Martin Gloor hinterlässt Flurschaden

In der Venture-Capital-Szene ist der Unmut über den verhafteten Zürcher Financier gross. Er soll Aktien von Start-ups zu unfairen Konditionen weiterplatziert haben.

Martin Gloor, der vor Wochenfrist in Untersuchungshaft gesetzte ehemalige Präsident des Zürcher Rennvereins («finews.ch» berichtete), hat sich in der Venture-Capital-Szene der Schweiz als umtriebiger Kapitalsammler gezeigt. Über seine Managementgesellschaft Core Capital Partners und im Ausland domizilierte Beteiligungsgesellschaften hat er für Kunden an zahlreichen Kapitalerhöhungen von jungen Gesellschaften teilgenommen.

Aufschlag 100 Prozent

Dabei hat er nicht nur – wie in der Branche üblich – Kommission von den Unternehmen kassiert. Er soll die von den Start-ups übernommenen Titel zu überhöhten Preisen in die Kundendepots gelegt haben. Die Aufschläge sollen bis zu 100 Prozent des Kaufpreises betragen haben, wie mit der Materie vertraute Kreise gegenüber «finews.ch» erklärten.

Mehr platziert als gekauft?

Im Raum steht auch der Verdacht, dass Gloor mehr Titel verkaufte, als er von einzelnen Unternehmen übernommen hat. Die Unternehmen könnten sich also nicht sicher sein, ob es nicht noch Anleger gibt, die davon ausgehen, zu ihren Aktionären zu gehören.

Geringe Chancen

Anleger, die sich übervorteilt fühlen, hätten eine geringe Aussicht, die finanziellen Schäden aus den zu überhöhten Preisen getätigten Engagements zu erhalten, meinte ein Unternehmer, der in Verbindung zu Gloor gestanden hatte. Gloors Konstruktion mit einem Beteiligungsvehikel in den Bermudas zum Beispiel erleichtern eine Wiedergutmachung auf rechtlichem Weg nicht gerade.

Flotte Miete

Und auch der Geschäftsstil von Martin Gloor lässt nicht hoffen, dass viel zu retten ist: So wird kolportiert, die Miete für die Sitzräumlichkeiten an der Bahnhofstrasse in Zürich habe 400‘000 Franken betragen.

Unternehmen, an denen sich Gloor beteiligt hatte, zählen sich zum Teil zu den Betroffenen, auch wenn sie keinen materiellen Schaden durch seine Umtriebe erlitten haben. Sie möchten lieber nicht mit ihm in Verbindung gebracht werden, könnte diese Beziehung doch einer weiteren Kapitalbeschaffung zurzeit abträglich sein. Für den Flurschaden in der Landschaft des Venture-Capital-Markts wird aber nicht Gloor aufzukommen haben.

Für Gloor gilt die Unschuldsvermutung.

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Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Die Ende Oktober angekündigte Lancierung der Beteiligungsgesellschaft BB Healthcare Trust plc an der London Stock Exchange wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen eines Aktienplatzierungs-programms konnte in der Erstemission ein Platzierungsvolumen von GBP 150 Mio. realisiert werden. Der erste Handelstag im Premium Segment der Londoner Börse ist der 2. Dezember 2016 (ISIN: GB00BZCNLL95, Bloomberg-Ticker: BBH LN).

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

Zurich

Die Zurich Gruppe Deutschland hat den Altezza Bürokomplex in München erworben. Verkäufer des 2009 erbauten Bürogebäudes ist die Warburg-HIH Invest Real Estate. Über den Kaufpreis vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Beraten wurde Zurich bei der Transaktion durch Luther Köln.

BEKB

Die BEKB Roggwil wird per 30. Juni 2017 in die Niederlassung Langenthal integriert. Die betroffenen Mitarbeitenden werden bei der BEKB weiterbeschäftigt. Die Integration erfolgt, weil sich das Kundenverhalten im Bankgeschäft stark verändert hat.

UBS

Mit Blick auf die Art Basel im amerikanischen Miami fasst die Schweizer Grossbank ihre erhebliche Kunstsammlung in einem neuen Bildband zusammen. Das Buch «UBS Art Collection: To Art its Freedom» wird an Januar 2017 erhältlich sein.

Vontobel AM

Die europäische Ratingagentur Feri EuroRating Services und die Verlagsgruppe Handelsblatt haben die Schweizer Bank Vontobel als besten Asset Manager für Rohstoffe in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgezeichnet.

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