ING AM: «Umfeld spricht für Dividendenstrategien»

Nicolas_Simar_2Dividendenstarke Aktien werden heute unter ihrem Wert gehandelt. Auch der Blick auf Schwellenländer lohne sich, findet Nicolas Simar von ING.

Nicolas Simar ist Head High Dividend Strategies von ING Investment Management.

Die Weltwirtschaft ist angeschlagen und das globale Wachstum dürfte von 3,5 Prozent in 2011 auf 2,9 Prozent im laufenden Jahr abnehmen. Die etablierten Wirtschaftsregionen Europa, USA und Japan werden weiter mit strukturellen Schuldenproblemen respektive mit den Folgen der verheerenden Erbeben- und Tsunami-Katastrophe zu kämpfen haben.

Diese Ausgangslage bildet den Nährboden für volatile Aktienmärkte und weiterhin tiefe Zinsen. In einem globalen Umfeld, in dem Wachstum und Erträge generell rückläufig sind, fokussieren Anleger vorzugsweise auf Dividendenstrategien.

Zeit für Neubewertung

Gerade in solchen Marktsituationen tragen Dividenden wesentlich zum Gesamtertrag eines Portfolios bei. Sie können über bestimmte Zeitabschnitte die einzigen positiven Erträge sein, während Kapitalgewinne und Dividendenwachstum ins Negative drehen können. Das Dividendenwachstum ist gerade bei einer Abkühlung der Weltkonjunktur weitaus weniger volatil als das Gewinnwachstum.

Für attraktive Erträge mit Dividendentiteln sprechen derzeit vor allem die Bewertungen der defensiven Aktien. So waren die beiden letzten Jahre für Value-Aktien schwierig.

Über einen Fünfjahreszeitraum blieben sie um 23 Prozent hinter den Wachstumswerten zurück. Jetzt ist jedoch Zeit für eine Neubewertung zyklischer Aktien: Viele Titel werden unter ihrem Wert gehandelt. Einerseits ist das Rezessionsszenario bereits eingepreist, andererseits kommen die soliden Bilanzen kaum zum Ausdruck.

Unterschiedliche Dynamik

Nicolas_SimarWichtig sind bei der Zusammenstellung des Dividendenportfolios die Diversifikation und die regionale Gewichtung. Denn in Asien und der USA sind im Vergleich mit Europa unterschiedliche Dynamiken zu beobachten. Grundsätzlich erscheinen derzeit die defensiveren Sektoren wie Gesundheit und Telekommunikation attraktiv.

In Europa ist es zudem derzeit angebracht, zyklischere Sektoren wie IT und Industrie aufzustocken, da diese die schlechten Nachrichten schon einpreisen. In den USA sind diese Sektoren jedoch noch unterzugewichten. Bei Konsumgütern sind frühzyklisch ausgerichtete Titel wie Accor, Daimler und ProSieben gegenüber spätzyklischen Titeln wie Reed Elsevier zu bevorzugen, grundsätzlich ist der Konsumsektor aber eher weniger attraktiv.

Finanztitel mit Potenzial

Nebst den genannten Sektoren haben in der Eurozone auch qualitativ hochwertige Finanztitel Potenzial. Liquidität ist in diesem Zusammenhang ein wichtiger Faktor. Insofern erhoffen wir uns von der Ausweitung der EZB-Bilanz nicht nur eine positive Wirkung auf die Bankenfinanzierung, sondern auch auf Kapital und Bewertung.

Durch Investitionsrückgänge haben sich ausserdem die Dividendenaussichten bei Versorgern verbessert. Im Jahr 2011 erreichten die Energiepreise ihren tiefsten Stand. Das heisst, dass die Gewinndynamik in diesem Sektor ihren Tiefpunkt hinter sich hat. Bei Gas ist es sogar so, dass das geringere Angebot an Atomstrom in Japan die Nachfrage nach europäischem Gas hebt.

Attraktive Emerging Markets

Eine spezielle Rolle kommt den Dividendentiteln in Schwellenländern zu. Dank der Stärke der Schwellenländer und der guten Verfassung der dort ansässigen Unternehmen bieten sich dividendenträchtige Investitionsmöglichkeiten. Die im letzten Jahrzehnt in den Emerging Markets beobachteten höheren Dividendenzuwachsraten sind ein klares Indiz für die zunehmende Interessewahrung der Aktionäre (vgl. Grafik).

Dividenden in Schwellenländern nehmen stetig zu

 

dividenden_tot_return

Dunkelblau: MSCI EM price (exkl. Dividenden); hellblau: MSCI EM total return (inkl. Dividenden)

Die Dividendenrendite von durchschnittlich 3,2 Prozent liegt in den Emerging Markets zwar noch unter derjenigen Europas (4,3 Prozent), übertrifft aber die Renditen für US-Werte (2,1 Porzent) und japanische Aktien (2,6 Prozent).

Voraussetzungen für Outperformance

Die tiefe Nettoverschuldung und die kräftigen Unternehmens-Gewinnspannen sprechen zudem für die Nachhaltigkeit und das Wachstum der Dividendenrenditen. Überdies liegen die Bewertungen der Aktien immer noch unter denen der entwickelten Märkte.

Höhere Umsatzzuwächse, solidere Bilanzen und günstigere Bewertungen schaffen die Voraussetzungen für eine Outperformance.

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Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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