Warum nicht einmal «Occupy»-Bürkliplatz?

Die «Occupy»-Aktivisten sollten weiter demonstrieren. Am Bürkliplatz gäbe es einen durchaus sinnvolleren Ort dafür, schreibt ein Leser von finews.ch.

In der Schweiz folgten am Wochenende zahlreiche Menschen dem globalen Aufruf, die Finanzplätze dieser Welt zu besetzen. Unter dem Titel «Occupy Paradeplatz» versammelten sich mehrere Hundert Aktivisten so auch in Zürich, um ihren Unmut gegen die Exzesse der Finanzindustrie zum Ausdruck zu bringen.

Natürlich konnten auch gewisse politische Parteien, allen voran die JUSO und die Grünen, nicht fehlen, und die den Medienrummel dazu verwendeten, um sich im Wahlendspurt als volksnah und bankenfeindlich zu profilieren.

Berechtigte Demonstration

Die Message der Veranstaltung war simpel: Wir brauchen zwingend mehr Regulierung im Bankenwesen und nötigenfalls darf von einer Verstaatlichung der Banken nicht abgesehen werden.

Obwohl die Aktivisten durchaus berechtigt gegen die Exzesse der Finanzindustrie und deren Entfernung von der Realwirtschaft demonstrierten, verkennen sie die Ursache des heutigen Malheurs.

Die Ursache der heutigen Masslosigkeit der Finanzwirtschaft liegt im Fractional Reserve Banking, welches den Banken erlaubt, nur einen Bruchteil der Kundeneinlagen als Reserve zu halten und den Rest als Kredit zu vergeben.

Bundeshaus besetzen

Dieses Recht erlaubt es den Banken, die Geldmenge zu erhöhen oder einfach gesagt, Geld aus dem Nichts zu schaffen! Ist es daher verwunderlich, dass diejenigen, welchen man das Recht gibt, Geld zu drucken, regelrecht in Geld schwimmen?

Wenn die «Occupy Paradeplatz»-Bewegung tatsächlich eine Änderung herbeiführen möchte, dann müsste sie sinnvollerweise das Bundeshaus besetzen und verlangen, dass die Banken den gleichen kaufmännischen Grundregeln wie alle anderen Unternehmen unterworfen werden und ihnen das Recht entzogen wird, eine Tätigkeit wie das Fractional Reserve Banking fortzuführen.

Würden sich die Aktivisten intensiver mit dem Finanzwesen auseinandersetzen, so müssten sie auch ein Augenmerk auf die Schweizerische Nationalbank (SNB) richten.

Kleinsparer kontinulierlich enteignet

Diese Institution, wie alle anderen Nationalbanken auch, ist der Grundpfeiler unseres maroden Finanzsystems. Seit der Loslösung vom Goldstandard haben die Nationalbanken in ungeheurem Ausmass die Geldmenge erhöht.

Dieses Vorgehen führt dazu, dass der in Nominalwerten denkende Kleinsparer kontinuierlich enteignet wird. Im Volksmund wird dieses Phänomen verharmlost als Inflation bezeichnet und als naturgegebene Erscheinung akzeptiert.

Ein Vergleich mit vergangenen Krisen würde bei den Aktivisten ebenfalls zur Einsicht führen, dass die Entstehung von Blasen und deren Platzen meist durch die expansive Geldpolitik der Nationalbanken initiiert wurde.

Meine Message an die Aktivisten lautet daher: Demonstriert bitte weiter! In der Nähe vom Bürkliplatz gäbe es jedoch ein durchaus sinnvolleren Ort dafür!

Vahan P. Roth, Zürich


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