preis würden wichtigen politischen und strukturellen Einflüssen unterliegen.

Die Rohöl-Preise werden gemäss Einschätzung daher weiter steigen, getrieben sowohl vom Bedarf Chinas als auch von einer sich erholenden US-Wirtschaft. Als Investoren schätzen die Dynapartners-Leute auch den defensiven Charakter des Energiesektors.

«Long» Deutschland/«Short» Spanien

Die Staatsverschuldung in peripheren europäischen Märkten bleibe eines der grössten Risiken für internationale Investoren. Daher investieren Dynpartners in Deutschland – auf Grund der Wettbewerbsfähigkeit, Liquidität sowie der soliden Staatsfinanzen.

Wittmans Unternehmen ist hingegen «short» Spanien. Die ungelösten Probleme im Immobilienbereich und Bankensektor würden den Markt belasten, ausserdem bestünden Zweifel am Willen der Politiker gegen etablierte strukturelle Defizite entschieden genug anzukämpfen.

Gold-Hausse hält an

Gold ist gemäss weiteren Angaben die ultimative harte Währung und der primäre Nutzniesser der Ängste vor einer Entwertung der Papierwährungen und dem forgesetzten Abwertungswettbewerb.

Vor diesem Hintergrund erwarten die Dynpartners-Experten, dass die Preissteigerung im Gold anhält, während die Hauptwährungen Dollar, Euro und Yen, auf Grund steigender Staatsdefizite und nicht finanzierbarer Sozialwerke weiterhin zu Schwäche neigen werden.

Vom Krisenmanagement zur Nachhaltigkeit

Aus makroökomischer Sicht biete das Jahr 2011 viel Grund zur Sorge, aber auch Hoffnungen. Die grösste Herausforderung für politische und wirtschaftliche Entscheidungsträger werde es sein, vom Krisenmanagement zu einer nachhaltigen Geld- und Fiskalpolitik überzugehen, um langfristigen Wohlstand zu schaffen.

 

 

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Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

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Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

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Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

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Der angeschlagene Vermögensverwalter Gottex will den Nennwert seiner Aktien von 1 auf 0,10 Franken senken. Darüber sollen die Aktionäre am 30. Dezember an einer ausserordentlichen GV befinden. Das Unternehmen hat erst kürzlich die zweite Runde einer Rekapitalisierung abgeschlossen.

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