E-Learning-Tool für Crossborder-Geschäfte

Olivier_Collombin_2Mit einem neuartigen Online-Lehrgang für grenzüberschreitende Geschäfte wird E-Merging zur zentralen Anlaufstelle für unabhängige Vermögensverwalter.

Als die Genfer Privatbank Lombard Odier März 2009 E-Merging lancierte, stiess das Online-Projekt zunächst nur auf wenig Resonanz in der Branche. Zu umständlich schien damals noch der Ansatz, unabhängige Vermögensverwalter virtuell miteinander zu vernetzen.

Keine drei Jahre später hat sich die Situation im Zeitalter von Facebook, Twitter und iPad grundlegend gewandelt: E-Merging hat sich für Hunderte von unabhängigen Vermögensverwaltern zu einer wichtigen Anlaufstelle entwickelt. Wie der Initiant, Olivier Collombin, gegenüber finews.ch erklärt, sollen nun zusätzliche Service-Leistungen das Angebot von E-Merging markant ausbauen. Worum geht es?

Breites Themenfeld

E-Merging ist eine Online-Plattform, auf der sich unabhängige Vermögensverwalter kostenlos einloggen können. Dafür müssen sie zunächst rund 50 Fragen zu ihrer aktuellen Geschäftssituation beantworten. Lombard Odier prüft dann einzeln, ob die Kriterien für eine Aufnahme gegeben sind.

In der Folge können die unabhängigen Vermögensverwalter im Sinne von «Social Media» miteinander in Kontakt treten. Den Grad an Diskretion können die Teilnehmer dabei selber bestimmen, indem sie ihre Identität nach Belieben offenlegen. Thematisch geht es auf E-Merging um Fragen der Expansion, Nachfolgeregelung oder der kritischen Grösse. Es kommt aber auch vor, dass manche Mitglieder Büroräumlichkeiten vermitteln oder eine Fusion anbahnen.

Mehr als 160 Milliarden Franken

Dem Netzwerk angeschlossen sind ebenfalls externe Firmen, die unabhängigen Vermögensverwaltern nützlich sein könnten. Sie bezahlen eine Gebühr von 3'000 Franken. Dazu gehören unter anderen Anwälte, Treuhänder, IT-Firmen, Personaldienstleister oder Unternehmensberatungen.

In der Schweizer Finanzbranche ist E-Merging einzigartig. Dem Netzwerk sind mittlerweile gut 420 Vermögensverwalter angeschlossen, die insgesamt rund 162 Milliarden Franken verwalten.

Mittelfristiges Ziel sind 200 Milliarden Franken respektive 500 Mitglieder, wie von Olivier Collombin zu erfahren ist. Rund 75 Prozent der gegenwärtigen Teilnehmer sind aus der Schweiz, der Rest stammt aus zwei Dutzend verschiedenen Ländern.

Neue Dienstleistungen

Angesichts der tiefgreifenden Veränderungen, die für unabhängige Vermögensverwalter in Sachen Steuern, Compliance oder Crossborder-Banking auf sie zukommen, will E-Merging weitere Dienstleistungen anbieten.

Dazu gehört ein so genanntes E-Learning-Tool für das Crossborder-Geschäft mit einzelnen Ländern respektive Kunden. Unabhängige Vermögensverwalter erhalten so die Möglichkeit, sich interaktiv in einer komplexen, heute aber unumgänglichen Domäne weiterzubilden.

Neues E-Learning-Tool für Crossboarder-Geschäft

Das am 1. Dezember aufgeschaltete Angebot ist ein Novum in der Branche. Das Tool ist für Lombard-Odier-Kunden gratis, für andere Interessenten kostet es 99 Franken.

«Der virtuelle Lehrgang gibt den unabhängigen Vermögensverwaltern die Möglichkeit, sich mit der Thematik des grenzüberschreitenden Bankgeschäfts fachlich kompetent auseinander zu setzen und dabei eine anerkannte Zertifizierung zu erhalten», ergänzt Olivier Collombin.

Neue Partner

Darüber hinaus will E-Merging weitere spezialisierte Unternehmen, die für unabhängige Vermögensverwalter von Nutzen sind können, als Partner gewinnen. Im Rahmen von teilweise anonymisierten Abfragemöglichkeiten sollen dabei die Mitglieder in die Lage kommen, die ihren Bedürfnissen entsprechenden Gesprächs- respektive Geschäftspartner zu finden.

«Angesichts der massiven Personalumwälzungen bei gewissen Banken soll die Plattform künftig auch Interessenten, die sich als unabhängige Vermögensverwalter selbständig machen wollen, als Sprungbrett respektive als Anlaufstelle für einen Erfahrungsaustausch dienen», erklärt Olivier Collombin.

Studienreise nach Fernost geplant

Die bisherige Erfolgsstory der anfänglich belächelten Plattform lässt sich sehen: Bisher wurden über E-Merging ungefähr 1'600 geschäftliche Kontakte angebahnt, bei denen Lombard Odier im Hintergrund auch teilweise profitieren konnte. Allerdings ist dies nicht das primäre Ziel, wie Olivier Collombin betont. E-Merging soll primär als die Anlaufstelle für unabhängige Vermögensverwalter gelten.

Unter diesen Prämissen plant E-Merging nächstes Jahr auch eine Studienreise für interessierte Vermögensverwalter nach Asien. Zwei Mitarbeiter des Hauses haben die möglichen Stationen dieser Reise bereits besucht und dabei ihre Erlebnisse und Erfahrungen in einem Blog dokumentiert.

Unabhängige Meinungen rund um das Thema Vermögensverwaltung sollen beim weiteren Ausbau von E-Merging ein noch stärkeres Gewicht erhalten, sagt Collombin.


Olivier_CollombinDer Walliser Olivier Collombin ist der Initiant und Leiter von E-Merging. Nach fünf Jahren bei der Credit Suisse stiess er 1987 zur damaligen Genfer Privatbank Danier Hentsch, die 2002 mit dem Konkurrenten Lombard Odier fusionierte.

Collombin baute den Geschäftsbereich für unabhängige Vermögensverwalter auf. Heute macht diese Sparte unter seiner Leitung rund 20 Prozent der Kundschaft von Lombard Odier aus.

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NEWS GANZ KURZ

Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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