Wo die Sozialpolitik dem Immobilienmarkt nützt

Zur Verhinderung von finanziellen Engpässen im Alter soll der vorzeitige Rückgriff auf die 2. Säule für den Erwerb von Wohneigentum eingeschränkt werden.

Martin_Hess_119x168Von Martin Hess, Leiter Wirtschaftspolitik, Schweizerische Bankiervereinigung

Letzte Woche endete die Anhörungsfrist zum Entwurf des vom Bundesrat beim Eidgenössischen Departement des Innern (EDI) in Auftrag gegebenen Berichts zur Zukunft der 2. Säule. Das 168 Seiten starke Papier soll unter Einbezug der Eingaben als Grundlage für Reformvorschläge des Bundesrats dienen.

Zur Verhinderung von finanziellen Engpässen im Alter schlägt der Bericht unter anderem vor, den vorzeitigen Rückgriff auf die 2. Säule für den Erwerb von Wohneigentum einzuschränken.

Der Vorbezug soll nur noch maximal in der Höhe des gesamten Altersguthabens getätigt werden können, wie es im Alter 40 bestand.

Der obligatorische Teil des Altersguthaben soll gar nicht mehr für den Hauskauf angetastet werden können.

Es befremdet, dass nun eine Änderung ins Auge gefasst wird, obwohl sich die Ausgangslage seit Einführung der Wohnbauförderung im Jahr 1995 nicht verändert hat. Bisher traten keine finanziellen Engpässe im Alter aufgrund des Vorbezugs von Pensionskassengeldern auf.

Nachvollziehbar ist eine Abkehr vom Status quo aber auf Grund der Tatsache, dass in den letzten Jahren gerade Schwellenhaushalte oft vom Vorbezug Gebrauch machten. Entsprechend hat dies das Risiko des Bezugs von steuerfinanzierten Ergänzungsleistungen im Alter erhöht.

Angesichts der heute starken Nachfrage auf dem Immobilienmarkt kommt die Diskussion um die optimale Dosierung der strukturellen Kaufanreize gerade rechtzeitig. Die Förderpolitik hat dazu beigetragen, dass der Wohneigentumsanteil in der Schweiz in den letzten Jahren wie politisch gewünscht stark gestiegen ist.

Mit der fortschreitenden Zielerreichung drängen sich Überlegungen, ob die bisherigen Anreize unverändert bestehen sollen, geradezu auf.

Während man sich bei wirtschaftspolitischen Fragestellungen oft mit Zielkonflikten auseinandersetzen muss, sind wir hier für einmal in der komfortablen Lage, dass die vorgeschlagenen Empfehlungen dem erhitzten Immobilienmarkt in die Hand spielen.

Da eine Vielzahl der Neugeschäfte kommt derzeit unter Einbezug von Pensionskassengeldern zustande, würden gewisse Einschränkungen beim Vorbezug den Dampf mindern. Damit werden, wie in meinem früheren Beitrag verfochten, der Fuss vom Gas genommen und Marktverzerrungen abgebaut.

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden.

JobDirectory.ch

Aktuelle Jobangebote von Arbeitgebern der Finanzbranche.

Lohnvergleich

Lohnvergleich

Verdienen Sie genug? Vergleichen Sie doch mal Ihren Lohn.

zum Lohnvergleich

Regulierung

Zürcher Bankenverband

Führende Vertreter der Schweizer Finanzbranche zum Thema Regulierung.

Beiträge lesen

Newsletter

Newsletter-SymbolKostenlos abonnieren

Abonnieren Sie jetzt den finews.ch-Newsletter und Sie erhalten kostenlos 2x wöchentlich die wichtigsten News aus der Schweizer Finanzwelt per E-Mail.

Twitter

Follow us on Twitter:

finews tweets finews.ch tweets

FACEBOOK

SELECTION

Warum ein CFA mehr bringt als ein MBA

Warum ein CFA mehr bringt als ein MBA

Ehrgeizige Banker haben die Qual der Wahl bei der Weiterbildung.

Selection

So machen Sie Headhunter auf sich aufmerksam

So machen Sie Headhunter auf sich aufmerksam

8 Tipps, um auf dem Personalmarkt Beachtung zu finden.

Selection

NEWS GANZ KURZ

CFT

Compagnie Financière Tradition rechnet für 2014 mit einem «signifikant» höheren Nettoergebnis der Gruppe als im Vorjahr. Die Geschäftstätigkeit sei im 2. Halbjahr 2014 stärker gewesen als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Jamie Dimon

J.P-Morgan-Boss Jamie Dimon kassierte 2014 wie im Jahr zuvor trotz Gewinneinbussen 20 Millionen Dollar Gehalt. Die Bezahlung setzt sich aus einem Grundgehalt von 1,5 Millionen, Aktienprämien von 11,1 Millionen und einem Barbonus von 7,4 Millionen Dollar zusammen.

ZKB

Auch die Zürcher Kantonalbank (ZKB) gibt den Nationalbank-Strafzins von 0,75 Prozent an Grosskunden weiter. Negativzinsen für Kleinsparer und Kleinunternehmen seien auf dem jetzigen Stand nicht vorgesehen, so die Bank weiter. Es käme hingegen zu Anpassungen bei den Konto-Konditionen.

Nidwaldner Kantonalbank

Die Nidwaldner Kantonalbank (NKB) hat 2014 den Bruttogewinn um 7 Prozent auf 27 Millionen Franken gesteigert. Nach Abschreibungen und der Dotierung der Rückstellungen für allgemeine Bankrisiken verbleibt ein Gewinn auf Vorjahreshöhe von 14,9 Millionen Franken. Damit könne an der bisherigen Ausschüttungspolitik festgehalten werden, so die Bank. Die Dividende bleibt weiterhin bei 23,0 Prozent.

Lombard Odier

Die Genfer Privatbank gibt den Negativzins von 0,75 Prozent der Schweizerischen Nationalbank an einige ihrer Kunden weiter. Die Massnahme betrifft Bargeld-Bestände von über 100'000 Franken.

Kendris

Die in der Unternehmensberatung tätige Kendris-Gruppe hat im vergangenen Geschäftsjahr den Umsatz um 2 Prozent auf 41,3 Millionen Franken erhöht. Kendris nutze die Veränderungen innerhalb der Finanzmarktindustrie, um sich noch stärker als einer der führenden Outsourcing-Partner für Family Offices, vermögende Privatpersonen und Unternehmen zu positionieren.

BEKB

Die BEKB, Betreiberin der OTC-Börse, hat ein neues Segment namens «OTC-X Early Stage» eingeführt. Investoren soll so der Handel mit Aktien von risikoreichen Start-Up-Unternehmen und schnell wachsenden Firmen ermöglicht werden.

Credit Suisse

Die Währungsturbulenzen haben laut der Grossbank nur sehr geringen Einfluss auf das Eigenkapital gehabt. Kapital, das ausserhalb der Schweiz alloziert werde, sei in der Regel gehedgt.

weitere News