Vermögensverwalter stellen Forderungen

Wenn die Finma den Vermögensverwaltern den Zutritt zu den europäischen Märkten verschafft, wollen sich diese nicht gegen eine Beaufsichtigung wehren. 

rabian_280Zunächst stellt Alexander Rabian klar, dass es aufgrund der Schadensfälle aus der Vergangenheit kein Bedürfnis nach einer Unterstellung der unabhängigen Vermögensverwalter unter die Aufsicht der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (Finma) gäbe.

Rabian ist Vorsitzender der Geschäftsleitung der Selbstregulierungs-Organisation (SRO) des Verbandes Schweizerischer Vermögensverwalter. 

So hatte die Finma am Freitag vor den Medien angekündigt, namentlich für einen besseren Kundenschutz, neu auch die unabhängigen Vermögensverwalter beaufsichtigen zu wollen. wie finews.ch berichtete. 

Zahl und Grösse der Schadensfälle auf Kundenseite seien auf Bankenseite eindeutig höher – trotz Aufsicht durch die Finma, stellt Rabian dagegen im Gespräch mit finews.ch klar. 

 Trotzdem gute Chancen für Finma-Initiative

Dennoch beurteilt Rabian den Zeitpunkt für den erneuten Vorstoss der Finma als günstig, um die unabhängigen Vermögensverwalter nach 20 Jahren endlich unter ihre Fittiche nehmen zu können: «Die Anforderungen an den Berater werden ohnehin immer höher.»

So habe es im Fall Lehman, der den Ausschlag für die aktuelle Initiative der Finma gegeben hatte, Sündenfälle quer durch den ganzen Finanzsektor gegeben – im beaufsichtigten Teil wie im unbeaufsichtigten Teil. «Damals haben einige das Gegenparteirisiko schlicht ausser Acht gelassen.»

Vermögensverwalter wollen einen Vorteil daraus ziehen.

Dennoch macht Rabian klar:«Eine Finma-Aufsicht macht für uns nur dann Sinn, wenn den unabhängigen Vermögensverwaltern dafür der Marktzutritt in Zielländern wie Deutschland erleichtert wird.»

Die Chancen, einen solchen Marktzutritt auszuhandeln, stehen laut Rabian mit der Erneuerung des europäischen Aufsichtsrechts «MiFID II» gut (geplante Einführung: 2016/17).

 Annäherung an Europa schade nicht

Daher fordert der SRO-Anwalt die Finma auf, sich in Brüssel direkt und nicht nur bei ausländischen Aufsichtsbehörden verstärkt dafür einzusetzen, dass das Schweizer Aufsichtsrecht im gleichen Zug als gleichwertig anerkannt werde.

«Es ist falsch, wenn die Finma jetzt einfach verneint, dass es um eine Europäisierung des Schweizer Aufsichtsrecht geht», meint Rabian mit Anspielung auf entsprechende Äusserungen der Finma-Geschäftsleitung am Freitag.

Laut dem Rechtsanwalt sollten die Schweiz zwar nicht einfach europäisches Recht übernehmen. Doch eine Annäherung an Europa schade auch nicht.

Vermögensverwalter bieten EFD Zusammenarbeit an

Ausländische Kunden suchten letztlich auch in der Schweiz die gleiche Rechtssicherheit wie zu Hause, sagt Rabian. Zudem könnten ausländische Kunden in Rechtsstreitigkeiten oftmals bereits heute ihren Wohnort als Gerichtsstand und die Anwendung der dortigen Kundenschutzregeln durchsetzen. Entsprechende Urteile werden in der Schweiz ohne weiteres vollstreckt.

Im Namen der unabhängigen Vermögensverwalter bietet Rabian deshalb dem Finanzdepartement, bei dem der Ball nun liegt, die Zusammenarbeit an.

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NEWS GANZ KURZ

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Die Ende Oktober angekündigte Lancierung der Beteiligungsgesellschaft BB Healthcare Trust plc an der London Stock Exchange wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen eines Aktienplatzierungs-programms konnte in der Erstemission ein Platzierungsvolumen von GBP 150 Mio. realisiert werden. Der erste Handelstag im Premium Segment der Londoner Börse ist der 2. Dezember 2016 (ISIN: GB00BZCNLL95, Bloomberg-Ticker: BBH LN).

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

Zurich

Die Zurich Gruppe Deutschland hat den Altezza Bürokomplex in München erworben. Verkäufer des 2009 erbauten Bürogebäudes ist die Warburg-HIH Invest Real Estate. Über den Kaufpreis vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Beraten wurde Zurich bei der Transaktion durch Luther Köln.

BEKB

Die BEKB Roggwil wird per 30. Juni 2017 in die Niederlassung Langenthal integriert. Die betroffenen Mitarbeitenden werden bei der BEKB weiterbeschäftigt. Die Integration erfolgt, weil sich das Kundenverhalten im Bankgeschäft stark verändert hat.

UBS

Mit Blick auf die Art Basel im amerikanischen Miami fasst die Schweizer Grossbank ihre erhebliche Kunstsammlung in einem neuen Bildband zusammen. Das Buch «UBS Art Collection: To Art its Freedom» wird an Januar 2017 erhältlich sein.

Vontobel AM

Die europäische Ratingagentur Feri EuroRating Services und die Verlagsgruppe Handelsblatt haben die Schweizer Bank Vontobel als besten Asset Manager für Rohstoffe in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgezeichnet.

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