«Und was machen Sie am Wochenende?»

Im Bewerbungsgespräch zeigen die Firmen, was sie wollen: Die Fragen sind verräterisch. Wir haben Dutzende Fragen aufgelistet, die grosse Finanzinstitute gestellt haben.

Im Internet-Zeitalter werden diese Fragen bekanntlich in grossem Stil weiterpubliziert und ausgetauscht – auf spezialisierten Portalen wie «Glassdoor», «Kununu» oder «eFinancialCareers». Betont sei also, dass die Angaben stets anonym sind.

Aber in den Fragen zeigen sich interessante Strukturen – und sie haben es sowieso in sich.

Was würden Sie antworten?

• «Erklären Sie die derzeitige Krise» (Bewerbungsgespräch bei Commerzbank, Sales Analyst)

• «Beschreiben Sie eine Situation, in der Sie einen Sondereffort leisten mussten, um ein Ergebnis zu erzielen» (UBS, Finance & Accounting)

• «Warum genau liebt jemand, der in der Buchhaltung arbeitet, seinen Job?» (Zurich Insurance Group, Finance)

• «Beschreiben Sie mir einen Fall, in dem Sie hervorragenden Kundendienst geleistet haben.» (HSBC, Sales)

• «Leiten Sie mich durch einen typischen Investment-Prozess» (BNP Paribas, Asset Management)

• «Junge Leute sind nicht mehr belastungsfähig. Was sagen Sie dazu?» (Projektleiter, UBS)

• «Nennen Sie drei Adjektive, um sich zu beschreiben» (Swiss Re, Versicherungstechnischer Analyst).

Die Frage taucht regelmässig auf, oft auch in der Abwandlung: «Mit welchen drei Adjektiven würde Ihr bester Freund / Ihr früherer Chef Sie beschreiben?»

• «Was sind Ihre Wochenend-Aktivtitäten? Immer nur Party und Alkohol?» (UBS Schweiz)

• «Es sieht nicht gut aus auf dem Stellenmarkt. Haben Sie sich schon anderweitig umgeschaut?» (UBS Schweiz) 

Spezifische Fragen im Bereich Wealth Management:

• «Was möchten die Kunden heute von ihrem Wealth Manager?» (Barclays Wealth)

• «Soll der Staat das Recht der Bürger, sich zu äussern, einschränken?» (Credit Suisse Private Banking)

• «Beschreiben Sie mir eine Zeit, in der Sie das Leben eines anderen Menschen verändert haben» (Santander, Private Wealth Management)

• «Wie würden Sie ein Team davon überzeugen, dass es dabei ist, einen falschen Entscheid zu fällen?» (Deutsche Bank Private Wealth Management)

Ähnlich: «Wie würden Sie Konflikte in Ihrem Team lösen, wenn Sie dieses Team leiten würden?» (Credit Suisse, Analyst)

Ähnlich: «Was würden Sie tun, wenn Sie in einem Team arbeiten müssten, das nicht mit Ihnen zusammenarbeitet?» (Zurich Insurance Group, Kommunikation)

Spezifische Fragen im Investmentbanking:

• «Wieso wollen Sie bei der derzeitigen Marktlage ins Investment Banking?» (Morgan Stanley, Trainee-Stelle)

• «Beschreiben Sie mir eine Zeit, in der sie persönlich versagt haben.» (Credit Suisse, Analyst)

Ähnlich: «Nennen Sie mir einen Fall, wo Sie von sich selber enttäuscht waren» (Credit Suisse, Sales Analyst)

• «Wieviele Menschen in Amerika besitzen Tennisbälle?» (Goldman Sachs, Trainee-Stelle)

• «Wie gehen Sie mit Veränderung um? Stellen Sie sich vor, Sie seien verheiratet, hätten zwei Kinder und würden aufgefordert, in ein anderes Land zu ziehen: Wie würden Sie Ihre Familie vom Umzug überzeugen?» (JP Morgan Investmentbanking)

• «Sie beraten einen CEO über eine mögliche Fusion. Sie sind aber nicht überzeugt, dass die Fusion sinnvoll ist. Der CEO erwähnt, dass er den Schritt bloss anstrebt, um seinen Status zu verbessern, und dass er in einigen Jahren weg sein wird. Was tun Sie?» (JP Morgan Investmentbanking)

• «Was ergibt 11 geteilt durch 9?» (JP Morgan Investmentbanking)

• «Wie würden Sie die Bedeutung Ihrer Arbeitsbeziehung zu den folgenden drei Gruppen einordnen, von der wichtigsten zur unwichtigsten: 1. Die Unternehmen, die Sie covern. 2. Institutionelle Anleger. 3. Internes Sales- und Trading-Desk. (Credit Suisse, Investment Banking, Aktienresearch)

• «Der Aufbau von Kundenbeziehungen ist sehr wichtig im Aktiengeschäft. Können Sie mir sagen, weshalb Sie hierbei besonders gut sind?» (UBS Investmentbank)

• «Was tun Sie bei einem Konflikt mit einem Händler?» (Credit Suisse, Analyst)

• «Erklären Sie mir bitte das Black-Scholes-Modell und die Monte-Carlo-Simulation» (Société Générale, Aktienderivatehandel)

• «Sind Sie ein Leader? Beschreiben Sie mir eine Situation, in der Sie als Leader handeln mussten.» (Goldman Sachs, Operations)

• «Erzählen Sie mir etwas über sich, ohne irgendetwas zu erwähnen, was in Ihrem CV steht» (Barclays Capital, Merchant Banking)

• «Wie würden Sie mich als Interviewer rangieren?» (Barclays Capital)

Quellen: «Glassdoor», «Kununu», «eFinancialcareers»


Weitere Beispiele: «Ihre Freundin will einen Glacéladen eröffnen. Was raten Sie Ihr?»

 


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Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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