AXA IM: «Aus Illiquidität Rendite ziehen»

Christina_Bck_100Mit ABS besicherte Bankdarlehen stellen eine interessante Anlage für institutionelle Investoren mit langem Atem und viel Cash dar, wie Christina Böck von AXA Investment Managers findet.

Christina Böck ist Head of Investment Solutions Switzerland bei AXA Investment Managers. Ihre Kolumne für finews.ch erscheint monatlich.

Seit der Finanzkrise erlebt der europäische Bankensektor enorme strukturelle Umwälzungen, getrieben vom Bedarf der Entschuldung und der Veränderung der Regulierung, insbesondere durch Basel III. So werden die Banken in den nächsten Jahren ihre Finanzierungsquellen diversifizieren müssen.

Vor diesem Hintergrund begeben sie schon heute verschiedene, neuartige Schuldentypen. Dazu gehören wertpapierbesicherte (Asset-Backed-Securities, ABS) Darlehen .

Sicherheit von hoher Qualität

Mit Senior ABS besicherte Bankdarlehen sind Darlehen an eine Bank, die durch eine Sicherheit (oder Kollateral) in Form von Senior ABS garantiert werden. Somit profitiert der Investor von einer doppelten Garantie: die der Bank und die des Kollaterals.

Hinzu kommen verschiedene Sicherheitsklauseln, wie zum Beispiel der Eigentumsübergang des Kollaterals beim Eingehen der Transaktion und eine dynamische Über-Kollateralisierung. Ausserdem ist ein ABS eine Sicherheit von hoher Qualität, da es selbst schon eine intrinsische Sicherheit in seiner Struktur enthält.

Interessantes Risiko-Rendite-Verhältnis

Da ABS seit der Finanzkrise auf Grund des Verschwindens gewisser Investorengruppen stark an Wert eingebüsst haben, bieten sie heute eine besonders hohe Sicherheitsmarge. Die Investoren, die die Kenntnisse haben, um ein ABS und ein besichertes Darlehen zu evaluieren, sind eher selten, und daher können sie mit diesen privaten und sehr illiquiden Investitionen eine hohe Performance erreichen.

Diese Form des Darlehens hat ein wesentlich interessanteres Risiko-Rendite-Verhältnis als ungesicherte Darlehen oder Anleihen, da sie bei zusätzlicher Sicherheit eine ähnliche Rendite auf eine Laufzeit von meist drei Jahren bietet.

Schwankungsrisiko höchstens ein Tag

Der wichtigste Sicherheitsmechanismus ist die dynamische Über-Kollateralisierung: Die darlehensnehmende Bank stellt ein Pfand in Form eines ABS-Portfolios zur Verfügung, das schon den Betrag des Darlehens plus eine Sicherheitsmarge ausmacht. Von nun an wird der Wert dieses Kollaterals täglich überprüft, damit der Investor unabhängig von der Marktentwicklung immer genügend Sicherheit hält.

Wenn der Marktwert des ABS-Portfolios sinkt, so muss die Bank mehr Titel nachliefern, damit der Wert des Gesamtkollaterals wieder auf den Darlehensbetrag plus Sicherheitsmarge ansteigt (und umgekehrt). Dadurch wird sichergestellt, dass der Investor höchstens ein Marktschwankungsrisiko von einem Tag trägt.

Unterschiedliche Bewertung

Die Sicherheitsmechanismen schützen allerdings nicht vor unzutreffender Bewertung. Daher muss der Investor unbedingt die Verlässlichkeit der Preise sicherstellen, auf denen die Berechnungen des zu stellenden Pfandes basieren.

Einige ABS sind schwieriger zu bewerten als andere, da die Liquidität und der Zugang zu Marktpreisen jeweils unterschiedlich sind. Um einige Beispiele zu nennen, so sind europäische Senior ABS eher liquide, aber Mezzanine ABS (also Tranchen eines ABS, die nachrangiger in der Kapitalstruktur sind) sind es viel weniger.

Unterstützung bei der Selektion

Die für Investoren günstigsten Operationen sind die bilateralen zwischen ihm und einer Bank. So kann der Investor alle Aspekte aushandeln: die zu verpfändenden ABS, die Kriterien für den Austausch von Kollateral und die Bewertung der ABS.

Er kann aber auch einen kompetenten Portfolio-Manager damit beauftragen, ihn bei der Auswahl, Bewertung und Verhandlung der Operation zu unterstützen, insbesondere bei der Selektion der ABS und der Bestimmung der Sicherheitsmarge sowie der täglichen Verwaltung des Kollaterals.


Christina_Bck_PortraitChristina Böck (Bild) bildete sich an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster zur Diplom-Kauffrau aus, bevor sie einen Master in Management (Finance) an der H.E.C. in Paris erlangte.

Nach verschiedenen Praktika war sie ab 1994 bei der Dresdner RCM Gestion in Paris tätig. Später wechselte sie zur Allianz-Pimco-Gruppe, wo sie vier Jahre im Asset Management (internationale Anleihen) arbeitete.

Zu AXA Investment Managers in Paris stiess sie im April 2001. Seit März 2007 arbeitet Christina Böck in Zürich als Head of Investment Solutions Switzerland und ist dabei unter anderem für das Team CHF Fixed Income verantwortlich.

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Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

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Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

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Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

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Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

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