Warum der Goldpreis überraschend stark ist

«Goldpreis im Rückwärtsgang» laute derzeit eine häufige Schlagzeile, schreibt Adrian Ash von BullionVault. Dabei halte sich das gelbe Edelmetall unerwartet stark.

Adrian E. Ash ist Head of Research bei BullionVault.

Schauen wir auf den Markt für US-Gold-Futures und Optionen: Diese Verträge laufen nur selten auf die physische Auslieferung aus, aber dennoch beeinflussen sie kurzfristig die physischen Preise. Denn der Preis von Gold für die zukünftige Lieferung hat natürlich Einfluss darauf, wieviele Menschen heute nach dem gelben Metall fragen.

Kredit ist ein grosser Faktor

Auf diesen künftigen Preis, ob von Hedge-Fonds festgelegt oder von Ärzten und Zahnärzten gejagt, wird mit geliehenem Geld gewettet. Kredit ist also ein grosser Faktor.

Und Kredit ist seit dem Rekordhoch des Goldpreises vom vergangenen Sommer verschwunden, genau wie damals, als die US-Investmentbank Lehman Brothers zusammenbrach.

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Als nächstes kommen die weltweit grössten Käufer von physischem Gold - die indischen Haushalte. Mittlerweise von den chinesischen Konsumenten überholt sind indische Käufer um diese Zeit des Jahres immer ruhig, was mit der Monsun-Saison, dem Mangel an Feiertagen und der Hochzeits- und Diwali-Saison zu tun hat, die erst in vier Monaten startet.

Indische Unterstützung

Doch Neu Delhis aktive Politik, Gold-Importe für das Jahr 2012 einzudämmen sowie die Rekordkurse durch die schnell sinkende Rupie, haben diese massive indische Unterstützung der globalen Nachfrage von schätzungsweise 30 Prozent oder mehr verschluckt.

Das hatte einen grossen Einfluss auf die Grosshandelspreise des physischen Marktes, das sein Zentrum immer noch in London hat mehr als 80 Jahre nachdem Grossbritannien seinen Goldstandard aufgab. Auch die physische Investment-Nachfrage von grossen Institutionen hat deutlich nachgelassen.

Auf der folgenden Grafik sehen Sie, was die Marktmacher, die Bullion-Banken, über das Volumen sagen, das sie jeden Tag im Durchschnitt unter sich handeln. Sie können die Zahlen um das Fünffache oder mehr nehmen, um das wahre marktweite Volumen einzuschätzen.

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Spekulative Händler

Wie Sie sehen können, ist das Volumen in London nach Wert um ein Drittel seit dem Hoch vom vergangenen Sommer gesunken. Und trotzdem hat der Goldpreis nur 11Prozent gegenüber dem monatlichen Durchschnitt verloren.

Vielleicht wird diese Lücke geschlossen werden. Einige spekulative Händler auf dem Termin- und Optionsmarkt denken so, und sie denken, das diese Lücke durch fallende Preise noch weiter geschlossen wird.

Historisch hohe Preise

Ein Blick auf die rote Linie auf der ersten Tabelle oben zeigt: Spekulative Händler haben solche grossen Short-Positionen in Gold nicht mehr gehalten seit der Preis auf ungefähr 400 Dollar sank. Aber angesichts dieser drei Faktoren, die den Goldpreis beeinflussen, sieht das Einbrechen in der Tat eher belastbar aus.

Bestehende Verkäufer weigern sich, ihre Angebote zu senken und neue Käufer zahlen heute immer noch historisch hohe Preise, um das gelbe Metall zu erwerben.

Glücklicherweise, ist die einzigartige Charakteristik von Gold als Inflations- und Ausfallschutz momentan billiger als zu seinem Preishoch vor 12 Monaten.


Adrian E. Ash ist Head of Research bei BullionVault, einer weltweiten Handelsplattform für physische Gold- und Silberbarren. Zuvor war er Redaktionsleiter beim Londoner Verlagshaus Fleet Street Publications, und zwischen 20032008 City-Korrespondent für das Daily Reckoning.

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NEWS GANZ KURZ

Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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