Fidelity: Sind Aktien jetzt günstig?

Gemessen an ihrer Bewertung sind Aktien derzeit sehr günstig. Dennoch halten sich die Anleger zurück. Dominic Rossi von Fidelity International kennt die Gründe dafür.

Ein Blick auf die durchschnittlichen Kurs-/Gewinn-Verhältnisse zeigt klar, dass Aktien derzeit günstig bewertet sind (vgl. nachstehende Grafik). Dennoch herrscht an den Märkten alles andere als ein Investitonsboom. Eher verharren viele Anleger an der Seitenlinie. Sie sind verunsichert, nicht zuletzt auf Grund der wechselvollen Nachrichten rund um die Euro-Krise.

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Quelle: Fidelity

Genau diese Unbeständigkeit ist es denn auch, die derzeit zu einer überdurchschnittlich hohen Volatilität an den Finanzmärkten führt, wie Dominic Rossi, Chief Investment Officer von Fidelity Worldwide Investment, gegenüber finews.ch erklärt (vgl. nachstehende Grafik).

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Quelle: Fidelity

Viele Anleger würden heute ihre Aktien im Durchschnitt weniger als ein Jahr halten. Das erklärt die hohe Volatilität in praktischer Hinsicht. Werte, die bisweilen über 20 Prozent lägen, seien für viele Investoren deutlich zu hoch, sagt der Experte und betont, dass im High-Yield-Bereich die Volatilität jeweils bei rund 12 Prozent liege.

Die Zurückhaltung der Anleger beruht indessen nicht nur auf der hohen Schwankungsanfälligkeit, sondern auch auf der Tatsache, dass die Gewinne vieler Unternehmen schon relativ hoch sind. Das begrenze grundsätzlich das Potenzial weiterer Kursavancen, sagt Rossi. Hinzu komme, dass in absehbarer Zeit mit einigen Gewinnwarnungen zu rechnen sei.

Vier Voraussetzungen

«Erst wenn sich die wirtschaftlichen Probleme in der Euro-Zone legen, und auch in anderen Teilen der Welt wieder etwas mehr Zuversicht herrscht, dürfte die Volatilität fallen und die Anleger im grösseren Stil an die Börse zurückbringen», ist Rossi überzeugt. Für ihn sind vor allem vier Voraussetzungen dafür nötig.

  • Erstens muss der mehrheitlich erst begonnene Schulden- und Risikoabbau bei den grossen europäischen Banken weitergehen und greifbare Resultate zeitigen.
  • Zweitens muss sich der Nebel über der Zukunft des Euros lichten, so dass die Marktteilnehmer freie Sicht darauf haben, was sie in Europa in den nächsten Jahren erwartet.
  • Drittens müssen die USA ihre Schuldenpolitik auf mittlere Sicht so kanalisieren, dass sich daraus neues Wachstum und eine vertretbare Inflation ableiten lässt.
  • Viertens müssen die Rohstoffpreise sinken, so dass Aktien wieder verstärkt als Anlagealternative gelten und gleichzeitig viele Firmen zu tieferen Preisen einkaufen können.

Eher Jahre als Monate

Dominic_Rossi_11Dominic Rossi will sich nicht auf die Äste hinaus lassen, bei der Frage, wann die Normalisierung eintreten könnte. «Bis die Rahmenbedingungen wieder stimmen, können sechs Monate oder noch fünf Jahre vergehen», sagt er und vergleicht die derzeitige Krise im Euroland mit den Verwerfungen in den neunziger Jahren in Lateinamerika, wo sich die Krise über rund sieben Jahre hinzog.

Dennoch empfiehlt Rossi selbst in diesem Umfeld, manche Aktien zu halten. Seit die Obligationenrenditen erstklassiger Schuldner massiv gesunken sind, erzielen Anleger mit den aktuellen Dividendenrenditen mehr. Oder wie es der Fidelity-Mann ausdrückt: «Heute haben manche Länder ein besseres Rating als einzelne Länder. Das war auch während der Krise in Lateinamerika der Fall.»

Attraktive Branchen

Europäische Firmen, die einen Grossteil ihrer Erträge in wirtschaftlich wachsenden Schwellenländern erzielen und gewinnseitig gut dastehen, bieten trotz der derzeit hohen Volatilität attraktive Einstiegschancen, wie Rossi überzeugt ist. Konkret empfiehlt er Aktien von Blue-Chips aus den Bereichen Konsumgüterindustrie, Gesundheitswesen, Versorger und Telekommunikation.

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NEWS GANZ KURZ

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Die Ende Oktober angekündigte Lancierung der Beteiligungsgesellschaft BB Healthcare Trust plc an der London Stock Exchange wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen eines Aktienplatzierungs-programms konnte in der Erstemission ein Platzierungsvolumen von GBP 150 Mio. realisiert werden. Der erste Handelstag im Premium Segment der Londoner Börse ist der 2. Dezember 2016 (ISIN: GB00BZCNLL95, Bloomberg-Ticker: BBH LN).

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

Zurich

Die Zurich Gruppe Deutschland hat den Altezza Bürokomplex in München erworben. Verkäufer des 2009 erbauten Bürogebäudes ist die Warburg-HIH Invest Real Estate. Über den Kaufpreis vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Beraten wurde Zurich bei der Transaktion durch Luther Köln.

BEKB

Die BEKB Roggwil wird per 30. Juni 2017 in die Niederlassung Langenthal integriert. Die betroffenen Mitarbeitenden werden bei der BEKB weiterbeschäftigt. Die Integration erfolgt, weil sich das Kundenverhalten im Bankgeschäft stark verändert hat.

UBS

Mit Blick auf die Art Basel im amerikanischen Miami fasst die Schweizer Grossbank ihre erhebliche Kunstsammlung in einem neuen Bildband zusammen. Das Buch «UBS Art Collection: To Art its Freedom» wird an Januar 2017 erhältlich sein.

Vontobel AM

Die europäische Ratingagentur Feri EuroRating Services und die Verlagsgruppe Handelsblatt haben die Schweizer Bank Vontobel als besten Asset Manager für Rohstoffe in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgezeichnet.

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