Das neue SNB-Reglement ist da

Der Bankrat hat das heiss erwartete neue Reglement verabschiedet. Private Finanztransaktionen werden künftig wesentlich eingeschränkt.


Das neue Reglement für private Finanzanlagen und Finanzgeschäfte von Mitgliedern der Bankleitung tritt auf den 1. Mai 2012 in Kraft. Dies teilt die SNB heute Montag in einem Communiqué mit. Es gilt für die Mitglieder des Direktoriums, ihre Stellvertreter sowie weitere, vom Bankrat bezeichnete Führungspersonen.

Die Selbstverwaltung von privaten Finanzanlagen ist künftig nur unter «rigorosen Einschränkungen» möglich: Zugelassen sind im wesentlichen nur noch Spareinlagen bei der SNB, breit diversifizierte Einrichtungen der kollektiven Kapitalanlage, Einlagen in die berufliche Vorsorge und die dritte Säule sowie Anlagen in Liegenschaften im In- oder Ausland.

Verwaltung durch UVV problemlos

Ebenso können die Mitglieder der Bankleitung ihre Finanzanlagen durch einen unabhängigen Vermögensverwalter selbständig und unbeeinflusst verwalten lassen. Um schon nur den Anschein eines Interessenkonflikts oder Informationsmissbrauchs auszuschliessen, ist der Vertrag mit dem Vermögensverwalter durch die SNB zu genehmigen; er regelt auch die zulässigen Kontakte und auferlegt dem Vermögensverwalter die Pflicht, die SNB im Falle eines unerlaubten Kontakts zu informieren.

«Gewisse Finanzanlagen», die im Hinblick auf die Aufgaben der Notenbank problematisch erscheinen könnten, sind den Mitgliedern der Bankleitung aber in jedem Fall untersagt.

Ebenfalls deutlich verschärft wird das Kontrollumfeld. Die Mitglieder der Bankleitung müssen ihre Vermögensverhältnisse vierteljährlich umfassend offenlegen; die Compliance-Stelle der SNB hat die Möglichkeit, die Einhaltung des Reglements laufend zu überwachen.

Fremdwährungen meldungspflichtig

Fremdwährungsgeschäfte sind nach dem neuen Reglement nur noch zulässig, sofern das Finanzvermögen durch einen unabhängigen Vermögensverwalter gemanagt wird. Weiterhin zulässig sind Fremdwährungsgeschäfte im Zusammenhang mit dem Kauf, dem Verkauf oder dem Halten von Nicht-Finanzvermögen wie etwa Liegenschaften.

Fremdwährungsgeschäfte ab 20'000 Franken sind laut einer bereits Anfang Januar 2012 eingeführten Sofortmassnahme der Compliance-Stelle zu melden und durch diese zu genehmigen. Das Reglement auferlegt den Mitgliedern der Bankleitung, dafür zu sorgen, dass sich nahestehende Personen (Lebenspartnerinnen oder Lebenspartner sowie im gleichen Haushalt lebende Personen) ebenfalls den Beschränkungen bei Finanzanlagen sowie den Offenlegungspflichten unterziehen.

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Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

Gottex

Der angeschlagene Vermögensverwalter Gottex will den Nennwert seiner Aktien von 1 auf 0,10 Franken senken. Darüber sollen die Aktionäre am 30. Dezember an einer ausserordentlichen GV befinden. Das Unternehmen hat erst kürzlich die zweite Runde einer Rekapitalisierung abgeschlossen.

Generali

Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

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