Oddo AM: «Die Schweiz ist für uns ein Schlüsselmarkt»

Trotz Eurokrise sind Anlagen in europäische Unternehmen interessant. Zu Europa zählt Nicolas Chaput, CEO der Firma Oddo Asset Management, auch die Schweiz.

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Herr Chaput, vor kurzem haben Sie in Frankreich mit François Hollande einen neuen Präsidenten erhalten. Spüren Sie schon einen Richtungswechsel?

Ehrlich gesagt, für Asset Manager wird sich wenig ändern. Es gibt eine neue Regierung. Und diese Regierung muss dieselben Probleme lösen wie ganz Europa; sprich Budgetdefizite und mangelnde Flexibilität. Unsere neue Regierung muss sich mit dieser Realität genauso wie die Regierungen in Europa auseinandersetzen.

Oddo Asset Management ist in Frankreich zu Hause. Wie präsentiert sich die französische Anlagelandschaft im gesamteuropäischen Vergleich?

Frankreich bildet hier keine Ausnahme. Seit mehr als einem Jahr befinden wir uns in herausfordernden Zeiten, in denen der Markt einen Teil der Erträge vernichtet und Anleger ihr Geld nicht mehr investieren wollen.


«Wir halten an Europa fest»


Ist dieses Umfeld für Sie nicht positiv, da Sie sich nun bewähren können?

Normalerweise spüren Asset Manager eine Krise, wenn verwaltete Kundenvermögen langsam abgezogen werden. Oddo Asset Management war gegen diese Entwicklung bisher ziemlich immun. Unsere Vorzeigeprodukte, wie der Oddo Avenir Europe Mid Cap Fonds, haben auch in dieser schwierigen Marktlage gut performt. Das hat dazu geführt, dass unsere Kunden ihre Portfolios nicht stark reduziert haben.

Ihre Vorzeigeprodukte basieren auf Europa, was in dieser Krisenzeit eher untypisch ist. Halten Sie auch in Zukunft an Europa fest.

Ja. Das sieht man auch in unserer geografischen Entwicklung. Wir haben Märkte identifiziert, wo wir uns entwickeln wollen. Dies wird in den Niederlassungen widerspiegelt, die wir eröffnen. In den letzten 18 Monaten haben wir Büros in Mailand, Zürich und kürzlich in Frankfurt bezogen.

Was sind denn Ihre Langzeitpläne in Zürich?

Hier wollen wir unser Bekenntnis zum Schweizer Markt, als einen Schlüsselmarkt für unsere Entwicklung zum Ausdruck bringen. Mit einer Niederlassung vor Ort sind wir nahe am Kunden und können diesen besser und persönlich bedienen. Auch beweisen wir so ein Langzeitbekenntnis zur Schweiz.


«Wir werden in Zürich noch Personal einstellen»


Und wie wollen Sie sich in der Limmatstadt weiterentwickeln?

In Zürich ist derzeit erst ein Direktor, Alain Meyer, permanent tätig. Zudem wird die französische Schweiz von Frankreich aus bedient. Wir wollen aber an beiden Standorten expandieren. Hierzu kann ich noch keine genauen Zahlen nennen. Wir sind aber in Zürich gut unterwegs und werden mit dem Geschäftswachstum auch neues Personal einstellen.

Was hebt Sie hierzulande von der Konkurrenz ab?

Einerseits sind wir ein Traditionshaus mit einem langen, guten Track-Record. Oddo wurde Ende des 19. Jahrhunderts gegründet und wird nun von der fünften Generation geleitet. Weiter werden wir nicht von einer grossen Bank oder einer grossen Versicherung gehalten. Wir generieren also nur Werte für unsere Kunden und müssen uns auch voll auf diese konzentrieren. Denn wir verdienen nur mehr, wenn die Kunden auch bei uns bleiben.

Trotzdem besitzt die Allianz-Gruppe einen 20-Prozent-Anteil an Oddo. Welchen Einfluss hat dies, oder droht mittelfristig gar eine Übernahme?

Der Einfluss auf das tägliche Geschäft ist gering. Die Firma Oddo wurde stets durch die Oddo-Familie geleitet, und es gibt keinen Grund, dass sich daran etwas ändern sollte.


Oddo Asset Management ist die Vermögensverwaltungs-Tochter von Oddo & Cie, einer unabhängigen, europäischen Finanz-Gruppe mit knapp 1'000 Mitarbeitern. Oddo AM wurde 1987 in Paris gegründet und verwaltet heute umgerechnet 14 Milliarden Franken; 40 der gut 100 Mitarbeiter sind im Portfolio-Management tätig.

Privaten und institutionellen Anlegern werden Investmentstrategien in Form von Mandaten und Fonds zur Verfügung gestellt. Oddo AM hat gemäss eigenen Angaben seit mehr als 20 Jahren eine anerkannte Expertise in europäischen Mid und Small Caps, europäischen Wandelanleihen, thematischen Aktien und alternativen Strategien aufgebaut.


Nicolas Chaput (Bild oben) stiess im Februar 2012 als CEO zu Oddo Asset Management. Er verfügt über zwanzig Jahre Erfahrung in der Branche. Zuletzt war er sieben Jahre bei BNP Paribas AM tätig. Zuerst als Leiter des Bereichs Credit & Structured Finance und später also CIO der BNP-Paribas-Tochter FFTW. Vor seiner Zeit bei BNP Paribas war Chaput über 15 Jahre im Investmentbanking aktiv. Als Fixed-Income-Spezialist war er für den Credit Lyonnais in New York, London und Paris tätig.

 

 

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Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Die Ende Oktober angekündigte Lancierung der Beteiligungsgesellschaft BB Healthcare Trust plc an der London Stock Exchange wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen eines Aktienplatzierungs-programms konnte in der Erstemission ein Platzierungsvolumen von GBP 150 Mio. realisiert werden. Der erste Handelstag im Premium Segment der Londoner Börse ist der 2. Dezember 2016 (ISIN: GB00BZCNLL95, Bloomberg-Ticker: BBH LN).

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Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

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Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

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Mit Blick auf die Art Basel im amerikanischen Miami fasst die Schweizer Grossbank ihre erhebliche Kunstsammlung in einem neuen Bildband zusammen. Das Buch «UBS Art Collection: To Art its Freedom» wird an Januar 2017 erhältlich sein.

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