Nationalbank: Noch ein Rücktritt

Bankratspräsident Hansueli Raggenbass tritt nicht zur Wiederwahl an. Die Nachfolge von Philipp Hildebrand im SNB-Direktorium soll bis April bestimmt sein.

Die Sache ist natürlich vornehmer formuliert: «Nachdem die diversen vom Bankrat der Schweizerischen Nationalbank in Auftrag gegebenen Arbeiten planmässig vorankommen, hat Bankrats-Präsident Hansueli Raggenbass den Bankrat sowie Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf informiert, dass er sich auf Ende der Amtsdauer 2008-2012 nicht mehr der Wiederwahl stellen wird.»

So meldet es die Nationalbank am Freitagabend. Aber klar ist, dass Hansueli Raggenbass auch ein Opfer der Hildebrand-Affäre geworden ist. Noch vor gut einem Monat, am 10. Januar, hatte der Bankratspräsident einen Rücktritt abgelehnt: Die Nationalbank brauchte Kontinuität, so Raggenbass' Erklärung vor den Medien.

Sämtliche Arbeiten «auf Kurs»

Da mit Fritz Studer ein weiteres Bankrats-Mitglied im Oktober seinen Rücktritt auf Ende der Amtsperiode eingereicht hat, wird der Bundesrat nun zwei neue Bankräte bestimmen müssen. Sie sollen formell an der Generalversammlung vom 27. April 2012 gewählt werden. 

Wie die SNB weiter meldet, seien «sämtliche Arbeiten auf Kurs» – gemeint sind damit jene drei Bereiche, die im Zuge der Affäre Hildebrand überprüft werden sollen. Es sind dies erstens die Kontrolle sämtlicher Finanztransaktionen der Mitglieder des Erweiterten Direktoriums von 2009 bis 2011 durch KPMG; zweitens die Revision des Reglements über die Eigengeschäfte; und drittens die Rekrutierung eines neuen Mitglieds des Direktoriums.

Status: Longlist

Bis wann mit Ergebnissen zu rechnen sei, gab die SNB heute nur vage bekannt. Die von Peter Forstmoser geleitete Arbeitsgruppe zur Revision des Reglements über Eigengeschäfte werde «ihre Arbeiten in den nächsten Wochen abschliessen, sodass der Bankrat voraussichtlich im März 2012 das revidierte Reglement verabschieden kann», so die Meldung.

Bei der Neubesetzung des vakanten Direktoriumspostens werde derzeit auf der Basis des Anforderungsprofils eine «Longlist» möglicher Kandidaten erstellt. Der Bankrat rechnet damit, im April dem Bundesrat den Namen des Kandidaten für das Direktorium unterbreiten zu können.

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