Braucht es die Bankiervereinigung noch?

Die Bankiervereinigung brauche es just zu ihrem 100. Geburtstag nicht mehr, schallt es allenthalben aus dem Äther, dem Internet oder gar aus den Spalten höchst seriöser Zeitungen. Falsch!

Thomas_Sutter_150Von Thomas Sutter, Leiter Kommunikation und Mitglied der Geschäftsleitung der Schweizerischen Bankiervereinigung

Es ist gerade umgekehrt. Die Bankiervereinigung ist nötiger denn je. Unterschiedliche Meinungen innerhalb des Verbandes zeigen dessen Lebendigkeit und nicht sein nahes Ende. Die Orientierungslosigkeit der Politik zeigt dessen Notwendigkeit und nicht seine Bedeutungslosigkeit.

Verbände wie die Bankiervereinigung sind gerade in Zeiten hoher Unsicherheit und grosser Herausforderungen unentbehrlich. Wieso ist das so? Das politische System der Schweiz ist nicht darauf ausgerichtet, dass alle direkt in Bern ihre Interessen vertreten.

Politisches System bis an seine Grenzen strapaziert

Die Meinungsbildung würde noch komplexer werden, die Entscheidungsfindung noch länger dauern und die Entscheide noch weniger mehrheitsfähig sein. Kurz: das politische System würde ohne schlagkräftige Verbände bis an seine Grenzen strapaziert.

In unseren Gremien werden die unterschiedlichen Meinungen diskutiert, Mehrheiten gebildet und nachhaltige Positionen zuhanden der Politik oder den Behörden vertreten. Dieser anspruchsvolle Prozess verläuft heute etwas lärmiger und die Heterogenität tritt vereinzelt stärker zu Tage. Angesichts der Herausforderungen für den Bankensektor in der Schweiz ist das aber normal und ein Zeichen von Stärke und nicht von Schwäche.

Verbände dürfen aber nicht immer nur den kleinsten gemeinsamen Nenner suchen. Leadership ist gefragt. Dazu mehr in einem der nächsten Blogs.

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NEWS GANZ KURZ

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

Gottex

Der angeschlagene Vermögensverwalter Gottex will den Nennwert seiner Aktien von 1 auf 0,10 Franken senken. Darüber sollen die Aktionäre am 30. Dezember an einer ausserordentlichen GV befinden. Das Unternehmen hat erst kürzlich die zweite Runde einer Rekapitalisierung abgeschlossen.

Generali

Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

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