Calmy-Rey spricht Tacheles über US-Steuerideen

Die Bundespräsidentin spricht aus, was in Bankenkreisen längst gedacht wird. Jetzt müssen diese klaren Worte auch noch über dem Atlantik gehört werden.

In ihrer Rede zur offiziellen Eröffnungsfeier der Botschafterkonferenz 2011 hat Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey auch das Steuerabkommen mit den USA angesprochen und findet hierfür einmal deutliche Worte.

«Was für uns nicht angeht, sind amerikanische Versuche, der Schweiz die Wahl der rechtlichen Mittel zur Datenherausgabe aufzudrängen», sagt Calmy-Rey in ihrer Rede. Die Mittel, welche von den USA angestrebt werden seien «zu langwierig oder rechtlich gar nicht zulässig, oder sind politisch nicht vertretbar», fügt die Bundespräsidentin an.

Klare Worte sind gefragt

Solche eindeutige Kommentare zu den amerikanischen Bestrebungen im Steuerstreit mit der Schweiz und dem Vorgehen der Amerikaner gegen Schweizer Banken waren bisher Mangelware. Bisher brachte es der Bundesrat nicht zustande, diesen Standpunkt auch auf der anderen Seite des Atlantiks klar zu machen.

Die Schweiz bietet ausländischen Staaten mit den bestehenden Doppelbesteuerungsabkommen gute Möglichkeiten, um an die Steuergelder ihrer Bürger zu geraten. Dies betont auch Calmy-Rey.

Den USA werden genügend Möglichkeiten geboten

«Mit dem bestehenden Doppelbesteuerungsabkommen und dem Änderungsprotokoll gibt es gute Instrumente, um auf dem verbesserten Amtshilfeweg zu substanziellen Resultaten zu gelangen. Dass massive Amtshilfe in tausenden von Fällen möglich ist, hat die Implementierung des UBS-Abkommens gezeigt», sagte Calmy-Rey.

Damit geben sich die USA hingegen nicht zufrieden und bombardieren munter diverse Schweizer Banken mit Klagen. Obwohl der Bundesrat dies erkannt hat, will er beispielsweise im Streit zwischen den USA und der Credit Suisse keine Amtshilfe leisten. Die Zeit scheint jedoch reif zu sein, dass der Bundesrat einerseits die Schweizer Banken verteidigt und andererseits seinen Standpunkt gegenüber den USA derart unmissverständlich formuliert.

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NEWS GANZ KURZ

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Die Ende Oktober angekündigte Lancierung der Beteiligungsgesellschaft BB Healthcare Trust plc an der London Stock Exchange wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen eines Aktienplatzierungs-programms konnte in der Erstemission ein Platzierungsvolumen von GBP 150 Mio. realisiert werden. Der erste Handelstag im Premium Segment der Londoner Börse ist der 2. Dezember 2016 (ISIN: GB00BZCNLL95, Bloomberg-Ticker: BBH LN).

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

Zurich

Die Zurich Gruppe Deutschland hat den Altezza Bürokomplex in München erworben. Verkäufer des 2009 erbauten Bürogebäudes ist die Warburg-HIH Invest Real Estate. Über den Kaufpreis vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Beraten wurde Zurich bei der Transaktion durch Luther Köln.

BEKB

Die BEKB Roggwil wird per 30. Juni 2017 in die Niederlassung Langenthal integriert. Die betroffenen Mitarbeitenden werden bei der BEKB weiterbeschäftigt. Die Integration erfolgt, weil sich das Kundenverhalten im Bankgeschäft stark verändert hat.

UBS

Mit Blick auf die Art Basel im amerikanischen Miami fasst die Schweizer Grossbank ihre erhebliche Kunstsammlung in einem neuen Bildband zusammen. Das Buch «UBS Art Collection: To Art its Freedom» wird an Januar 2017 erhältlich sein.

Vontobel AM

Die europäische Ratingagentur Feri EuroRating Services und die Verlagsgruppe Handelsblatt haben die Schweizer Bank Vontobel als besten Asset Manager für Rohstoffe in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgezeichnet.

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